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Barrierefrei studieren?

Manchmal müssen Blinde eben draußen bleiben

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

14.05.2008

Ich sollte vor allem die Parlaments- und sonstige Arbeit eines Abgeordneten kennen lernen. Das habe ich dann getan. Nichts machte mich so nervös wie im Plenum zu sitzen, während „mein" Abgeordneter vorne stand und redete. Zugleich war auch dies eine tolle Erfahrung. Den Umgang eines Politikers mit Vereinen konnte ich auch kennen lernen.

Ich könnte zu diesem Praktikum durchaus noch das eine oder andere schreiben. Aber was ist dabei für Blinde das Wichtigste?

Zum Beispiel, dass sie keinen Zugriff auf das Intranet haben. Ich brachte meinen Computer mit Sprachausgabe und Braillezeile selbst mit. Wenn ein Blinder ein Praktikum plant, sollte er zuerst die Schwierigkeiten ausräumen, die auftreten, weil er nicht einfach so an irgendeinem Computer arbeiten kann.

In diesem Fall wurde mir der Zugang zum Internet ermöglicht, sodass ich zumindest recherchieren konnte. Und Mails empfangen :-). Mich für das bundestagsinterne Netz freizuschalten, war hingegen nicht machbar; nicht mit einem externen Rechner, auf den ich aber nun einmal angewiesen bin. Ich fand das schade, aber verständlich. Und als Sebastian mir erzählte, was das Intranet im Vergleich zu der für alle zugänglichen Website http://www.bundestag.de zusätzlich beinhaltet, war mir klar, dass es ohnehin nicht viel mehr ist und nichts Aufregendes. Und ist nicht der Internet-Auftritt des deutschen Bundestages schon kompliziert genug? Wem die Homepage nicht vertraut ist, der sucht oft lange und vergeblich nach einer bestimmten Information.

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