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Medizin studieren: Alleine wohnen

Autor:
Maril

Rubrik:
studium

10.09.2021

Mit dem Beginn meines Studiums bin ich – wie wohl die meisten Studierenden – von zu Hause ausgezogen und lebe nun in einer eigenen Wohnung. Gut, das ist vielleicht ein wenig übertrieben. So wirklich ausgezogen bin ich nicht, da ich mindestens ein Wochenende im Monat bei meinen Eltern verbringe. Auch mein Pflegepraktikum leiste ich in einem Provinzkrankenhaus nahe meines Heimatdorfes ab, so dass ich wieder in meinem alten Kinderzimmer schlafen kann, in meinem „richtigen Zuhause“. So nenne ich es gern, denn mittlerweile bezeichne ich auch meine Wohnung in Leipzig, wo ich studiere, als mein Zuhause. Dabei ist „meine Wohnung“ womöglich missverständlich. Es ist ein Zimmer im Studentenwohnheim innerhalb einer 2er-WG, so dass ich mir Bad und Küche teile. Ich liebe mein Wohnung, auch wenn sie recht klein ist und die Ungewissheit, wer wohl als nächstes in das andere Zimmer einziehen wird, zermürbend sein kann. Meine letzte Mitbewohnerin war eine ehemalige Klassenkameradin und gute Freundin von mir, die ebenfalls Medizin in Leipzig studiert. Mittlerweile hat sie sich dazu entschlossen auszuziehen: zu wenig Platz, zu laut, nervige Nachbarn, häufig kleine laute Partys vor oder irgendwo im Studentenwohnheim. Sie hat sich nun eine Einzimmerwohnung etwas außerhalb des Zentrums gemietet und da es in Leipzig viele Studentenwohnheime und gar nicht mal so viele Interessenten gibt, ist es wahrscheinlich, dass ich erst einmal alleine wohnen werde. Ich selbst hätte mich vermutlich nicht dafür entschieden alleine zu wohnen.

Nicht, dass ich der übermäßig kommunikative Typ wäre, der mit jeder neuen Bekanntschaft eine innige Freundschaft aufzubauen versucht, doch ich hab es irgendwie ganz gern zu wissen, dass noch jemand in der Wohnung ist. Natürlich höre ich auch gern mal laut Musik und freue mich, auch mal auf niemanden achten zu müssen. Natürlich hab ich gern meine Ruhe beim Lernen. Und natürlich schätze ich Privatsphäre. Trotzdem scheint mir mit einer weiteren Person zusammen zu wohnen eine angenehme Vorstellung zu sein, zumindest angenehmer als ein Teil der wachsenden Gruppe an Singlehaushalten zu werden. In manchen Städten stellen sie immerhin über 50% der Haushalte. Für mich wäre eine Einzimmerwohnung wohl nicht das richtige. Aber vielleicht schätze ich auch die Vorzüge des alleine Wohnens falsch ein, weil ich es noch nie aktiv erlebt habe. Nun, ich werde es bald erfahren, wenn ich infolge des Auszugs meiner bisherigen Mitbewohnerin gezwungenermaßen erst einmal alleine wohnen muss.