interaktiv

Studentenleben live

Assessment-Center

Autor:
Fanny

Rubrik:
studium

30.01.2013

Anfang Januar war es so weit: Ich bekam einen Anruf, dass ich zum Assessment-Center der Deutschen Bahn eingeladen bin. Da ich schon fast nicht mehr damit gerechnet hatte, war ich wirklich überrascht, vor allem, weil da es schon drei Wochen später stattfinden sollte. Ich fing also an, mich vorzubereiten: Im Internet recherchierte ich, welche Übungen dran kommen könnten und auf welche Kompetenzen dort geachtet werden würde. Ich fand auch Blogs, in denen ehemalige Teilnehmer berichten, allerdings natürlich nicht speziell von der DB.

Und dann kam der große Tag: Ich musste ganz früh aufstehen, warf mich in mein schwarzes Kostüm und fuhr nach Frankfurt. In der Eingangshalle des Gebäudes am Bahnhof trafen wir zwölf Teilnehmer das erste Mal aufeinander und unterhielten uns auch schon ein wenig, was die Stimmung etwas lockerte. Wir verstanden uns auf Anhieb, obwohl wir zum Teil um denselben Platz im Studiengang „Logistik, Transport & Spedition" kämpften.

Wir wurden dann abgeholt und in einen großen Besprechungsraum gebracht mit einer tollen Aussicht über Frankfurt. Außerdem bekamen wir Kaffee, Snacks, Säfte und später auch ein Mittagessen. Beobachtet werden sollten wir von drei Psychologen und einer Dame der Deutschen Bahn. Und dann ging es auch schon los. Zuerst durften wir eine Logistikübung machen, bei der Flugzeuge in einer vorgegebenen Zeit Dinge zwischen verschiedenen Stationen hin und her bringen mussten. Dann ging es mit einer Gruppendiskussion weiter, bei der wir uns zu sechst als „Stadträte“ zwischen verschiedenen Projekten entscheiden und diese in eine Reihenfolge bringen mussten. Wir schafften es in der vorgegebenen Zeit und ich konnte meine Standpunkte gut vertreten. Nach der Mittagspause, in der das Eis zwischen uns Teilnehmern endgültig gebrochen war und wir uns untereinander gut unterhalten konnten, kam dann die Selbstpräsentation an die Reihe. Wir sollten dabei etwas über uns und unseren Werdegang erzählen und darüber, warum wir uns speziell für die Bahn und genau diesen Studiengang entschieden hatten. Ich hatte mich eigentlich gut darauf vorbereitet und meine Argumente parat. Danach stellten die Beobachter jedoch noch einige Fragen zu bestimmte Zahlen der DB, die ich schon im Telefoninterview beantwortet hatte und von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie noch einmal gestellt würden. Leider wusste ich nichts mehr davon, was mir auch sehr peinlich war.

Zuletzt hatten wir dann noch ein paar Tests zu Dreisatz und Prozentrechnung, die ich so mittelmäßig bearbeiten konnte und zwei Deutschtests, bei denen wir beispielsweise Buchstaben-Reihenfolgen weiterführen mussten. Das fiel mir wieder leicht. Während die Beobachter sich dann berieten, bekamen wir einen kurzen Vortrag von einem dualen Studenten, dem wir dann auch Fragen über Gehalt, Wohnsituation usw. stellen konnten.

Und dann bekamen wir unsere Bewertung. Ich ging mit einem schlechten Gefühl in das Gespräch und dies bestätigte sich leider auch. Sie erklärten mir, dass ich in den Mathetests in Ordnung gewesen war, in der Gruppendiskussion recht gut und in Deutsch und vor allem dem Logistiktest überragend, was mich sehr freute. Aber in der Selbstpräsentation hätte ich zu wenig verdeutlicht, warum ich gerade zur Bahn wollte. Dies war so ausschlaggebend, dass ich trotz guter Leistungen im Fachlichen nicht genommen wurde. Zuerst war ich sehr enttäuscht, gerade auch, weil ich ihre Begründung nicht ganz nachvollziehen konnte, aber trotzdem war es ein schöner Tag aus dem ich viel mitnehmen konnte.

Von uns zwölf wurden am Ende des Tages übrigens nur vier genommen. Aber ich habe ja noch ein Eisen im Feuer und warte jetzt auf die Antworten der Fachhochschulen.

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