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Studentenleben live

Danzig

Gerade habe ich meine Masterarbeit abgegeben. Es ist ein wirklich tolles Gefühl, nach Wochen der sehr intensiven Arbeit morgens nicht gleich als erstes an den Schreibtisch zu müssen und ihn erst späten Abend wieder verlassen zu können. Wenngleich dies ein triumphierendes Gefühl ist, konnte ich mich auch danach nicht so richtig frei fühlen in meiner Zeiteinteilung. Denn kurz nach der Abgabe musste ich schon mit der Vorbereitung für meine Reise nach Lima beginnen, wo ich im Januar ein Praktikum bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) anfange. Das heißt: Impfcheck beim Arzt, Auszug aus der Wohnung, (Auslands-)Versicherungen anpassen, Tasche packen, und den ganzen restlichen Kram. Eines wollte ich mir trotz allem nicht nehmen lassen: ein paar Tage Urlaub und mal etwas Abwechslung.

Die Wahl fiel auf Danzig, ein schönes Küstenstädtchen an der polnischen Ostsee, welches sich gut mit dem Zug erreichen lässt. Mein persönliches Highlight der Stadt war das Solidarnosc-Museum, welches erst vor paar Jahren eröffnet worden war. Das millionenschwere Prestigeprojekt der Stadt wartet mit einer modernen, stark auf digitalen Spielereien aufbauenden Sammlung auf und präsentiert die Geschichte der Gewerkschaft sehr anschaulich. Neben dem Museum haben wir uns durch die gastronomischen Einrichtungen geschlemmt. Haben heißes Bier, Suppe im Brot und viele Rote-Beete-Gerichte genossen, bevor uns der Zug Richtung Heimat und Weihnachten wieder davontrug.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Feb 17, 2015

Studentenleben live

Bewerbung mal anders

Wer kennt sie nicht, diese elendigen Bewerbungsgespräche für einen Job, ein Stipendium, einen Auslandsaufenthalt? Die Unsicherheit, der Wunsch, es am besten schon lange hinter sich zu haben, der Druck, sich irgendwie ganz anständig präsentieren zu müssen. Manche Menschen mögen diese angespannte Situation, sehen sie als Herausforderung, freuen sich sogar darauf. Für mich sind diese Gespräche ein Albtraum.
Was allerdings fast noch schlimmer ist: Wenn ich plötzlich Menschen auswählen sollte. Ich wusste nicht so recht wie mir geschah, so plötzlich hatte ich die Aufgabe aufs Auge gedrückt bekommen für einen Sprachkurs Lektoren auszuwählen. Ich schrieb also eine Stellenanzeige, wartete auf Rückmeldungen, las Lebensläufe, Motivationsschreiben, beantwortete mehr oder weniger überflüssige Fragen und sah mich tatsächlich irgendwann mitten im Bewerbungsgespräch – auf der Seite der Auswählenden!
Manchen Bewerbern war anzumerken, dass sie nervös waren und sie taten mir schrecklich leid. Anderen musste ich eine Absage erteilen, noch bevor ich mit ihnen gesprochen hatte, weil die Flut der Bewerbungen meine Kapazitäten überstieg. Sie taten mir noch mehr leid. Viele waren einfach super nett und ich wollte ihnen sofort beim Gespräch schon die Zusage geben – da fiel mir ein, dass ich ja nur eine Stelle zu vergeben hatte. Die Qual der Wahl ist fürchterlich, aber am allerschlimmsten ist es, Absagen zu verschicken. Ich muss mich bei den Leuten entschuldigen, ich würde sie am liebsten einfach alle nehmen! Diesen Job mache ich nie wieder!!!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 16, 2015

Studentenleben live

"Hast du nicht jetzt Ferien?"

Für mich hat der wahre Stress erst mit der sogenannten „vorlesungsfreien Zeit“ begonnen. Meiner Meinung nach passt diese Bezeichnung deutlich besser, denn mit Ferien hat das im Moment noch so gar nichts zu tun. Seit letzter Woche stehe ich vor einem gewaltigen Berg an Essays und Hausarbeiten und weiß bis jetzt teilweise immer noch nicht so recht, wo ich anfangen soll.

Das Gute ist, dass ich nicht wirklich zu denen gehöre, die der nicht enden wollenden Prokrastination verfallen, bis die Deadline irgendwann in Sichtweite rückt und notfallplanmäßig ein paar Nachtschichten eingeschoben werden müssen. Mein Kumpel Bernard hat es sogar geschafft, auf diese Weise seine Bachelorarbeit zu schreiben – und das nicht einmal schlecht. Trotzdem: Ich brauche meinen Schlaf und bin der Meinung, dass es sich ausgeschlafen auch deutlich besser denken lässt.

Eine kleine Hilfe, die ich mir zu Beginn hinzugeholt habe, ist ein Tagesplan und zwar für jeden einzelnen Tag der kommenden sechs Wochen – bis ich das Licht am Ende des Tunnels erreicht habe und mit meinem Vater in den Urlaub fahre. Und ich kann sagen, bis jetzt schlage ich mich gar nicht mal schlecht. Bei einem Vortrag über Zeitmanagement, den ich zusammen mit meiner Cousine besucht habe, habe ich gelernt, dass es sinnvoll ist, seine To-do-Liste mit farbigen Textmarkern abzuhaken. Grün steht dabei für „erledigt“, gelb für „nicht ganz so erledigt, wie ich es mir vorgenommen hatte“ und rot dementsprechend für „nicht erledigt“. Wenn am Ende des Tages der halbe Tag rot ist, fühlt man sich natürlich schlecht, also gibt man sich automatisch Mühe, alles wie vorgesehen abzuarbeiten. Nachdem ich nun etwa fünf von mindestens acht Seiten meines Essays zum Thema des „present perfect“ (englische Vergangenheitsform) verfasst habe, muss ich aber zugeben, dass ich langsam ins Straucheln komme. Irgendwie weiß ich nicht so recht weiter. Außerdem sitzen mir ja auch noch zwei andere Hausarbeiten im Nacken, für die Sekundärliteratur gesammelt werden muss – und ehe man sich versieht, hat man einen Knoten im Kopf und schaut sich auf YouTube Videos mit pinken, fluffigen Einhörnern an.

Das Undankbare am Studieren ist ja, dass man die ganze Arbeit mit Kopf machen muss – und der ist einfach irgendwann nur noch Matsch. Da hilft es auch nicht, sich zum Arbeiten zu zwingen. Wenn das Hirn voll ist, ist es voll. Mehr geht dann nun mal nicht und dann ist es auch vollkommen okay, sich eine Pause zu gönnen. Andererseits sollte sich dieses kleine Päuschen nicht in einen Zustand akuter Aufschieberitis entwickeln. Und an diesem Punkt komme ich zurück zu meinem Tagesplan, denn wenn man erstmal weiß, zu welcher Zeit man sein Konzentrationshoch hat, kann man dies auch einplanen. Ich beispielsweise kann am besten vormittags und spät abends lernen – da kann ich nachmittags ruhig mal fluffigen Eichhörnchen zusehen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Feb 13, 2015