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Master live: Das Superwahljahr - Teil 3

Ein Porträt-Foto von Ferdinand

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

14.01.2022

Am zweiten Wahltag verfolge ich am Nachmittag gespannt die Ergebnisse der Wahl. Anders als in Deutschland gibt es in Tschechien keine Hochrechnungen und somit auch keine „18:00-Uhr-Prognose“, was das Ganze nochmal deutlich spannender macht. Stück für Stück färben sich die einzelnen Wahlkreise auf der Tschechienkarte auf meinem Telefon in den verschiedenen Farben der Parteien ein, die Balken der einzelnen Parteien bewegen sich auf und ab. Nach und nach werden die Ergebnisse deutlicher, doch spannend bleibt es bis zum Schluss.

Das Ergebnis fällt am Ende anders aus, als es wohl manch einer erwartet hätte. Wahlsieger ist mit einem Vorsprung von 0,67 Prozent das Parteienbündnis aus drei Mitte-Rechts-Parteien Spolu, doch auch die populistische Partei des Premierministers ANO erklärt sich für den Gewinner – hat sie doch aufgrund des Wahlsystems einen Sitz mehr im Parlament ergattert. Noch am Abend verkündet Spolu, mit dem Parteienbündnis aus Piraten- und Bürgermeisterpartei die Regierung bilden zu wollen, mit der ANO wolle man sich nicht einlassen. Doch wen der Präsident am Ende mit der Regierungsbildung beauftragt ist bisher unklar – dieser liegt seit dem Tag nach der Wahl auf der Intensivstation, ohne dass die Öffentlichkeit über seinen Gesundheitszustand informiert wäre.

Und so mag in der tschechischen Politik passieren, was auch passieren mag. Regierungen kommen und gehen, nichts ist sicher. Außer, dass es nach wie vor spannend sein wird, die politischen Ereignisse im Land zu verfolgen.