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Studentenleben live

Wieder kleine Schritte wagen

Puh, das ist ein Leben. Zehn Tage nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus wagte ich mich langsam wieder in die Welt der Uni. Ach du meine Güte, ich hatte ganz vergessen, wie kompliziert die ganze Bürokratie ist! Ich stehe jetzt so kurz vor meinem Bachelor und laufe Gefahr, dass es doch nichts wird. Mein Schreibtisch ist ein einziges Chaos: Ich suche nach irgendwelchen Scheinen, muss aber einsehen, dass ich sie in meinen Unterlagen nicht finden werde. Schade, dass man diese Leistungsnachweise nicht digital irgendwo ablegen kann. Okay, ist eben so. Trotzdem wollte ich an die Uni und versuchen, etwas mehr Herr über den Orgakram zu werden.
Aber man hat so viele Gründe, die einen davon abhalten, die Sache richtig anzupacken: Draußen ist es kalt, mein Fahrradsitz ist nass, hier in der Wohnung liegen noch andere Dinge, die erledigt werden sollten, ich bin krank, ich bin müde und, und, und. Das sollte nicht einreißen!
Ich darf nicht vor den Aufgaben davon rennen, aber das ist so leicht gesagt. Mal schauen, ob ich dem Ziel Bachelorabschluss doch noch etwas näher kommen kann. Vielleicht, wenn ich mir kleine Ziele setze?
Die Mission für den erste Tag lautet, die Scheine für die Veranstaltungen „Nutzungskonflikte in Trinkwassereinzugsgebieten“, „Naturschutz“, „Landschaftsplanung“ und „Bewertung von kontaminierten Flächen“ zu organisieren. Man darf gespannt sein.
Ach was, das wird schon! Mir wird schon niemand den Kopf abreißen, wenn ich mal was nicht kann. Wichtig ist es, die nötigen Schritte zu gehen. Also Hopp, Mia! Rauf auf den nassen Fahrradsitz, lass dich nicht von Müdigkeit beirren und klopfe mutig an die Tür der Sekretariate.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 5, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 5, 2014

Studentenleben live

Endlich wieder Kind sein

Ich hatte Herbstferien! Wie lange ist das her, dass ich nicht in Semesterzeiten, sondern in Schulferienzeiten gedacht habe? Ich habe ja keine kleinen Geschwister, für die das noch eine Rolle spielen könnte. Auch meine studierenden oder schon arbeitenden Freunde begrüßten mich mit einem: "Ach wie süüüüüß, du hast Herbstferien!"

Natürlich ist meine eigene Schulzeit wieder ein Stückchen näher gerückt, seitdem ich am Gymnasium mein Praktikum absolviere. Wie war ich in der siebten Klasse? Habe ich auch schon angefangen, mich so zu stylen und Mamas Schminkkasten zu plündern oder war das zu meiner Zeit alles ganz anders? Was hatte ich eigentlich für Abifächer, welche konnte ich abwählen und gab es bei uns in der Schule auch so viele Exkursionen?

Außerdem versuche ich natürlich, mich in die jüngeren Schüler hineinzuversetzen und mir zu überlegen, wie man Latein spielerisch vermitteln kann. Es gibt da gefühlt 1.000 Möglichkeiten – ich habe sogar gebastelt. Ich habe bestimmt seit zehn Jahren kein buntes Tonpapier mehr gekauft!

Eine ganz andere Frage ist, ob ich überhaupt in der Position bin, jüngeren Menschen etwas beizubringen. Fachlich sehe ich da kein Problem. Ich habe schon einige Semester studiert und was ich nicht weiß, kann ich in guten Nachschlagewerken und Internetdatenbanken nachgucken. Es geht mir eher um die Erziehung, die Lehrerinnen und Lehrer (heutzutage immer mehr?) leisten sollen. Wieso kann ich einem Elfjährigen, den ich kaum kenne, „befehlen“ sich auf seinen Platz zu setzen und die Aufgabe zu lösen? Besonders irre finde ich, dass er es auch noch macht! An meiner Schule sind die Schülerchen so brav, dass sie tatsächlich machen, was die Lehrkräfte sagen. Wo sind alle Ideen der kindlichen Freiheit? Auch wenn ich kaum etwas über alternative Schulkonzepte weiß, kann ich verstehen, dass es manchen Lehrern irgendwann falsch vorkam, die Kinder in eine Richtung zu lenken, ohne zu fragen, ob sie das eigentlich wollen. Nur, kann es ganz ohne Druck überhaupt funktionieren?

