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Der Wanderstudent

Blogger David mit einem Pappschild, auf dem MADRID steht.

Autor:
David

Rubrik:
studium

27.11.2023

Im Juni dachte ich noch, dass ich die Idee schlechthin gehabt hätte. Als dezidierter Sommermensch habe ich mir meinen Studienverlaufsplan angeschaut und fleißig ECTS-Punkte gerechnet. Die Lösung dieser Rechnung war eine überraschend kleine Menge an übrigen ECTS-Punkten für mein Bachelorstudium. Der Fleiß im Erasmus hat sich also ausgezahlt. Wie also diese Restpunkte auf die kommenden Semester verteilen? Schnell war mir klar: Im Winter kommt das Praktikum! Am besten schön im Süden, noch mal einen Sommer mitnehmen und die Bachelorarbeit nach hinten schieben.

In meinem Kopf ergab das ziemlich viel Sinn und so begann meine Bewerbungsphase. Ich schrieb alle möglichen Landesvertretungen politischer Parteienstiftungen an und war mir sicher, dass es irgendwo funktionieren müsse. Immerhin war ich pünktlich dran (was nicht unbedingt typisch für mich ist). Das Ende vom Lied ist, dass nach etlichem Hin und Her das Praktikum aller Voraussicht nach im März des nächsten Jahres in Ecuador stattfinden wird. Leider stand gleichzeitig auch fest, dass ich mein Zimmer im Wohnheim räumen muss und meine HiWi-Stelle zu Ende gehen wird. Ohne Dach über dem Kopf und ohne Job ging es also perspektivisch in das neue Semester. Überraschenderweise habe ich einen neuen Job, ohne eine Wohnung zu haben, finden können. Das mit der Wohnung in Freiburg war mir leider schon zu Beginn klar: Es würde ein Ding der Unmöglichkeit werden. Und so kam es auch.

Auch nach fast zwei Monaten habe ich immer noch keine WG gefunden, obwohl meine Ansprüche keineswegs hoch sind. Die Welle an Erstis im Oktober hat da auch nicht geholfen. Einziger Vorteil ist mein relativ großer Freundes- und Bekanntenkreis in Freiburg. So ziehe ich also von Freund zu Freundin durch die Stadt für die nächsten Wochen, während ich weiterhin auf der Suche nach einem bezahlbaren Zimmer mit netten Menschen bin. So schön es auch ist bei Freund*innen zu sein, freue ich mich natürlich auf ein eigenes Dach über dem Kopf. Die nächste Besichtigung ist in ein paar Tagen und ich habe große Hoffnung, dass es diesmal funktionieren wird. Dass die Wohnlage so aussichtslos ist, hätte ich mir nach drei Jahren in Freiburg doch nicht erdenken können.

Das Hauptproblem scheint dabei nicht einmal der Mietpreis zu sein, sondern, dass es schlichtweg keinen Wohnraum gibt. Irgendwie ist Freiburg anscheinend so schön, dass niemand mehr weggehen möchte …