Rubrik:
studium
02.09.2021
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Autor:
Ferdinand
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studium
02.09.2021
Vom bayerisch-böhmischen Theaternetzwerk Cojc habt ihr hier vielleicht schon einmal gelesen. Zuletzt war ich wieder mal bei einem Projekt dabei, und diesmal drehte sich alles um die 30 Artikel der UN-Menschenrechtskonvention. 14 Tage lang diskutierten wir über verschiedene Themen, besuchten den Saal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattgefunden haben, oder trafen ehemalige Obdachlose und Menschenrechtler um all diese Begegnungen und den Input in die abschließende Performance einfließen zu lassen.
Fast noch spannender als all das war aber die Location, an der das Projekt die letzten zehn Tage stattfand. Denn von Nürnberg ging es direkt ins Kloster Chotesov, welches unweit der deutsch-tschechischen Grenze liegt. Von Anfang an zog mich das Kloster in seinen Bann.
Der Ort hatte eine sehr wechselhafte Geschichte: So ist das Kloster in der Vergangenheit nicht nur als Mädcheninternat, sondern im Kalten Krieg auch als Militäranlage genutzt worden. Die Spuren der Vergangenheit sind dabei bis heute zu sehen: Stück für Stück wird das Klosterareal saniert, doch der Großteil der Anlage befindet sich noch in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand. Fassaden bröckeln, Spinnen weben ihre Netze, eine dicke Staubschicht bedeckt sämtliche Böden.
Und so hieß es nach unserer Ankunft erst einmal, einige Räume überhaupt bewohnbar zu machen. Das war auch der erste Schritt, um im Kloster heimisch zu werden, in den Tagen danach fühlte ich mich hier immer mehr zuhause. Ich genoss es, zu sehen, wie die Morgensonne durch die Fenster brach, dann die Abendsonne und in der Nacht das Licht der Scheinwerferanlage, die das Kloster von außen beleuchtete und in den Innenräumen einzigartige Lichtspiele an die Wände warf. Ich konnte mich dem Zauber dieses Ortes nicht entziehen, war fasziniert von sich überlagernden Farbschichten an den Mauern, Funden wie Zeitungen aus längst vergangenen Zeiten oder von diesen einmaligen Momenten, wenn man in einem übertünchten Deckenfresko doch noch einen Engel entdeckt.
Als wir am Tag nach der Abschlussperformance nach Hause fuhren, war ich ein wenig wehmütig. Dennoch bin ich gespannt, wie sich das Kloster in der Zukunft entwickeln wird. Wenngleich es noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird, wird die Restaurierung des Klosters fortgesetzt werden. Es ist klar, dass das Kloster dadurch „schöner“ wird, es ist auch klar, dass es dadurch für viele Menschen an Zauber verliert. Doch wenn ich an diesen Ort zurückkommen werde, werde ich mich an meine zehn Tage im Kloster zurückerinnern können.
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