Welches Kind wacht schon morgens auf und sagt sich: „Lateinvokabeln lernen, auja!“?

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 4, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 4, 2014

Studentenleben live

Erste Eindrücke von Israel

Heute vor einer Woche bin ich in Israel angekommen. Den Grund meiner Reise kann ich selbst nicht so gut definieren, wenn ich danach gefragt werde. Warum Israel, wenn du auch die Staaten oder Australien zur Auswahl hattest? Ich habe keine Ahnung. Irgendwas war da, das mich direkt fasziniert hat, als ich das Land auf der Liste unserer Partnerhochschulen gelesen habe.

In dieser Woche habe ich noch nicht viel erlebt, eigentlich habe ich nur die Hochschule, das Wohnheim und ein Kibbuz gesehen. Ich war in einer Mall, einem Nagelstudio und einem Supermarkt in der Stadt. Nichts Großartiges. Aber dafür habe ich umso mehr Menschen kennengelernt und diesbezüglich wurden meine Erwartungen wirklich übertroffen. Wenn ich über den Campus laufe, kennt mich immer irgendwer, auch wenn ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einmal seinen Namen weiß. Am Wochenende bin ich sogar schon eingeladen, mit einem Pärchen in ihren Heimatort zu fahren. Jeder will mir sein Land zeigen, will dafür sorgen, dass ich eine gute Zeit hier habe und in Deutschland nur Positives von Israel erzählen kann. Und ich muss sagen, bisher gelingt es ihnen sehr gut.

Um nicht allzu beschönigend zu wirken, hier eine Liste der nervigen Dinge:

  • Moskitos. Ich bin so zerstochen, das ist nicht mehr feierlich. Ich sollte demnächst mal irgendein Mittel dagegen kaufen. Womit wir beim nächsten Problem wären:
  • Einkaufen. Ich besitze kein Auto und bin darauf angewiesen, dass es immer jemanden gibt, der mich zum Supermarkt kutschiert. Andernfalls könnte ich mit dem Bus fahren, aber das ist wirklich nicht so komfortabel und die Fahrpläne der Buslinien sind, nett ausgedrückt, nicht ganz so schön getaktet wie ich das aus Deutschland gewohnt bin.
  • Kochen. Ich meine, ich bin auch in Deutschland nie die große Köchin gewesen und war immer reichlich unmotiviert. Aber hier besitze ich einfach nur eine einzige Herdplatte und nicht mal einen Backofen in meiner kleinen Küchenzeile. Da ist schlichtweg kein Platz, um wirklich vernünftig was zu Essen zu machen.
  • Orientierung. Ich kann kein einziges Schild lesen, ob es nun um die Räume in der Uni oder Preislisten am Kiosk geht.
  • Geld. Es ist alles so unglaublich teuer. Ich wusste, dass ich mich auf ein teures Land einlasse, aber ein bisschen geschockt hat es mich doch. Vier Euro für einen Liter Orangensaft, Vier Euro für eine Packung Käse. Ein spontaner Einkauf kostet hier bestimmt 40 Euro (160 Schekel).

Ansonsten geht es mir aber wirklich gut, wir haben schönes Wetter und alles fühlt sich mehr wie Urlaub an als Studium. Gerade ist es halb zehn Uhr morgens, ich sitze draußen vor meiner Wohnung, sehe strahlend blauen Himmel und Palmen und neben mir singt ein Student israelische Musik mit. So lässt's sich leben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2014
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 31, 2014