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Master live: Auszeit in den Bergen

Autor:
Moni

Rubrik:
studium

04.08.2021

Kurz nach dem Abschluss des letzten Semesters und vor dem Beginn meines Masterarbeit-Schreibmonats August verbrachten mein Freund ich eine Woche in den Bergen. Hätte mich vor wenigen Jahren jemand gefragt, ob ich Lust auf Wanderurlaub hätte, hätte ich dankend abgelehnt. Wandern war etwas, das ich mit Fremdbestimmung verband, mit Klassenfahrten und langweiligen Strecken, auf denen man lange lief, die Füße schmerzten und sich verhältnismäßig wenig von der Umgebung veränderte. So ziemlich das Gegenteil von Erholung also.

Doch seit wir uns vor zweieinhalb Jahren auf einer Reise nach Neuseeland mitreißen ließen, das berühmte „Tongariro Crossing“ zu machen – eine 19,4km Wanderung über einen Vulkan – veränderte sich meine Einstellung. Zugegeben, ich habe diese Entscheidung, den Vulkan zu überqueren, währenddessen verflucht. Doch als wir nach siebeneinhalb Stunden endlich am Ziel angekommen waren, überkam mich der intensivste Stolz, den ich seit langem gespürt hatte. Wir hatten es geschafft! Seitdem sehne ich mich nach einem ähnlichen Erlebnis. Und da wir beide das dringende Bedürfnis hatten, unsere Augen nach der andauernden Bildschirmbeleuchtung zu schonen, kamen wir auf den Gedanken, unseren nächsten Urlaub in Süddeutschland zu verbringen. Ein bisschen albern fühlten wir uns schon, erst Urlaub in Bayern zu machen, nachdem wir fast ans andere Ende des Landes gezogen sind, anstatt als wir noch in Franken studiert haben. Aber alles zu seiner Zeit.

Da wir kein Auto haben, reisten wir mit dem Zug nach Garmisch-Partenkirchen, was super funktionierte. Die Stadt hat uns auf Anhieb gefallen mit den vielen Gaststuben, Cafés, Bäckereien und schön verzierten Häusern. Leider war für die ganze Woche Regen angesagt. Diese Vorhersage bewahrheitete sich zwar zum Glück nicht ganz – oft blieb es trocken und hin und wieder schaute auch die Sonne hervor – doch es machte uns etwas vorsichtig in unserer Planung. Immerhin wollten wir ungerne bei Gewitter auf der Zugspitze sein. Ganz so ambitioniert wie die Wanderung in Neuseeland wurden unsere Ausflüge zwar nicht, doch wir erkundeten die Gegend einfach in unserem Tempo (das praktischerweise ziemlich deckungsgleich ist). Die Wanderung um den Eibsee war wunderschön, wir machten eine aufregende Fahrradtour bis nach Österreich, probierten uns durch verschiedene Restaurants oder kochten einen Gnocchi-Auflauf in unserer Unterkunft. Als es am Sonntagabend regnete, machten wir es uns auf dem Sofa gemütlich und schauten Tatort. An einem anderen Abend gingen wir ins Kino und als wieder gutes Wetter war, machten wir einen Ausflug zur Sommerrodelbahn und spazierten im Anschluss durch malerische Landschaften an der Partnach, einem langen Gebirgsfluss. Zuletzt waren wir noch am Kochel- und am Walchensee, wanderten auf dem Herzogstand und haben nun viele schöne Erinnerungen und Fotos im Gepäck. Die Urlaubswoche tat unfassbar gut und ich fühle mich gut gewappnet, nun wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen!