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Die Radtour

Autor:
Conny

Rubrik:
studium

21.08.2020

Schon lange wollte ich einmal den Saale-Radweg befahren. Immerhin verläuft die über 400 Kilometer lange Strecke entlang der Saale auch am Haus meiner Eltern. Diesen Sommer bot sich dank der internationalen Reisebeschränkungen die Möglichkeit, meine Heimat mit dem Rad zu erkunden, geradezu an. Zusammen mit meiner Freundin suchte ich mir eine Etappe aus, die für uns als untrainierte Radler in zwei Tagen zu schaffen war. Vor allem die Steigung galt es zu beachten. Wer sich von Norden gen Süden auf den Weg macht, tritt von Halle aus gegen die thüringischen Berge an. Also entschieden wir uns für die Gegenrichtung. Fahrradkoffer liehen wir uns bei Freunden und unsere alten Räder brachten wir selbst wieder auf Vordermann.
Dann ging es los. Vor der Haustür stiegen wir auf und fuhren ganze zehn Minuten bis zum nächsten Regionalbahnhof. Von dort brachte uns der Zug nach Bad Kösen. Nach einer ausgiebigen Sonnencreme-Dusche starteten wir nach Norden, durch Weinberge und kleine Dörfer hindurch bis nach Naumburg, wo wir für ein spätes Frühstück einkehrten. Der Fluss, unser treuer Begleiter, zeigte sich mal entfernt und mal ganz dicht neben uns. Für die Übernachtung hatten wir ein Hotel in Bad Dürrenberg reserviert. Bei angenehmen 20 Grad war unser Tagespensum von vierzig Kilometern gut zu schaffen und die Steigung war meist auf unserer Seite. Im Hotel angekommen wollten wir trotzdem nur noch duschen, denn schweißtreibend ist diese Art des Reisens auf jedem Fall.
Der nächste Tag führte uns schon wieder nach Hause in den Norden von Halle. Auch wenn der Radweg diesmal nicht ganz so gut ausgebaut war und wir teilweise unschöne Ecken befuhren, waren auch hier die Eindrücke spannend. Einen kleinen Stopp zum Baden und Verschnaufen machten wir auf halber Strecke bei meiner Tante. Danach besuchten wir noch meinen Cousin, der in Merseburg gerade ein historisches Gebäude ausbaute. Am Abend trafen wir erschöpft, aber auch beseelt zuhause ein.
Wir haben diese für uns neue Art des Reisens sehr genossen. Viel unmittelbarer ließen sich Natur und Städte erleben. Außerdem kamen wir ab und zu in Kontakt mit Anwohnern oder anderen Fahrradtouristen, was immer sehr nett war. Die idyllische Strecke war voller Abwechslungen zwischen prachtvollen Städten, endlosen Feldern und natürlich der Saale. Ein Erlebnis mit Wiederholungsbedarf!

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