interaktiv

Master live

WG-Life 2.0

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

16.05.2017

Das Leben in einer WG hat, besonders während des Studiums, viele schöne Seiten – aber ebenso seine Tücken. Nicht immer versteht man sich mit jedem gleich gut, was insbesondere daran liegt, dass man erst im Laufe des Zusammenlebens alle Macken des anderen (oder auch an sich) entdeckt.
Ich lebe seit dreieinhalb Jahren in einer 4er-Wohngemeinschaft mit drei anderen Mädels. Eigentlich. Denn momentan sind wir zu fünft – und da kann es doch schnell eng werden. Ein guter Freund einer meiner Mitbewohnerinnen hat sich vor Kurzem von seiner Freundin getrennt und bevor er mit seinem Hab und Gut auf einer Parkbank nächtigen muss, ist er vorerst bei uns untergekommen. Mal wieder. Nun ist der ohnehin schon viel zu kleine Kühlschrank zum Bersten gefüllt, in der Müllecke stapeln sich die Pizzakartons und der Wäscheständer ist an sieben Tagen in der Woche belegt. Gefühlt schwanken wir in dieser Konstellation derzeit irgendwo zwischen Dauerklassenfahrt und Irrenhaus, weshalb man schnell mal an seine Grenzen gerät – zumindest geht es mir im Moment so.
In Zeiten wie diesen wünsche ich mir oft, dass ich alleine wohnen würde. Ich habe keine Lust, jemand anderem erklären zu müssen, welchen Sinn es hat, den Geschirrspüler anzustellen oder weshalb man seine Wäsche nicht zwölf Stunden lang nass in der Maschine liegen lässt. Trotzdem glaube ich, dass es gut ist, sich auf diese Weise mit anderen auseinandersetzen zu müssen. Dadurch lernt man, deutlich entspannter an Konflikte heranzugehen. Wenn man alleine lebt, kommt man gar nicht erst in solche Situationen.
Ich bin trotzdem heilfroh, wenn wir unsere Wohnung wieder für uns haben.

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