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Studentenleben live

Zwei Väter

Rose Simon

Jeder, der nach Ljubljana kommt, geht zuerst auf den Hauptplatz, den Preseren Trg mit der Statue des slowenischen Nationaldichters France Preseren. Man sieht aber nicht nur das Denkmal des Dichters und seiner Muse, sondern auch die berühmte dreifache Brücke – die Ljubljanica –, den schönen Fluss und eine rosa Kirche. Rosa scheint hier eine sehr beliebte Farbe für Kirchen zu sein. Denn auf dem Hausberg Ljubljanas, dem Roznik, steht noch ein etwas kleineres Exemplar. Und auch viele Bahnhöfe sind hier in Rosa gehalten.

Aber zurück zur Kirche am Preseren Trg. Als ich sie mir genauer anschaute, musste ich feststellen, dass jemand etwas an die Außenfassade gesprüht hatte. „Jezus je imel dva oceta“ steht dort in großen schwarzen Lettern. Ich fand und finde es unmöglich, dass jemand seine Botschaft an ein heiliges Gebäude sprüht. Schließlich gehört es sich nun wirklich nicht, eine Kirche zu verschandeln. Aber nachdem ich nun schon länger meinen Sprachkurs besuche, kann ich mir ein Lachen kaum noch verkneifen, jedes Mal, wenn ich über den Hauptplatz laufe. Denn „Jezus je imel dva oceta“ heißt nichts anderes als: „Jesus hatte zwei Väter.“ Ob das jetzt ein Statement für eine Patchworkfamilie ist? Ich finde es jedenfalls ziemlich witzig. Und bin auch ein bisschen stolz, dass ich schon einen Witz auf Slowenisch verstanden habe.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Apr 16, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Apr 16, 2014

Studentenleben live

Marketing und Supply Chain Management?

Ja, das funktioniert. Auch wenn es für den einen oder anderen auf den ersten Blick wie Apfelkuchen mit Ketchup wirken mag. Im zweiten Semester meines Marketingstudiums mussten wir uns für einen Wahlpflichtkurs entscheiden. Zur Auswahl standen Kurse wie „Project Management“, „Economic Policy in Europe“, „Corporate Transactions“, „Business Ethics“ und eben „Supply Chain Management“. Ich kann die Frage „Warum hast du als Marketer nicht Project Management genommen?“ schon förmlich hören. Die Antwort ist simpel: Erstens habe ich bereits die praktische Erfahrung in diesem Bereich während meines Praktikums machen können, und wollte aus diesem Grund einmal etwas anderes ausprobieren. Zweitens wurde mir der Professor, der Supply Chain Management unterrichtet, sehr empfohlen.

Vergangene Woche konnte ich mich selbst davon überzeugen: Er ist überaus strukturiert und verwendet viele verschiedene Medien, um uns die Vorlesungsinhalte näher zu bringen. So etwas mag ich. Außerdem könnte es ziemlich interessant werden, einen detaillierteren Blick auf die Wertschöpfungskette zu erhalten. Einige von euch würden mich wahrscheinlich eher am Ende dieser Kette ansiedeln. Mein Ziel: Nachfrage schaffen, Kunden zufriedenstellen und ihnen einen Mehrwert bieten. Klingt jetzt natürlich recht einfach. Marketing kann allerdings ziemlich komplex sein, vor allem, wenn man es gut machen möchte. Dasselbe kann man auch über Supply Chain Management sagen. Neue Technologien führen zu neuen Trends und neue Trends führen zu neuen Prozessen und Denkweisen. Zwar steht im Marketing immer noch der Kunde im Fokus, aber es gibt ja zwei Arten von Kunden: B2B (business-to-business; Firmenkunden) und B2C (business-to-consumer; Endkunden). Beide findet man in der Wertschöpfungskette.

Die Endkunden befinden sich – wie der Name schon vermuten lässt – am Ende der Kette und sind zum Beispiel Menschen, die in eine Buchhandlung gehen und ein Buch kaufen. Ein B2B-Kunde wäre in diesem Fall etwa ein Unternehmen, das Papier herstellt und Holz von einem Zulieferer bezieht. Dieser Zulieferer braucht natürlich auch ein gutes Marketing, um sein Produkt an seine Kunden zu verkaufen. Ihr seht also: Marketing und Supply Chain Management ist doch mehr miteinander verflochten als man zunächst denkt!

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2014
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Apr 14, 2014

Studentenleben live

Procrastinatio acuta (Teil 2)

Obwohl über die Krankheit bisher nichts Genaueres bekannt ist, gibt es bereits Behandlungsmethoden, um Lern- und Motivationsschwächen zu verhindern oder zumindest zu verringern. Je nach Person und Krankheitsverlauf bieten sich folgende Therapien an:

1. Die Belohnungstherapie. Diese Therapie eignet sich besonders für Personen, die heimliche Laster haben. Sie setzen sich ein bestimmtes Ziel und eine bestimmte Belohnung für das Erreichen des Ziels. Beispielsweise gibt es einen Riegel Schokolade, eine Viertelstunde Computerspielen oder eine Folge der Lieblingsserie, sobald das erste Kapitel der Hausarbeit geschrieben ist. Die Belohnungen sollten wie die Ziele nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein, und bei näher rückender Abgabefrist auch an Zeitpunkte gekoppelt sein. Da der Wunsch nach Bedürfnisbefriedigung größer ist als die zu schreibenden Essayzeilen, ist diese Methode sehr effektiv, um procrastinatio acuta zu bekämpfen.

2. Die Planungstherapie. Diese Therapie ist am besten geeignet für Erkrankte, die perfektionistisch und sehr ordentlich veranlagt sind. Mithilfe von Kalendern, Stundenübersichten und To-Do-Listen erstellen sie sich beim ersten Anzeichen von procrastinatio acuta einen Plan, was wann in welcher Zeit erledigt oder gelernt werden muss. Dieser Plan wird von nun an akribisch befolgt, Verstöße dagegen werden nicht toleriert. Planungstherapiepatienten haben daher meistens schon nach dem ersten Ausbruch von procrastinatio acuta gelernt, mit der Krankheit zu leben und brauchen keine ärztliche oder therapeutische Unterstützung mehr.

3. Die Teamtherapie. Ehrgeizige Köpfe und gesellige Menschen finden in dieser Therapie meistens den richtigen Weg. Sie schließen sich mit anderen Erkrankten zu Selbsthilfegruppen zusammen und unterstützen sich gegenseitig im Kampf gegen die Krankheit. Zu sehen, wie erfolgreich andere bereits trotz procrastinatio acuta ihre Essays, Hausarbeiten und Lernpäckchen bearbeiten, motiviert dazu, genauso gut zu sein.

Die gute Nachricht: Eine chronische Form von procrastinatio acuta existiert nach derzeitigem medizinischem Stand offenbar nicht. Sobald die zu erledigenden Aufgaben beendet sind, konnte bisher bei jedem Erkrankten eine Heilung festgestellt werden – bis zur nächsten Prüfungsphase.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 14, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 14, 2014