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Master live: Der Himmel über Wien

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

15.12.2020

Den Ruf einer regenreichen Stadt hat womöglich London. Doch ich bin überzeugt, in Wien regnet es mehr.

Seit über einem Jahr lebe ich in der Stadt und habe ein wenig das Gefühl, nur Wolken mitgebracht zu haben. Sämtliche Wiener in meinem Umfeld behaupten, dass diese Wetterphänomene nicht normal seien, dass es sonst nicht soviel regnen würde und es auch nicht so grau wäre. Ich weiß nicht, ob ich das glauben kann, dafür weiß ich mittlerweile, dass das hiesige Wetter ziemlich aufs Gemüt schlagen kann.
Klar, Regen ist aktuell wichtiger denn je. Doch das Wiener Wetter der letzten Monate bestand vor allem in der ersten Jahreshälfte vielmehr aus ärgerlichem Hin-und-her-Wetter. Wenn es sich doch einfach ehrlich einregnen würde. Aber nein. Ging man für einen Spaziergang nach draußen, konnte man sich sicher sein, dass man selbst wenn man das Haus bei strahlendem Sonnenschein verließ, im strömenden Regen heimkehren würde. Es regnete im unpraktischen 45-Minuten-Takt. Auch im Sommer gab es einiges an Niederschlag und Gewittern.
Mehr noch als der Regen schlägt aber das ewige graue Einerlei aufs Gemüt. Am Morgen bricht kaum Licht durch die Jalousien, denn dicke, schwere, graue Wolken hängen über der Stadt. Gerade im Lockdown eine sehr triste Angelegenheit; um rauszugehen, muss man sich schon sehr überreden. Cafés haben geschlossen, die Uni findet am Schreibtisch statt und Anreize, die Wohnung zu verlassen gibt es folglich nur kaum.
Doch vermutlich ist mein Jammern nur Klagen auf hohem Niveau. Und etwas Positives hat die ganze Geschichte ja auch: Wenn mal das Unfassbare passiert, und die Sonne scheint, freut man sich hier umso mehr.