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Master live: Auswendiglernen

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

01.08.2022

Ich mag es nicht, auswendig zu lernen. Es macht mir keinen Spaß und ich lerne langfristig nichts dabei. Das war bei mir schon immer so. In der Schule beim Vokabellernen, in Biologie oder wenn es darum ging, ob das Mitochondrium das Kraftwerk der Zelle ist. Mir haben Fächer Spaß gemacht, bei denen man etwas verstehen musste und anwenden konnte. So war ich in Mathe und Physik, aber auch in Deutsch oder Sozialkunde ein sehr guter Schüler. Komischerweise waren die Fächer Sozialkunde und Geschichte die Ausnahme. Trotz des vielen Auswendiglernens hatte ich auch hier großen Spaß. In den „Auswendiglern-Fächern“ hatte ich aber durchaus immer Probleme mit den Lehrer:innen, weil diese mein Argument, ich würde dabei eh nichts länger als bis zur Klausur behalten, nicht unbedingt geteilt haben.

Aber warum erzähle ich dir jetzt davon? Der Grund ist recht einfach: Ich will dir sagen, dass es okay ist, wenn es dir auch so geht. Es gibt ja immer wieder die Kritik, dass Schule nur Auswendiglernen ist und das wichtig ist, um später irgendwas machen zu können. Aber im Endeffekt ist nach der Schule wesentlich weniger Auswendiglernen angesagt als währenddessen. Klar, auch während einer Berufsausbildung muss man in der Berufsschule lernen und wenn man studiert, eh. Aber Ausbildungen mit purem Auswendiglernen gibt es nicht, weil man immer noch den Praxisbezug hat. Das gilt natürlich auch für duale Studiengänge.

In einem regulären Studium ist das ein bisschen komplizierter. Denn ich würde schon sagen, dass es durchaus Studiengänge gibt, die einen großen Anteil an Inhalten haben, die auswendig gelernt werden müssen. Aber wenn man nicht gerade in die Medizin gehen will, gibt es genügend Möglichkeiten, in denen das „Verstehen“ vor dem „Auswendiglernen“ steht. Und das Gute: Diese Möglichkeiten gibt es sogar in allen Bereichen. Von Mathe und Physik in den MINT-Studiengängen, über künstlerische Studiengänge bis hin zu gesellschaftswissenschaftlichen Studiengängen. An den Beispielen erkennst du schon: So ganz ohne geht es nie. Aber die Art des Auswendiglernens kann je nach Bereich sehr unterschiedlich ausfallen. In meinem Studiengang Soziologie zum Beispiel muss man am Anfang relativ viel lernen. Aber mir fällt es leichter, irgendwelche konkreten spannenden Theorien zu lernen als komische lateinische Bezeichnungen von Blumen oder Handgelenken. Dass das bei anderen anders ist, ist natürlich auch komplett egal. Am Ende bleibt die beste Motivation fürs Lernen die eigene Begeisterung und das eigene Interesse. Und das sollte auch das Hauptmerkmal sein, nach dem man sich seinen Studiengang oder seine Ausbildung aussucht.

Bis bald,

Dein Antoine