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Master live

WG-Life 2.0

Das Leben in einer WG hat, besonders während des Studiums, viele schöne Seiten – aber ebenso seine Tücken. Nicht immer versteht man sich mit jedem gleich gut, was insbesondere daran liegt, dass man erst im Laufe des Zusammenlebens alle Macken des anderen (oder auch an sich) entdeckt.
Ich lebe seit dreieinhalb Jahren in einer 4er-Wohngemeinschaft mit drei anderen Mädels. Eigentlich. Denn momentan sind wir zu fünft – und da kann es doch schnell eng werden. Ein guter Freund einer meiner Mitbewohnerinnen hat sich vor Kurzem von seiner Freundin getrennt und bevor er mit seinem Hab und Gut auf einer Parkbank nächtigen muss, ist er vorerst bei uns untergekommen. Mal wieder. Nun ist der ohnehin schon viel zu kleine Kühlschrank zum Bersten gefüllt, in der Müllecke stapeln sich die Pizzakartons und der Wäscheständer ist an sieben Tagen in der Woche belegt. Gefühlt schwanken wir in dieser Konstellation derzeit irgendwo zwischen Dauerklassenfahrt und Irrenhaus, weshalb man schnell mal an seine Grenzen gerät – zumindest geht es mir im Moment so.
In Zeiten wie diesen wünsche ich mir oft, dass ich alleine wohnen würde. Ich habe keine Lust, jemand anderem erklären zu müssen, welchen Sinn es hat, den Geschirrspüler anzustellen oder weshalb man seine Wäsche nicht zwölf Stunden lang nass in der Maschine liegen lässt. Trotzdem glaube ich, dass es gut ist, sich auf diese Weise mit anderen auseinandersetzen zu müssen. Dadurch lernt man, deutlich entspannter an Konflikte heranzugehen. Wenn man alleine lebt, kommt man gar nicht erst in solche Situationen.
Ich bin trotzdem heilfroh, wenn wir unsere Wohnung wieder für uns haben.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  May 16, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
May 16, 2017

Master live

Philosophie der Psychiatrie

Ich habe im Bachelor Psychologie studiert und voriges Semester in meinem Master das Wahlmodul „Klinische Neurowissenschaften“ belegt. Nun freue ich mich besonders, diese Fachrichtung noch einmal philosophisch betrachten zu können. Aber es ist erst einmal zu klären, was die Psychiatrie macht und wo der Unterschied zur klinischen Psychologie liegt. Beide Disziplinen beschäftigen sich mit psychischen, also seelischen Störungen. Die Psychiatrie ist jedoch ein Teilgebiet der Medizin und die klinische Psychologie eines der Psychologie. Und da liegt der Unterschied: Mediziner gehen mit anderen Methoden vor als Psychologen. Erstere arbeiten vor allen Dingen auf der gehirnbiologischen Ebene, während Letztere Verhaltensexperimente und Fragebögen als Grundlage zum Verständnis des Seelenzustands verwenden. Beide Disziplinen sind sich darin einig, dass psychische Störungen über eine Abweichung im Erleben oder Verhalten zum Durchschnitt der Bevölkerung diagnostiziert werden können.
Aber was sind psychische Störungen? Genau hier kommt die Philosophie ins Spiel. Denn weder die Medizin noch die Psychologie stellen diese Frage. Denn um experimentell forschen zu können, müssen sowohl die Psychiatrie als auch die Psychologie bereits eine Idee davon haben, was psychische Störungen sein könnten, nämlich biologische Erkrankungen des Gehirns. Nicht jeder Mediziner oder Psychologe geht hiervon aus, aber diese Arbeitsdefinition ist Grundlage der Forschung und die Einbettung von neuen Forschungserkenntnissen in bestehende Theorien stützt sich im weitesten Sinne auf biologische Prinzipien.
Aber, ob psychische Störungen ihrer Substanz nach materiell, also im Gehirn verankert sind, ist nicht bewiesen. Damit beschäftigt sich die Philosophie der Psychiatrie unter anderem. Sie versucht, ausgehend vom Verhältnis unserer erlebten Seele zu unserem Körper zu verstehen, wie Störungen im Erleben und Verhalten entstehen und was sie letztlich darstellen.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  May 15, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
May 15, 2017

Master live

Von verborgenem Können

Als Studierender ist es gar nicht so leicht, zu erkennen, was man alles kann. Anders als bei Studiengängen wie Medizin oder Jura oder Ausbildungsberufen, die zu einer eindeutigen Jobbezeichnung führen, eignet man sich vor allem in den Geisteswissenschaften eine ganze Menge Fähigkeiten an, derer man sich oft gar nicht bewusst ist. Kein Wunder also, dass man durch die Frage, was man nach seinem Studium beruflich machen möchte, in Erklärungsnot geraten kann – nicht nur vor anderen, sondern vor allem auch vor sich selbst. Richtig schwierig wird es aber erst dann, wenn man in einem Bewerbungsschreiben seinen potenziellen künftigen Arbeitgeber von jenem Wissen und Können überzeugen soll, von dem man selbst nicht einmal weiß.
Ich habe mich nicht nur während des Studiums, sondern schon während der Schulzeit des Öfteren gefragt, wozu der ganze Lernstoff gut sein soll. Mathe? Brauche ich bestimmt nie wieder! Goethe? Das interessiert heutzutage doch keinen mehr. Tja, falsch gedacht. Das bemerkte ich bei einem Bewerbungstraining. Dort sollten wir Studierende nicht nur lernen, ansprechende Anschreiben zu verfassen, sondern uns zudem darüber klar werden, was wir können und in den vergangenen Jahren unseres Studiums gelernt haben.
Die Fähigkeiten, die ich in meinem Studium der Deutschen und Englischen Philologie erworben habe, stammen hauptsächlich aus dem Bereich Soft Skills und sind für meinen Berufswunsch der Journalistin überaus wichtig. Dazu gehören beispielsweise sehr gute Textkompetenzen, Recherche, Ausdruck und Orthografie. Dank der unzähligen Hausarbeiten, die ich in den vergangenen Jahren musste, ist es heute für mich ein Leichtes, mich in neue Themen und Sachverhalte einzuarbeiten. Am Ende ist ein geisteswissenschaftliches Studium also doch gar nicht so unnütz wie gedacht. Manchmal braucht man nur einen kleinen Anstoß, um zu erkennen, welches Können unter der Oberfläche verborgen liegt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  May 9, 2017
Autor: Noelle
Rubrik: studium
May 9, 2017