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Arbeiten mit Menschen: Berufswunsch: Menschen helfen

Ob Jung oder Alt: Wer sich in seinem Beruf um andere Menschen kümmert, braucht ein gutes Einfühlungsvermögen und viel Geduld. Die Ausbildungsmöglichkeiten im sozialen und im gesundheitlich-therapeutischen Bereich sind vielfältig.

Ein junger Mann und eine Frau in medizinischer Arbeitskleidung behandeln einen Patienten mit Gipsfuß.

Wer lieber mit Menschen arbeitet statt seine Arbeitstage am Schreibtisch zu verbringen, der findet im sozialen und im gesundheitlich-therapeutischen Bereich eine Vielzahl spannender Ausbildungsberufe. Da wären zum einen Berufe, in denen man mit der medizinischen Versorgung, Beratung und Behandlung von pflege- und hilfsbedürftigen Menschen zu tun hat. Also zum Beispiel als Pflegefachmann/-frau, als Notfallsanitäter/in oder als Operationstechnische/r Assistent/in. Zum anderen gibt es den Bereich Prävention und Rehabilitation. Hier steht die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Menschen im Vordergrund. Wer sich für dieses Berufsfeld interessiert, kann sich zum Beispiel zum Physiotherapeuten oder zur Physiotherapeutin, zum Ergotherapeuten beziehungsweise zur Ergotherapeutin oder zum/zur Sport- und Fitnesskaufmann/-frau ausbilden lassen.

Arbeiten mit Menschen: Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit nötig

„Wer mit Menschen arbeitet, sollte vor allem Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit mitbringen“, sagt Berufsberaterin Martina Jung von der Agentur für Arbeit in Dortmund. „Und es ist wichtig, selbst eine gewisse psychische Stabilität zu haben, da man unter anderem mit schwerkranken oder sterbenden Patienten zu tun hat. Gerade in der Pflege ist außerdem eine gute körperliche Konstitution notwendig, da die Patienten zum Beispiel umgebettet und angehoben werden müssen.“

Um herauszufinden, welcher Beruf zu einem passt, empfiehlt Martina Jung, Kontakt zu Verwandten und Bekannten zu suchen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und aus eigener Erfahrung berichten können. „Als Insider haben sie praktische Einblicke. Und natürlich gibt es Lehrer und Berufsberater, die gerne bei der Berufswahl unterstützen.“ Selbsterkundungstests wie Check-U der Bundesagentur für Arbeit können helfen, die Vielzahl der Möglichkeiten einzugrenzen. Anhand der eigenen Fähigkeiten, sozialen Kompetenzen, beruflichen Interessen und Neigungen ermittelt der Test, welche Berufe am besten zu einem passen.

Ein Praktikum lohnt sich

„Daneben ist ein Praktikum immer noch eine der besten Möglichkeiten, um herauszufinden, ob sich der Beruf auch so ‚anfühlt‘, wie man es sich vorgestellt hat“, sagt Martina Jung. „Selbst, wenn man dafür mal ein paar Ferientage investiert – es lohnt sich auf jeden Fall. Zumal ein Praktikum die direkte Eintrittskarte in die Ausbildung sein kann, wenn es gut läuft.“

Eine Ausbildung dauert für gewöhnlich drei Jahre, Auszubildende mit Hochschulreife können die Ausbildungsdauer unter bestimmten Umständen verkürzen. Für duale Ausbildungen, bei denen man in Betrieb und Berufsschule lernt, erhält man üblicherweise eine Ausbildungsvergütung. Wie hoch diese ist, hängt vom gewählten Beruf und vom Arbeitgeber ab. Anders sieht es bei schulischen Ausbildungen aus, wie zum Beispiel in der Ergotherapie, Physiotherapie oder auch Logopädie. In Nordrhein-Westfalen etwa mussten Auszubildende in diesen Bereichen bis 2018 Schulgeld bezahlen, jetzt übernimmt das Land die Kosten und es besteht Schulgeldfreiheit, wie inzwischen auch in den meisten anderen Bundesländern. Es können jedoch Kosten für Prüfungen, Lern- und Arbeitsmittel anfallen. Darüber sollte man sich im Vorfeld informieren. Für schulische Ausbildungen besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Förderung nach dem BAföG zu erhalten.

Neuerungen in der Pflegeausbildung

2020 wurde die Pflegeausbildung modernisiert. Ziel war es unter anderem, sie attraktiver zu machen, um den hohen Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. „Der Fachkräftemangel ist zwar immer noch vorhanden, aber das Gute ist, dass dadurch die Einstiegs- und Übernahmechancen nach wie vor sehr gut sind“, sagt Martina Jung. Obwohl es sich bei der Pflegeausbildung nicht um eine duale Ausbildung im klassischen Sinne handelt, erhalten Auszubildende in der Regel ein Gehalt, das im ersten Ausbildungsjahr bei rund 1.190 Euro liegt.

Vor 2020 war eine Ausbildung als Altenpfleger/in, als Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in möglich. Seitdem sind diese Fachrichtungen in der Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau enthalten. „Man muss sich also nicht mehr vorher festlegen, in welchem Bereich man arbeiten möchte, sondern erhält im Rahmen der Ausbildung neben der Arbeit in Altenheimen oder Krankenhäusern auch Einblicke in die ambulante Pflege oder die Kinderkrankenpflege“, erklärt die Berufsberaterin. Wer möchte, kann sich schon nach dem zweiten Ausbildungsjahr auf einen Bereich festlegen, muss es aber nicht. Auch im späteren Berufsleben sind Pflegefachkräfte nicht auf einen Bereich festgelegt. Zudem ist der Abschluss europaweit anerkannt und bietet so die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten.

Bei einigen Berufen im Bereich „Helfen und Heilen“ kann die Ausbildung auch mit einem Studium kombiniert werden. Die Ausbildung zur Hebamme beziehungsweise zum Entbindungspfleger wurden mittlerweile sogar komplett durch ein Studium ersetzt. Nach einer Ausbildung im Gesundheitswesen gibt es zudem zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um sich neue Perspektiven zu eröffnen.

Kein typischer Frauenberuf

Galt die Pflege früher als „typischer Frauenberuf“, weil Frauen in vielen Kulturen und Gesellschaften früher traditionell für die Versorgung von Kranken und Hilfsbedürftigen zuständig waren, hat sich die Wahrnehmung in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Es gibt einen wachsenden Anteil von Männern, die sich für einen Beruf in der Pflege entscheiden. „Was zählt, ist nicht das Geschlecht, sondern welche Eigenschaften und welche Interessen jemand mitbringt“, sagt Martina Jung.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Onlinelexikon der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.arbeitsagentur.de/berufenet

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit listet 350 Filme über Ausbildungsberufe und Studiengänge.
www.berufe.tv

Berufsausbildung und mehr

Dieses Angebot der Bundesagentur für Arbeit erlaubt die bundesweite Recherche nach schulischen Ausbildungen.
www.arbeitsagentur.de/berufsausbildung

studienwahl.de

Das Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Hier findest du Informationen rund ums Studium.
www.studienwahl.de

Studiensuche

Mithilfe der Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit lässt sich das Studienangebot an deutschen Hochschulen und Universitäten recherchieren.
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

Check-U – das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit

Mithilfe dieses Onlinetests kannst du herausfinden, welches Studium oder welche Ausbildung zu dir passt.
www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt