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Bachelor live: "Wirst du dann Psychotherapeutin?" (1)

Foto von abi>> Bloggerin Anna

Autor:
Anna

Rubrik:
studium

13.06.2022

Jetzt, im sechsten Semester meines Bachelorstudiums, stelle ich mir immer öfter die Frage „Was möchte ich mit Psychologie eigentlich später mal machen?“. Viele Menschen denken dabei direkt an den Beruf der Psychotherapeutin, für den man nach dem Studium noch eine drei- bis fünfjährige Weiterbildung absolvieren muss. Aber Psychologie bietet noch so viel mehr Möglichkeiten! Deshalb finde ich es beinahe anstrengend, wenn jemand annimmt, ich studierte Psychologie mit dem festen Ziel, Psychotherapeutin zu werden. Wusstet ihr, dass Psychologinnen und Psychologen die Personalauswahl und Personalentwicklung vieler Unternehmen gestalten, in der Gesundheitsförderung oder für Krankenkassen arbeiten und sogar an der Forschung zu Navigations- und Assistenzsystemen in Autos beteiligt sind? Das Psychologiestudium ist also sehr breit aufgestellt und meist auch so gestaltet, dass man sich anfangs noch nicht für eine Richtung entscheiden muss.

Mein erstes Interesse im Studium war die Kinder- und Jugendhilfe: Das umfasst zum Beispiel Tätigkeiten in der Frühförderung oder den „Frühen Hilfen“ für Kinder unter drei Jahren, die von Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen betroffen sind. Psychologinnen und Psychologen arbeiten aber auch in Tagesgruppen für Kinder mit speziellem Förderbedarf oder in Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihrer Familie leben können. Ich stelle mir alle diese Aufgaben sehr spannend und sinnstiftend, aber auch sehr anspruchsvoll und anstrengend vor.

Außerdem interessiere ich mich auch für das Tätigkeitsfeld der Beratung. Darüber hatte ich hier bereits vor einem Jahr berichtet: Beratung richtet sich an Menschen, die sich Unterstützung bei einem ganz bestimmten Thema wünschen – anders als Psychotherapie also nicht primär an Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Meine erste Erfahrung war hier ein Praktikum in einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, das mir – auch aufgrund des Bezugs zur Kinder- und Jugendhilfe – wirklich sehr gut gefallen hat! Ich selbst habe erst drei kurze Elterngespräche geführt, kann mir Beratung als Berufsziel aber gut vorstellen.

Es gibt also nicht den einen Job als Psychologin, vielmehr wird bei Weitem nicht jede Psychologin Psychotherapeutin beziehungsweise jeder Psychologe Psychotherapeut. Welche anderen Bereiche mich interessieren und wie ich auf die Frage „Wirst du dann Psychotherapeutin?“ antworte, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.