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Studentenleben live

"Hast du nicht jetzt Ferien?"

Für mich hat der wahre Stress erst mit der sogenannten „vorlesungsfreien Zeit“ begonnen. Meiner Meinung nach passt diese Bezeichnung deutlich besser, denn mit Ferien hat das im Moment noch so gar nichts zu tun. Seit letzter Woche stehe ich vor einem gewaltigen Berg an Essays und Hausarbeiten und weiß bis jetzt teilweise immer noch nicht so recht, wo ich anfangen soll.

Das Gute ist, dass ich nicht wirklich zu denen gehöre, die der nicht enden wollenden Prokrastination verfallen, bis die Deadline irgendwann in Sichtweite rückt und notfallplanmäßig ein paar Nachtschichten eingeschoben werden müssen. Mein Kumpel Bernard hat es sogar geschafft, auf diese Weise seine Bachelorarbeit zu schreiben – und das nicht einmal schlecht. Trotzdem: Ich brauche meinen Schlaf und bin der Meinung, dass es sich ausgeschlafen auch deutlich besser denken lässt.

Eine kleine Hilfe, die ich mir zu Beginn hinzugeholt habe, ist ein Tagesplan und zwar für jeden einzelnen Tag der kommenden sechs Wochen – bis ich das Licht am Ende des Tunnels erreicht habe und mit meinem Vater in den Urlaub fahre. Und ich kann sagen, bis jetzt schlage ich mich gar nicht mal schlecht. Bei einem Vortrag über Zeitmanagement, den ich zusammen mit meiner Cousine besucht habe, habe ich gelernt, dass es sinnvoll ist, seine To-do-Liste mit farbigen Textmarkern abzuhaken. Grün steht dabei für „erledigt“, gelb für „nicht ganz so erledigt, wie ich es mir vorgenommen hatte“ und rot dementsprechend für „nicht erledigt“. Wenn am Ende des Tages der halbe Tag rot ist, fühlt man sich natürlich schlecht, also gibt man sich automatisch Mühe, alles wie vorgesehen abzuarbeiten. Nachdem ich nun etwa fünf von mindestens acht Seiten meines Essays zum Thema des „present perfect“ (englische Vergangenheitsform) verfasst habe, muss ich aber zugeben, dass ich langsam ins Straucheln komme. Irgendwie weiß ich nicht so recht weiter. Außerdem sitzen mir ja auch noch zwei andere Hausarbeiten im Nacken, für die Sekundärliteratur gesammelt werden muss – und ehe man sich versieht, hat man einen Knoten im Kopf und schaut sich auf YouTube Videos mit pinken, fluffigen Einhörnern an.

Das Undankbare am Studieren ist ja, dass man die ganze Arbeit mit Kopf machen muss – und der ist einfach irgendwann nur noch Matsch. Da hilft es auch nicht, sich zum Arbeiten zu zwingen. Wenn das Hirn voll ist, ist es voll. Mehr geht dann nun mal nicht und dann ist es auch vollkommen okay, sich eine Pause zu gönnen. Andererseits sollte sich dieses kleine Päuschen nicht in einen Zustand akuter Aufschieberitis entwickeln. Und an diesem Punkt komme ich zurück zu meinem Tagesplan, denn wenn man erstmal weiß, zu welcher Zeit man sein Konzentrationshoch hat, kann man dies auch einplanen. Ich beispielsweise kann am besten vormittags und spät abends lernen – da kann ich nachmittags ruhig mal fluffigen Eichhörnchen zusehen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Feb 13, 2015

Studentenleben live

Praktikum im Master

Das erste Semester im Master ist vorbei und ich kann ein erstes Fazit ziehen: Das Studium hier stellt mich sehr zufrieden. Ich habe Grundlegendes zur Medienwissenschaft gelernt, habe viele wissenschaftliche Studien gelesen und bewertet, habe in der Gruppe ein empirisches Instrument (einen Fragebogen) erstellt, einen Radiobeitrag gemacht, gelernt, journalistisch zu recherchieren, und ein Feature geschrieben.

In den Ferien schreibe ich nun zwei Hausarbeiten und habe ganz kurzfristig ein Praktikum bekommen. Im Master Medienwissenschaft sind drei Monate Praktikum Pflicht. Ich habe auf Job- und Praktikaseiten und auch auf den Websites der Unternehmen selbst unter dem Stichwort „Unternehmenskommunikation“ nach Angeboten gesucht. Gefunden habe ich ein Angebot als PR-Praktikantin in der Unternehmenskommunikation bei einer Unternehmensgruppe, zu der ein renommierten Verlag gehört. Theoretisch mein Traumpraktikum. Sehr kurzfristig wurde ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen und bekam auch eine Zusage. Ich war sehr aufgeregt, aber es war ein nettes Gespräch, in dem ich von mir erzählen sollte und in dem mir meine zukünftigen Aufgaben vorgestellt wurden. Leider ist das Praktikum in zwei Blöcke aufgeteilt, weil das sonst mit den Ferien der Uni nicht anders zu vereinbaren gewesen wäre. Zu meinen Aufgaben wird die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehören, die Pflege des Extranets, die Medienbeobachtung, die Bearbeitung von Journalistenanfragen, redaktionelle Arbeit, Recherche und die Organisation von Veranstaltungen. In einer Woche geht es schon los und ich bin sehr gespannt!

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2015
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Feb 13, 2015

Studentenleben live

Neues Jahr, neues Glück

Der erste Motivationsschub kam gleich am Montagmorgen. Ein Alumnus, den ich vor ein paar Jahren in Berlin kennen gelernt hatte, erzählte mir von seiner erfolgreichen Aufnahme in den Auswärtigen Dienst. Und bot mir gleich an, mir seine Vorbereitungsunterlagen zu geben und mit mir einmal das mündliche Auswahlverfahren durchzusprechen. Bis zu meinem Aufnahmeverfahren dauert es zwar bestimmt noch drei Jahre, aber ein paar Tipps können ja nicht schaden!

Und auch wenn der Unterschied zwischen abstrakter und konkreter Motivation groß ist (in die Bib quäle ich mich immer noch sehr widerstrebend), machen mir meine Kurse dieses Jahr sehr viel Spaß. So viel, dass ich schon wieder viel zu viele Extra-Kurse belege, statt mich endlich mal auf das zu konzentrieren, weswegen ich eigentlich hier bin – Jura. Aber der französische und englische Übersetzungskurs bietet analytische Überlegungen über die Sprache, die ich einfach zu überzeugend finde. Und auch die Internationalisierung des Rechts mit den Themen Globalisierung, Staatsbankrott und dem Zusammenspiel der Währungen ist einfach viel zu interessant, um ihn einfach so abzuwählen.

Dafür bietet der Völkerrechts-Schwerpunkt, den ich gewählt habe, eine tolle Balance zwischen Politik und Jura – auch wenn Juristen das Thema eher herablassend als Politik abstempeln und Politikwissenschaftler genervt von diesem ach so juristischen Fach „Völkerrecht“ reden. Und im Examensvorbereitungsprogramm wiederholen wir die ersten beiden Jahre Jura. Das ist die Möglichkeit, einen Überblick über das „große Ganze“ zu bekommen und mal das Gefühl zu haben, Jura ein bisschen zu verstehen. Auch wenn das tiefgreifende Verständnis bei dem rasanten Tempo, das wir jetzt drauf haben – statt 25 Stunden Vorlesung im Grundstudium jetzt drei Stunden für ein Thema – manchmal ein bisschen auf der Strecke bleibt.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 9, 2015