zum Inhalt

Master live: Museum

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

25.08.2021

Nachdem mein Praktikum vorbei war und ich noch zwei Wochen bis zu meinem Umzug hatte, konnte ich dem ganzen Tag meinen Hobbies und Interessen widmen. Dazu gehört es auch in Museen zu gehen, besonders in Kunstmuseen. Für den perfekten Museumstag müssen mehrere Prämissen zutreffen: Es muss erstens ein Tag sein, an dem ich keine weiteren Termine mehr habe. Stell dir vor, du hast in einem Kunstmuseum gerade deine Lieblingskünstlerin oder deinen Lieblingskünstler entdeckt und bewunderst die Kunst und auf einmal musst du aufspringen, weil du noch einen Termin bei deiner Bank hast. Allein der Gedanke daran, dass ich noch Termine habe, kann meinen ganzen Museumsaufenthalt beeinflussen. Zweitens muss es ein Tag sein, an dem ich nicht gestresst oder schlecht gelaunt bin. Denn Kunst ist – Achtung Kalenderspruch – immer nur ein Spiegelbild unserer Selbst. Du kannst das gerne mal im Selbstversuch überprüfen. Wir nehmen je nach Stimmung eine Ausstellung komplett anders auf. Und ich habe für mich gemerkt, dass mir bei schlechter Laune die Kunst nicht so gefällt wie bei guter Laune. So einfach ist das. Der dritte Punkt ist quasi ein Gimmik, denn ich gehe besonders gerne in Museen, wenn ich eine gewisse Schwere oder Leere fühle und ein Motivationstief habe. Schwere und Leere sind auf den ersten Blick einfach „schlecht gelaunt“, aber genauer gesagt sind sie eben die Abwesenheit der schlechten Laune – gleichzeitig aber auch die Abwesenheit guter Laune. Mit Motivationstief meine ich, dass es manchmal Tage gibt, an denen ich einfach keine Lust habe. Ich habe keine Lust zu malen, Musik zu machen, zu lesen, zu spazieren, zu fotografieren, zu schreiben, zu lesen, meine Lieblingsplatten aufzulegen. Was die beiden Gemütszustände nun verbindet ist die Tatsache, dass meine geistige Aufnahmebereitschaft gerade nicht getriggert wird. In ein Museum zu gehen ist der perfekte Hebel, um wieder Fahrt aufzunehmen. Meistens bin ich im Museum so inspiriert, dass ich es nicht mal mehr bis nach Hause aushalte. Ich beginne im Museum selbst schon damit, mir Gedanken oder Skizzen in mein Notizbuch oder Handy zu kritzeln. Zuhause angekommen kann ich es dann gar nicht mehr erwarten endlich loszulegen. Das ist ein schönes Gefühl, das im großen Gegensatz zu der Lustlosigkeit vor dem Museum steht. Probiere doch das nächste Mal, wenn dir langweilig ist aus, einfach in das nächste Kunstmuseum zu gehen!