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Master live: Soziologie - Worüber spricht man da eigentlich?

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

27.01.2022

Nachdem ich in meinem letzten Blog versucht habe, einen kurzen Abriss über die Soziologie zu geben, möchte ich dir heute einen Bereich der Soziologie etwas genauer näherbringen, damit du eine ganz grobe Idee davon bekommst, was uns in der Soziologie so interessiert. Wenn dich die Thematik besonders interessiert, fühl dich frei, dich noch genauer einzulesen. In einem kurzen Blogbeitrag kann ich natürlich nicht allzu sehr ins Detail gehen.

Eva Illouz ist eine Soziologin aus Marokko und lehrt gerade in Jerusalem und Paris. Bekannt wurde sie vor allem durch Ihre Soziologie der Emotionen. Eine der Fragestellungen, zu der sie sehr lange forschte, ist, wie sich unsere romantischen Beziehungen durch den Kapitalismus oder den Einfluss von Massenmedien verändern. Konkret geht es darum, was es mit uns macht, wenn wir Programme wie Tinder oder Grindr verwenden oder wie das Bild von Liebe in der Werbung uns beeinflusst. Es geht aber auch darum, wie in der Werbung beispielsweise kaum ein Produkt mehr mit dem eigentlichen Nutzen beworben wird, sondern über Emotionen verkauft wird – über die Emotionen in der Werbung selbst, aber auch über die Emotionen, die die Werbung bei uns, den potenziellen Käufer*innen auslösen. Sie analysiert aber auch, wie Menschen sich gegenseitig wahrnehmen oder auf was sie bei der anderen Person achten.

Ich selbst habe in meinem Bachelorstudium Hausarbeiten zu ganz verschiedenen Themen geschrieben. Über sexualisierte Gewalt auf Tinder oder Gentrifizierungsbewegungen in Erlangen bis hin zu dem Konsum auf sozialen Medien oder dem Leistungsdruck im Studium gibt es unzählige Bereiche, in denen man sich spezialisieren kann.

Um zum Abschluss noch zwei kuriose Bereiche in der Soziologie zu nennen: Die „Soziologie des Aufzugfahrens“ hat untersucht, wie sich Menschen in einem Aufzug verhalten. Das Ergebnis: Ältere und ranghohe Männer stehen meistens an der hinteren Wand, jüngere Männer eher mittig. Frauen stehen meistens vorne an der Tür und schauen konsequent auf den Boden. Männer hingegen eher auf die Stockwerkanzeige, sich selbst oder den Spiegel. Daneben gibt es auch noch die Soziologie der öffentlichen Toiletten, in der nicht nur untersucht wird, warum es überhaupt getrennte Toiletten gibt, sondern auch, warum Männer auf der Toilette eher nicht sprechen und bei Pissoirs immer mindestens eines freilassen.