zum Inhalt

Master live: Mein erstes Erasmus-Semester

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

16.03.2022

Während meines Bachelorstudiums konnte ich bereits ein Semester in Helsinki verbringen. Damals habe ich mir bewusst Finnland ausgesucht, da das Land bei PISA-Studien immer wieder besser abschneidet als Deutschland und mich interessiert hat, warum das so ist beziehungsweise ob man im Studienalltag einen großen Unterschied feststellen kann.

Und dem war am Ende tatsächlich so. Die Seminare waren in kleineren Gruppen, in denen man sich leichter einbringen konnte. Die Vorlesungen waren so gestaltet, dass es sich nur bedingt um monologischen Frontalunterricht handelte. Außerdem waren die Universitätsbibliothek und Lernräume wesentlich Studi-freundlicher eingerichtet. Die Architektur war hell und einladend, wodurch ich mich wesentlich besser, leichter und länger konzentrieren konnte als in deutschen Bibliotheken.

Langweilig wurde es trotzdem nicht, denn durch die Bologna-Reform sind nicht nur Bildungsabschlüsse, sondern auch der Arbeitsaufwand, der dazu notwendig ist, EU-weit vergleichbar und einheitlich. Egal wo man also in der EU studiert, 1 ECTS Punkt (oder Credit Point) entspricht immer 27-30 Arbeitsstunden. Um das Studium in Regelstudienzeit abschließen zu können, muss man 30 ECTS Punkte, also 900 Arbeitsstunden, im Semester erbringen. Auf 6 Monate verteilt sind das durchschnittlich 37,5 Arbeitsstunden pro Woche. Und so ist es auch erstmal egal, in welchem EU-Land man studiert, denn es erwarten einen immer Module mit demselben Credit-System. In Helsinki kam für mich natürlich noch dazu, dass ich nicht in meiner Muttersprache, sondern auf Englisch studierte, was immer mit zusätzlichem Arbeitsaufwand verbunden ist.

Mein Auslandssemester war für mich trotz der teilweise wirklich hohen Arbeitsbelastung ein Erfolg. Ich konnte tolle Menschen aus ganz Europa und der gesamten Welt kennenlernen und das erste Mal erfahren, wie mein Studienfach Soziologie außerhalb Deutschlands unterrichtet wird. Für mich war nach dem Auslandsaufenthalt klar, dass ich während meinem Master nochmal eine solche Erfahrung machen möchte. Nachdem ich meine Komfortzone für Finnland nur bedingt verlassen musste, wollte ich im Master gerne auch etwas weiter weg. Wofür ich mich jetzt entschieden habe und warum, dass erfährst Du in meinem nächsten Blog Artikel. Schau also gerne mal wieder rein!

Dein Antoine