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Studentenleben live

Russische Adventszeit

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

23.12.2015

Ich muss gleich am Anfang zugeben, dass der Titel heute pathetisch ist. Ich bin weder in Russland noch könnte ich behaupten, dass meine diesjährige Adventszeit typisch Russisch wäre, aber da ich gerade Russisch an der Uni lerne, habe ich mir den Titel erlaubt.

Vor mir stapeln sich schon seit Wochen die Arbeitsblätter und Lernbücher, die mir dabei helfen sollen die Sprache einfach und mit Freude zu lernen. Mittlerweile ist dieser Berg an Hausaufgaben, den uns unsere sympathische Russischlehrerin Irina wöchentlich aufträgt, aber zum „Knecht Ruprecht“ geworden. Fast jedes Mal, wenn ich voller Vorfreude vor der nächsten Unterrichtseinheit oder voller Tatendrang bin, irgendwelche Menschen auf Russisch anzuquatschen versuche, stoppt mich die „Rute“ – also mein schlechtes Gewissen. Es sagt mir, ich hätte keine Zeit gehabt, alle meine Aufgaben brav und vollständig zu erledigen, also dürfe ich jetzt auch nicht einfach Russisch reden.

Es scheint, als würde dieser große Berg an nicht ausgefüllten Arbeitsblättern mir im Weg stehen um Russisch zu sprechen, dabei sollte er mir doch eigentlich helfen. Gerade sitze ich im Zug und habe den Berg etwas gesichtet und sortiert. Leider ist der Berg mittlerweile so groß, dass er den Ordner, der ihn in seine Grenzen weisen sollte gesprengt hat.

Ich bin ziemlich frustriert. Dabei wollte ich doch eigentlich in dieser Advents- und Weihnachtszeit wirklich ein „braves Kind“ sein und einen Brief auf Russisch (also in kyrillischer Schreibschrift) nach Russland zu engen Freunden der Familie schicken. Vielleicht wird es jetzt beim Russisch-Brot bleiben, dass ich etwas deprimiert in Anwesenheit von „Knecht Ruprecht“ alias „Nicht-gemachte-Hausaufgaben“ verspeisen könnte. Vielleicht geschieht aber auch noch ein Weihnachtswunder, die soll es ja in dieser ganz besonderen Zeit des Jahres geben.

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