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Bachelor live: Ferienjob

Ein Porträt-Foto von Lina

Autor:
Lina

Rubrik:
studium

23.09.2022

Für meine beiden kleinen Geschwister hat diese Woche die Schule wieder begonnen. Normalerweise könnte ich jetzt schadenfroh sein und sie damit necken, dass sie jetzt wieder um 6:45 aufstehen müssen. In den letzten zwei Wochen war ich jedoch immer diejenige, deren Wecker um 05:00 klingelt und die damit ganze zwei Stunden früher aufstehen muss, als meine Geschwister selbst.

Ich habe nämlich einen Ferienjob bei einer Firma bei uns im Ort – für fünf Wochen, von denen ich mittlerweile zwei hinter mich gebracht habe. 

Meine Aufgabe besteht einfach gesagt darin, Dinge zusammenzuschrauben. Um 6 Uhr beginnt die Arbeit, um 14 Uhr ist Schluss – dazwischen habe ich zweimal Pause. Ich muss schon zugeben, dass die Arbeit ziemlich langweilig und mundan ist. Ich mache fast immer das gleiche, denn auch, wenn die Teile sich ändern, sitze ich trotzdem am selben Tisch, in der gleichen Position für 7 Stunden und 15 Minuten und stecke, baue und schraube. Auch wenn ich ziemlich früh aufstehen muss, bin ich doch froh, die Frühschicht zu haben. So kann ich den Nachmittag noch nutzen, auch wenn ich dann meistens ziemlich erschöpft bin. 

Außer mir arbeiten zurzeit auch noch zwei andere Ferienarbeiterinnen dort, mit denen ich mich zum Glück gut verstehe und auch die Pausen verbringe. Unser Lohn ist nicht gerade hoch, wir dürfen während der Arbeit keine Musik hören und besonders abwechslungsreich ist unsere Aufgabe in der Handmontage auch nicht wirklich. Trotzdem bin ich dankbar für den Job – erstens kann ich das verdiente Geld für mein Studium und meine Miete sparen, zweitens habe ich zumindest die Hälfte des Tages etwas Sinnvolles zu tun. Was auch gut ist, ist, dass die Atmosphäre wirklich angenehm ist und die anderen langjährigen Mitarbeiterinnen sehr lieb und hilfsbereit sind. 

Zudem führt diese Arbeit mir vor Augen, wie dankbar ich sein kann, die Möglichkeit zu haben, zu studieren. Denn auch, wenn ich froh bin, als Ferienarbeiterin dort jobben zu können, möchte ich das doch nur sehr ungern mein Leben lang machen. Durch die Arbeit dort aber ermögliche ich mir mein Studium und damit später auch eine Arbeit, die mich tatsächlich erfüllt. Eins werde ich wohl aber nach den drei Wochen, die noch vor mir liegen, vermissen: Den wöchentlichen Obstkorb und die vielen Kekse, die täglich an uns verteilt werden.