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Praktikum im Studium: Jetzt ist Sommer

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

13.07.2021

Bei allem was ich so in den Nachrichten gelesen habe, haben wir wohl alle im letzten Jahr gelernt, dass es nicht immer das Backpacking in Thailand, der Roadtrip durch die USA, Saufen auf Mallorca oder Shopping in Dubai sein muss. Im Gegenteil: Wohnmobile und -wägen hatten einen riesigen Boom, Hotels innerhalb Deutschlands einen gewaltigen Ansturm. Eigentlich ist es ja super nice, weil diese Form des Reisens schon mal auf jeden Fall besser fürs Klima ist. Und insgeheim wissen wir doch, dass Paderborn mindestens genauso vielversprechend klingt wie Palma de Mallorca. Abseits der Attraktivität geographischer Orte finde ich aber noch etwas ganz cool, und zwar die Pluralisierung der Reiseformen.

Ich habe das Gefühl, dass für Viele die 08/15 Pauschalreise mit all-inclusive und All you can drink an Sex-Appeal verliert. Hat das etwas damit zu tun, dass wir im Lockdown alle schon in unseren geschlossenen Räumen saßen und all-inclusive in den Fernseher geschaut haben? Statt dem verhältnismäßig langweiligen Hotel-Urlaub machen viele Leute jetzt eine mehrtägige Radtour, eine (Pilger-)Wanderung, eine Kanutour oder einen Roadtrip mit dem Auto oder Zug. Mir gefällt es besonders, dass für Jede und Jeden etwas dabei ist. Ich persönlich finde momentan Wandern und Kanutour am coolsten (mehr dazu bald). Tatsächlich habe ich das Wandern hauptsächlich für mich entdeckt, weil mir Fahrrad fahren momentan ärztlich verboten ist. Lustig, eigentlich ja genau dasselbe wie mit den Hotel-Urlaubern. Bei mir ist es der Arzt, bei den Auslandsreisenden die Corona Pandemie.

Aber eine Sache ist mir noch aufgefallen, die ich dir als Denkanstoß mitgeben möchte. Denn eine Gemeinsamkeit haben die vier ziemlich populären Urlaubstypen ja: Man ist bei dieser Form des Urlaubs ständig auf Tour, mal langsamer, mal schneller. Was ich mich aber auch gefragt habe, ist: Lernt man einen Ort oder eine Gegend nicht viel besser kennen, wenn man nicht ständig auf dem Sprung ist? Wenn man beispielsweise einen Roadtrip macht, muss man sich überhaupt nicht mehr richtig auf die einzelnen Orte einlassen. Wenn es einem nicht gefällt, fährt man einfach weiter. Eigentlich ja cool, aber ich glaube es gibt die Gefahr, dass man sich keine Mühe mehr gibt. Vielleicht ist ja der kleine Ort die ersten zwei Tage langweilig, bis man dann am dritten Tag von Einheimischen coole Ausflugstipps bekommt und dann wahnsinnig coole Sachen sieht. Ich weiß ja nicht so recht. Was meinst Du?