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Bachelor live: Die Qual der Wahl

Anna

Autor:
Anna

Rubrik:
studium

21.11.2022

Was tun nach dem Bachelor? Ein Master soll her, so viel steht fest! Aber welcher? Tja, da wird es schwierig. Auf der Website der Psychologie-Fachschaften-Konferenz sind 97 deutsche Psychologie-Masterstudiengänge gelistet. Und das sind nur die staatlichen Unis – private Hochschulen, Angebote im Ausland oder fachfremde Master nicht miteingeschlossen. Wie behält man da den Überblick?

Tatsächlich könnte ich einfach in Bamberg bleiben, denn den sogenannten „Mastertest“, der für die Zulassung zum Psychologiemaster notwendig ist, habe ich im letzten Sommer bereits bestanden. Allerdings war ich wegen der andauernden Onlinelehre nicht immer zufrieden mit der Uni war und andere Hochschulen bieten ebenfalls interessante Schwerpunkte an. Daher wollte ich mich zumindest über meine Optionen informieren – und saß dann vor dieser langen Liste. Vielleicht kennt der eine oder die andere diese Situation, so eine große Auswahl kann ganz schön überfordernd sein.

Nach kurzem Prokrastinieren habe ich mir daher zunächst überlegt, was mir an einem Master und an einer Studienstadt wichtig ist. Dass ich für einen Besuch bei meiner Familie nicht den ganzen Tag im Zug verbringen möchte, hat meine Suchresultate schon einmal eingegrenzt. Dann habe ich noch einmal genauere Kriterien aufgestellt, zum Beispiel in welchem Umfang für mich interessante Fächer wie Arbeits- und Organisationspsychologie, pädagogische Psychologie und Beratung in den Stundenplänen integriert sind. Modulhandbücher zu wälzen ist zwar aufwändig, bei genauerem Hinsehen konnte ich so aber einige forschungsorientierte Studiengänge für mich ausschließen.
Hinzu kommt, dass ich gar nicht die Voraussetzungen für alle Master erfülle, denn manche Unis fordern zum Beispiel 12 ECTS in Diagnostik, der Bachelor in Bamberg sieht regulär aber nur 9 ECTS vor. Außerdem gab es vor zwei Jahren eine Reform des Psychologiestudiums und mein Bachelor nach dem „alten“ System ermöglicht gar keinen Übergang in klinische Masterstudiengänge nach dem „neuen“ System.

Letztlich habe ich so eine kürzere Liste mit circa 20 Optionen erstellt und werde mir wahrscheinlich die – neben Bamberg – ein oder zwei interessantesten Unis ansehen, wenn ich an Weihnachten nach Deutschland fahre. Und: auch wenn so viel Auswahl überwältigend sein kann, haben mich meine Mitbewohner:innen aus Litauen, Syrien und Ecuador gestern zurecht darauf hingewiesen, dass diese „Qual der Wahl“ und so viele Studienmöglichkeiten in einem einzigen Land auch ein großes Privileg sind.