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Studieren im Ausland

Stubenhocker

Autor:
Tobias

Rubrik:
studium

15.12.2020

So fühle ich mich jetzt schon seit fast einem Monat. Wohl niemand wünscht es sich, sein Erasmussemester in einem Land mit strikten Ausgangsbeschränkungen zu verbringen. Doch genau dieser Fall, der zugegebenermaßen auch erwartbar war, ist nun eingetreten. Es war an einem Mittwochabend, als meine Mitbewohnerinnen und ich am Küchentisch saßen und wir alle zusammen die Rede des französischen Präsidenten im Fernsehen verfolgten. Schon einige Tage davor kamen die ersten Gerüchte über eine sehr strenge Ausgangsbeschränkung ab Ende der Woche auf. So kam es dann auch. Leider hatten wir schon zwei Reisen für das Wochenende geplant und auch schon die Tickets dafür gebucht. Da es so kurzfristig war, mussten wir für die Stornierung Gebühren bezahlen. Den letzten Tag vor dem Inkrafttreten des Lockdowns nützte ich dann noch und machte einen Ausflug in die antike Stadt Vienne, knapp 20 Minuten von Lyon mit dem Zug entfernt. Das war dann ein kleines Trostpflaster für den oder die kommenden Monate zu Hause. Mittlerweile gleicht jeder Tag dem anderen zu Hause und ich habe Schwierigkeiten zu wissen, welcher Wochentag ist. Zum Glück wohne ich nicht allein. Meine zwei Mitbewohnerinnen aus Italien und China sind in der WG geblieben. Leider ist die Französin ein Tag nach der Fernsehansprache abgereist, um den Lockdown zu Hause zu verbringen. Jetzt sprechen wir fast nur noch Englisch zu Hause und man kann auch keine Fragen mehr zu Unklarheiten in Französisch stellen. Das ist echt sehr schade. Glücklicherweise kenne ich noch andere Mitbewohner des Heims, sodass wir uns trotz allen Beschränkungen noch manchmal in kleinen Gruppen zum Kochen treffen können. So habe ich mich jetzt auch dazu entschieden, weiterhin hier zu bleiben, um wenigstens noch ein bisschen mein Erasmussemester genießen zu können. Ab und zu gehe ich abends joggen, um ein bisschen was vom Viertel zu sehen. Hierfür muss man sich übrigens eine Ausgangsbescheinigung aufs Handy herunterladen oder ausdrucken, um diese im Fall einer Polizeikontrolle vorzeigen zu können. 

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