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100 erste Tage an der Uni

Meine Bonn-Bilanz

Ich wusste, dass ich in Bonn studieren wollte, bevor ich jemals tatsächlich dort gewesen war. Das Jahr zuvor hatte ich in Madrid gewohnt und für meinen Studienbeginn wünschte ich mir eine etwas kleinere Stadt. Dass Madrid tatsächlich zehnmal so viele Einwohner hat wie Bonn, finde ich bis heute verrückt. Auch andere Faktoren sprachen für die ehemalige Bundeshauptstadt: Mich interessierten die Studienfächer „Politik und Gesellschaft“ sowie Medienwissenschaft sehr, die hier an der Uni gelehrt werden, das NRW-Ticket würde es mir erlauben, ab und zu ohne großes Planen zu meinen Eltern zu fahren, zwei Freundinnen von mir studieren bereits ganz in der Nähe in Köln und für Politikstudierende lockt Bonn mit ziemlich coolen Orten, an denen man ein Praktikum machen oder als studentische Hilfskraft arbeiten könnte.
Wenn ich jetzt, nach meinem ersten Semester, auf meine damalige Entscheidung zurückblicke, muss ich manchmal darüber lachen, wie sehr mich mein Bauchgefühl nach Bonn lenkte. Heute weiß ich: Ein Zehntel von Madrid, das ist wirklich eine kleine Stadt. Wohl fühle ich mich trotzdem! In Bonn braucht man nur einmal am Hauptbahnhof aussteigen und man trifft fast schon sicher irgendjemanden, den man kennt. Alle Freunde wohnen relativ nah beieinander und das Leben ist entspannter als in einer Millionenstadt. Dass Köln ganz in der Nähe ist, finde ich trotzdem gut: Wenn ich am Barbarossaplatz stehe, fällt mir auf, dass ich das Großstadtleben doch von ganzem Herzen brauche, die vielen Menschen, die Straßenbahnen und die großen Gebäude. Ob ich dort studieren möchte, weiß ich trotzdem noch nicht – vielleicht für den Master.
Witzig finde ich aber auch, wie stolz die Rheinländer auf ihr Bonn sind – jedenfalls die, die aus der Nähe kommen. Zudem ist es scheinbar extrem wichtig, ob man „rechtsrheinisch“ oder „linksrheinisch“ lebt, denn die rechte Seite vom Rhein ist natürlich die „falsche“ Seite (selbstverständlich, oder? ;)). Manchmal teilen Bonner Freunde auf meiner Facebookchronik Gründe, warum Bonn cooler als Berlin ist, während ich nie auf die Idee gekommen wäre, Bonn überhaupt mit Berlin zu vergleichen. Unser Bonn hat doch viel mehr Wohlfühlfeeling!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jun 29, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jun 29, 2017

100 erste Tage an der Uni

Meine innere Jahresuhr

Pfingstferien sind etwas Tolles! Das fand ich schon, bevor ich überhaupt studierte und meine ersten Pfingstferien als Studentin erlebt habe. Nach dem Abi leistete ich einen Jahr lang einen Freiwilligendienst in Spanien und meine beste Schulfreundin kam mich dort über Pfingsten besuchen – bis dahin wusste ich gar nicht, dass es so etwas wie Pfingstferien gibt.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis heute nicht herausgefunden, warum es an der Uni Pfingstferien gibt – ich hätte auch zu Schulzeiten absolut gar nichts gegen Pfingstferien gehabt. Nachdem sich aber in den Wochen davor zu schreibende Essays, vorzubereitende Referate und zu planende Hausarbeiten – mal ganz abgesehen von dem Statistikmodul, das wirklich dringend einmal nachbereitet werden möchte – angesammelt haben, war ich mehr als froh, eine ganze Woche frei zu haben, um endlich meine To-do-Liste abzuarbeiten.

