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Master live: Das ewige Dilemma

Ein Porträt-Foto von Bo

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

08.10.2020

Seit der Bologna-Reform kann man sich die Bachelor- und Masterstudiengänge als eine Art vorgegebene To-Do Liste vorstellen. Module, Leistungspunkte und Modulabschlussprüfungen sind klar eingeteilt. Um das Ziel (einen erfolgreichen Abschluss) zu erreichen, müssen jene fein säuberlich von der Liste gestrichen werden. Dieses System verspricht Transparenz, Sicherheit und Erfolg – so zumindest im Lehrbuch. Ich kenne viele Personen, die ein paar Semester länger gebraucht haben als die vorgegebene Semesterzahl im Modelstudiengang. Private Gründe, Auslandserfahrungen, Praktika und gesundheitliche Faktoren sind nur einige Aspekte, die studienverlängernd wirken können. In meinem Bachelor habe ich mein Studium offiziell in fünf Semestern geschafft – trotz Auslandssemester und Praktika. Darauf war ich immer sehr stolz und hatte das klar abgesteckte Ziel, es genauso im Master zu schaffen. Ich dachte, dass ich mein funktionierendes System einfach kopieren und eins zu eins auf die neue Situation anwenden kann. Inzwischen weiß ich, dass nicht immer alles so läuft wie geplant. Aktuell versinke ich in Hausarbeiten und Projekten und würde am liebsten mit allem aufhören, da der Zeitdruck mich lähmt. Ehrlicherweise ist es ein selbstauferlegter Druck, da es offiziell keine Deadlines gibt. Dennoch ist mir bewusst, dass in ein paar Monaten mein Volontariat beginnt und ich dann nur sehr wenig Zeit haben werde, um dieses Studium erfolgreich abzuschließen. Ich muss so viel wie möglich davor schaffen, um eine Chance auf den Master-Abschluss zu haben. Dieser immense Druck macht es nicht besser, zumal viele meiner Projekte Kreativität verlangen und diese leider nicht auf Knopfdruck verfügbar ist. Daher werde ich in den nächsten Tagen erstmal einen Cut machen und schauen, was ich tatsächlich schaffen und wie ich diese Verpflichtungen am besten umsetzen kann.