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Studentenleben live

"Hast du nicht jetzt Ferien?"

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

13.02.2015

Für mich hat der wahre Stress erst mit der sogenannten „vorlesungsfreien Zeit“ begonnen. Meiner Meinung nach passt diese Bezeichnung deutlich besser, denn mit Ferien hat das im Moment noch so gar nichts zu tun. Seit letzter Woche stehe ich vor einem gewaltigen Berg an Essays und Hausarbeiten und weiß bis jetzt teilweise immer noch nicht so recht, wo ich anfangen soll.

Das Gute ist, dass ich nicht wirklich zu denen gehöre, die der nicht enden wollenden Prokrastination verfallen, bis die Deadline irgendwann in Sichtweite rückt und notfallplanmäßig ein paar Nachtschichten eingeschoben werden müssen. Mein Kumpel Bernard hat es sogar geschafft, auf diese Weise seine Bachelorarbeit zu schreiben – und das nicht einmal schlecht. Trotzdem: Ich brauche meinen Schlaf und bin der Meinung, dass es sich ausgeschlafen auch deutlich besser denken lässt.

Eine kleine Hilfe, die ich mir zu Beginn hinzugeholt habe, ist ein Tagesplan und zwar für jeden einzelnen Tag der kommenden sechs Wochen – bis ich das Licht am Ende des Tunnels erreicht habe und mit meinem Vater in den Urlaub fahre. Und ich kann sagen, bis jetzt schlage ich mich gar nicht mal schlecht. Bei einem Vortrag über Zeitmanagement, den ich zusammen mit meiner Cousine besucht habe, habe ich gelernt, dass es sinnvoll ist, seine To-do-Liste mit farbigen Textmarkern abzuhaken. Grün steht dabei für „erledigt“, gelb für „nicht ganz so erledigt, wie ich es mir vorgenommen hatte“ und rot dementsprechend für „nicht erledigt“. Wenn am Ende des Tages der halbe Tag rot ist, fühlt man sich natürlich schlecht, also gibt man sich automatisch Mühe, alles wie vorgesehen abzuarbeiten. Nachdem ich nun etwa fünf von mindestens acht Seiten meines Essays zum Thema des „present perfect“ (englische Vergangenheitsform) verfasst habe, muss ich aber zugeben, dass ich langsam ins Straucheln komme. Irgendwie weiß ich nicht so recht weiter. Außerdem sitzen mir ja auch noch zwei andere Hausarbeiten im Nacken, für die Sekundärliteratur gesammelt werden muss – und ehe man sich versieht, hat man einen Knoten im Kopf und schaut sich auf YouTube Videos mit pinken, fluffigen Einhörnern an.

Das Undankbare am Studieren ist ja, dass man die ganze Arbeit mit Kopf machen muss – und der ist einfach irgendwann nur noch Matsch. Da hilft es auch nicht, sich zum Arbeiten zu zwingen. Wenn das Hirn voll ist, ist es voll. Mehr geht dann nun mal nicht und dann ist es auch vollkommen okay, sich eine Pause zu gönnen. Andererseits sollte sich dieses kleine Päuschen nicht in einen Zustand akuter Aufschieberitis entwickeln. Und an diesem Punkt komme ich zurück zu meinem Tagesplan, denn wenn man erstmal weiß, zu welcher Zeit man sein Konzentrationshoch hat, kann man dies auch einplanen. Ich beispielsweise kann am besten vormittags und spät abends lernen – da kann ich nachmittags ruhig mal fluffigen Eichhörnchen zusehen.

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