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In zwei Stunden um die Welt

Autor:
Enne

Rubrik:
studium

03.07.2020

Vor kurzem habe ich an einem internationalen Seminar im Internet teilgenommen. In diesem Online-Austausch habe ich Studierende kennengelernt, die in den USA, auf dem afrikanischen Kontinent und im Vereinigten Königreich studieren. Sie haben ihre Universitäts- und Lebenssituation währende der Pandemie geschildert, die auf die eine oder andere Weise meiner sehr ähnlich oder auch vollkommen anders war.

Vor allem bei den Studierenden auf dem afrikanischen Kontinent haben sich die Umstände extrem verändert, da viele zu ihren Familien und raus aus der Stadt ziehen mussten. Sie wurden da sofort in das Familienleben eingebunden und mussten den Eltern bei der Arbeit helfen oder auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, was sie vom Lernen abgehalten hat. Ein Student aus Marokko hat uns auch erzählt, dass viele Studierende Probleme mit dem Internet oder den technischen Geräten haben. Nicht nur das Arbeiten für die Universität, auch das Arbeiten für den Lebensunterhalt war kaum oder gar nicht mehr möglich, was zusätzliche Schwierigkeiten barg.

Wir redeten auch über die psychische Belastung, welche diese Zeit mit sich brachte. Einige erzählten sogar, dass sie wegen solcher Gründe ihr Studium unterbrochen oder ganz aufgegeben hatten. Mir wurde klar, wie glücklich ich sein konnte, trotz der Ausnahmesituation weiterstudieren und relativ „normal“ leben zu können. Es gab jedoch auch eine Diskussion über die Aspekte der Pandemie-Zeit, die in gewisser Weise bereichernd waren. Besonders Privilegien, die man vorher als selbstverständlich angesehen hatte, wurden vielen wieder bewusst. Wir redeten auch über Social-Media-Kanäle oder Streaming-Portale, die uns nach einem ganzen Tag vor dem Laptop oder dem Handy nicht mehr wirklich zum Zeitvertreib oder Entspannen dienten, sondern dass uns nun ein Spaziergang an der frischen Luft mehr brachte. Einige verbrachten mal wieder eine längere, schöne Zeit mit ihrer Familie oder in ihrer Heimatstadt, die sie ewig nicht besucht hatten, und lernten dort nochmal ganz neue Orte und Menschen kennen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir, egal auf welchem Kontinent wir waren, uns durch unsere oft ähnlichen Erfahrungen miteinander verbunden fühlten.

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