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Master live: Studium vs. Freizeit

Autor:
Britta

Rubrik:
studium

12.11.2020

Die ersten drei Vorlesungswochen liegen hinter mir. Es war aufregend und anstrengend, hat aber auch eine Menge Spaß gemacht. Dennoch gibt es etwas, das mir fehlt: meine Freizeit.

Wenn ich frei habe, bin ich wahnsinnig gerne unter Menschen und übe gesellige Hobbies, wie etwa Impro-Theater aus. Dass das aktuell leider grundsätzlich kaum möglich ist, bedarf wohl keiner genaueren Erläuterung mehr. Was jedoch möglich wäre und ich mindestens genauso sehr genieße, sind ruhige Momente, die ich für mich allein habe. Dann koche ich, gehe spazieren oder lese stundenlang und konzentriere mich nur darauf. Doch bedauernswerter Weise bleibt auch dafür momentan nicht viel Raum. Die Zeit zwischen den vielen Vorlesungen, Übungen und Tutorien reicht gerade so für die typischen Alltagspflichten in Haushalt & Co.
Um mir trotzdem einen entspannenden Ausgleich zu schaffen, verbinde ich das Notwendige mit den Schönen. Den Weg zum Supermarkt lege ich nicht, wie früher, als ich noch gearbeitet habe, mit dem Auto oder dem Fahrrad zurück. Ich nutze die Gelegenheit jetzt für mehrere Spaziergänge pro Woche, indem ich zu Fuß gehe und immer nur das kaufe, was ich akut benötige. Dabei höre ich meist Hörbücher oder Podcasts und gleiche somit auch noch die fehlende Lesezeit aus.
Was ich dennoch schade finde: Im Gegensatz zu der Zeit, in der ich gearbeitet habe, habe ich keinen freien Wochenenden mehr. Die meisten Studierenden kennen es: Man nutzt den Samstag und Sonntag, um den Stoff der Studienmodule nachzuarbeiten, vorzubereiten oder – im Rahmen des Online-Semesters – Vorlesungen anzusehen. Gönnt man sich einen oder sogar zwei Wochenendtage Pause, plagt einen, aufgrund der nicht kürzer werdenden To-Do-Liste, das schlechte Gewissen.
Meiner Motivation hat das bislang keinen Abbruch getan. Die schönen Aspekte des Studiums überwiegen. Was ich früher nie für möglich gehalten hätte, ist eingetreten – ich habe Freude an Wirtschaftsmathe-Übungen, ich freue mich auf die Vorlesungen in der Kulturinformatik und finde den Programmierkurs sehr spannend. Am meisten Spaß bringen natürlich die digitalen Lerngruppen mit meinen Komilliton*innen.
An die mangelnde Freizeit werde ich mich mit Sicherheit nur schwer gewöhnen. Trotzdem: Nach zwei Jahren Festanstellung weiß ich das Studium mehr zu schätzen, als ich es während meines Bachelor-Studiums getan habe. Auch, wenn es angesichts der fehlenden Freizeit zunächst paradox klingt, habe ich das Gefühl, seit längerer Zeit mal wieder etwas nur für mich zu tun.