Eine ganze Woche frei? Ganz so frei war sie dann doch nicht. Von Dienstag bis Donnerstag war ich in Bonn, um zu arbeiten, an den restlichen Tagen bei meinen Eltern. Viel geschafft habe ich dennoch und bin froh, dass ich in einigen Tagen meine noch fehlenden Referate hinter mich gebracht haben werde.

Am Studentenleben verwirrt mich noch immer, dass sich die innere Jahresuhr um ein ganzes Stück verschiebt: Aus der Schulzeit ist man ja gewöhnt, dass das erste Halbjahr von September bis Februar geht, das zweite Halbjahr dann ungefähr von März bis Juli. Im Jahr nach meinem Abitur habe ich meinen Freiwilligendienst von Oktober bis Juni geleistet – das passte auch noch. Jetzt ist es aber schon Juni, gefühlt also kurz vor den Sommerferien, dabei ist das zweite Semester erst halb vorbei. Der Vorteil: Es ist schön warm im Sommersemester! Ich glaube, ich finde es gar nicht mal so schlecht, dass ich frei haben werde, wenn es wieder etwas abkühlt. Der Nachteil: Ich kann noch gar nicht glauben, dass schon Juni ist! Gefühlt ist alles unglaublich schnell gegangen – obwohl ich in Wahrheit noch nicht einmal das zweite Semester hinter mir habe.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jun 21, 2017

100 erste Tage an der Uni

Wie schreibe ich eine Hausarbeit?

In der Schule gab es so etwas wie Facharbeiten, die dazu gedacht waren, dass man einen ersten Einblick ins wissenschaftliche Arbeiten bekommt. Ich habe damals einen Projektkurs in Sport belegt, was bedeutete, dass ich automatisch dort auch meine Facharbeit schreiben musste. Als Teil des Projektkurses war ich einmal pro Woche an einer Förderschule, an der ich den Sportunterricht zuerst nur unterstützt und später selbst organisiert habe. Am Ende habe ich eine Arbeit darüber geschrieben, wie beim Einteilen von Teams oder Gruppen unterschiedliche Strategien das Sozialverhalten der Schüler beeinflussen. Dass ich mich für diesen Projektkurs entschieden habe, hatte unter anderen auch einen bestimmten Grund: So konnte ich aktiv etwas machen und brauchte kaum Literatur für meine Facharbeit.
An der Uni sieht das aber plötzlich ganz anders aus: Ohne Literatur geht hier gar nichts. Vor meiner ersten Hausarbeit war ich deshalb zuerst absolut planlos. Dazu kam, dass es sich bei dem Seminar um eine Veranstaltung handelte, bei der wir in erster Linie Forschungsmethoden kennengelernt hatten – aber kaum Inhalte. Das Thema der Hausarbeit konnte ich mir daher absolut frei aussuchen, solange es irgendetwas mit Medien zu tun hatte.
Ich habe daraufhin einige Mindmaps gemalt, aber so recht entscheiden konnte ich mich nicht: Vielleicht etwas über Feminismus in der Werbung? Oder in Kinderbüchern? Oder im Internet? Letztendlich ist es etwas ganz anderes geworden: Ich schreibe über das Afrikabild, das die Youtube-Videos von entwicklungspolitischen Hilfsorganisationen konstruieren. Klingt abstrakt? Ich bin ganz froh darüber, weil ich es cool finde, mit Youtube zu forschen.
Was alles andere angeht, bin ich aber noch immer ebenso planlos wie zuvor: Wie so eine Hausarbeit nun funktioniert? Da habe ich keine Ahnung! Vor einigen Tagen habe ich zufällig eine Freundin getroffen, die gerade an ihrer Bachelorarbeit sitzt. Über meine Sorgen zu meinen ersten Hausarbeiten konnte diese nur schmunzeln – so viele Seiten wären das gar nicht. So kann man es natürlich auch sehen, oder?

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jun 16, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jun 16, 2017