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Studentenleben live

Procrastinatio acuta (Teil 2)

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

14.04.2014

Obwohl über die Krankheit bisher nichts Genaueres bekannt ist, gibt es bereits Behandlungsmethoden, um Lern- und Motivationsschwächen zu verhindern oder zumindest zu verringern. Je nach Person und Krankheitsverlauf bieten sich folgende Therapien an:

1. Die Belohnungstherapie. Diese Therapie eignet sich besonders für Personen, die heimliche Laster haben. Sie setzen sich ein bestimmtes Ziel und eine bestimmte Belohnung für das Erreichen des Ziels. Beispielsweise gibt es einen Riegel Schokolade, eine Viertelstunde Computerspielen oder eine Folge der Lieblingsserie, sobald das erste Kapitel der Hausarbeit geschrieben ist. Die Belohnungen sollten wie die Ziele nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein, und bei näher rückender Abgabefrist auch an Zeitpunkte gekoppelt sein. Da der Wunsch nach Bedürfnisbefriedigung größer ist als die zu schreibenden Essayzeilen, ist diese Methode sehr effektiv, um procrastinatio acuta zu bekämpfen.

2. Die Planungstherapie. Diese Therapie ist am besten geeignet für Erkrankte, die perfektionistisch und sehr ordentlich veranlagt sind. Mithilfe von Kalendern, Stundenübersichten und To-Do-Listen erstellen sie sich beim ersten Anzeichen von procrastinatio acuta einen Plan, was wann in welcher Zeit erledigt oder gelernt werden muss. Dieser Plan wird von nun an akribisch befolgt, Verstöße dagegen werden nicht toleriert. Planungstherapiepatienten haben daher meistens schon nach dem ersten Ausbruch von procrastinatio acuta gelernt, mit der Krankheit zu leben und brauchen keine ärztliche oder therapeutische Unterstützung mehr.

3. Die Teamtherapie. Ehrgeizige Köpfe und gesellige Menschen finden in dieser Therapie meistens den richtigen Weg. Sie schließen sich mit anderen Erkrankten zu Selbsthilfegruppen zusammen und unterstützen sich gegenseitig im Kampf gegen die Krankheit. Zu sehen, wie erfolgreich andere bereits trotz procrastinatio acuta ihre Essays, Hausarbeiten und Lernpäckchen bearbeiten, motiviert dazu, genauso gut zu sein.

Die gute Nachricht: Eine chronische Form von procrastinatio acuta existiert nach derzeitigem medizinischem Stand offenbar nicht. Sobald die zu erledigenden Aufgaben beendet sind, konnte bisher bei jedem Erkrankten eine Heilung festgestellt werden – bis zur nächsten Prüfungsphase.

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