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Was tun nach dem Abi?

Die unschönen Seiten des Backpacker-Daseins

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

20.11.2013

Nach vier Wochen auf der Farm meiner Freunde beschloss ich weiterz ziehen. Der Besuch weiterer Bekannter stand jedoch vorerst nicht auf dem Programm, mich hatte mal wieder das Backpacking-Fieber gepackt. Nur mit dem Rucksack reisen wohin ich will, bleiben solange ich möchte; das hörte sich gut an. Allerdings wollte ich der beliebtesten Rucksacktouristen-Route – ein Großteil verläuft entlang der Ostküste – fern bleiben. Da ich mir kein Auto leisten konnte, fasste ich den Entschluss, meine Weiterreise mit dem Bus zu planen. Unter anderem verkehren in Südafrika die Busgesellschaften Greyhound, Translux, City to City und Intercape, welche allgemein als sicher gelten. Trotzdem sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass Südafrikaner im Straßenverkehr durchaus ein anderes Sicherheitsempfinden haben als wir, manche Manöver sind schon ein wenig halsbrecherisch…

Jedenfalls nahm ich eine neunzehnstündige Busfahrt nach Durban auf mich. Und fand mich um fünf Uhr morgens alleine an einer menschenleeren Tankstelle, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Schon in Deutschland hätte ich in so einer Situation ein komisches Gefühl, aber in Südafrika war ich kurz davor, eine klitzekleine Panikattacke zu bekommen, denn ich wusste nicht, wie ich von der Tankstelle zum Hostel kommen sollte. Ich hatte versäumt, mir eine südafrikanische Handynummer zuzulegen, weswegen selbst ein Taxi zu rufen nicht in Frage kam. In meiner Verzweiflung bin ich ins nächstbeste Geschäft gestürmt, habe dem Manager meine Situation geschildert und er bot mir an, mich mitzunehmen. Bitte keinesfalls nachmachen! Egal, wie nett jemand sein sollte, wenn es irgendwie anders geht, nicht bei Fremden ins Auto steigen. Ich hatte kaum eine andere Wahl und kam zum Glück auch unversehrt beim Hostel an.

Nach gründlicher Internetrecherche stellte sich heraus, dass alle Busse in Südafrika an Tankstellen halten, die größtenteils am Stadtrand gelegen sind. Nennt mich übervorsichtig, aber das war mir als Alleinreisende junge Frau ein zu großes Sicherheitsrisiko. Nachdem ich mit meinen Bekannten gesprochen hatte und sich herausstellte, dass ich sie leider nicht besuchen konnte, beschloss ich, vorzeitig nach Hause ins kalte Deutschland zu fliegen.

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