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Bachelor live: Selbstoptimierung

Autor:
Lee-Ceshia

Rubrik:
studium

13.10.2021

Motto der Y-Generation ist, dass wir über uns hinaus wachsen sollen und die beste Version unseres Selbst sein sollen. Aber was ist denn daran so falsch einfach ich zu sein? Einfach ein Kind dieser Welt – mit  meinen Macken und Stimmungsschwankungen? Denn genau das ist es was uns dieses Moto sagt: „DU bist nicht gut genug, du kannst besser sein als jetzt.“ Bis zu einem gewissen Punkt sehe ich den Sinn dahinter. Sehe ich, dass ein paar Optimierungen nicht schaden können. Doch das bedeutet auch Druck – ich spüre ihn, wenn ich im Bett liege und Serien gucke oder spazieren gehen statt produktiv zu sein.
Das Problem dahinter ist nicht, dass wir das machen. Sondern, dass wir das in Frage stellen und uns Genuss schlecht reden. Wir können gut prokrastinieren. Sehr gut sogar, doch bestimmt auch zum Teil, weil wir von der Gesellschaft einen Druck erhalten, den wir einfach nicht mehr standhalten. Letztens hörte ich ein Gespräch, wo ein älterer Herr sagte, „nach dem Krieg, da mussten alle ran, egal wie kaputt sie waren.“ Ja, das stimmt, nach dem Krieg mussten alle ran. Wir sind jedoch erstens nicht mehr im Krieg und zweitens wollen wir auch nicht wie die Vorgängergenerationen alle Emotionen verdrängen, die wir fühlen. Ihr merkt doch, Gefühle kommen immer zu einem zurück, oder? Wie ein Boomerang. Deshalb plädiere ich dafür, öfters einen Schritt zurückzugehen und nicht immer nur nach vorne.