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Master live: Die Wirkungsstätte

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

06.07.2021

Schon vor drei Jahren habe ich hier über „Mein neues Zuhause“, die Nationale Technische Bibliothek (NTK) in Prag geschrieben. Um meine Masterarbeit zu schreiben, bin ich nun an meine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, in der ich 2018 meine Bachelorarbeit geschrieben habe.

Als die Bibliotheken in Tschechien wieder öffneten, gab es für mich kein Halten, ich schnappte mir Laptop und Bücher und machte mich auf in die NTK. An diesem Koloss aus Beton und Glas begeistert mich nach wie vor das gleiche: Viel Platz und Licht zum Arbeiten, Kaffeeautomaten, großartige Öffnungszeiten. Und hier sitze ich nun, Tag ein, Tag aus. Nach über einem Jahr Homeoffice und Studieren daheim tut es wirklich gut, sich wieder einmal woanders der Arbeit zu widmen. Und es tut nicht nur gut, es zeigt auch Wirkung: Meine Bib-Sessions dauern nicht selten 12 Stunden oder länger an – das sind Zeiten, von denen ich daheim nur träumen könnte. Wie schon vor drei Jahren motiviert mich das Klackern der Tastaturen und der Anblick fremder Denkerstirnen. Produktiver arbeiten als hier kann ich wohl nirgends.

Während also einiges gleichgeblieben ist, unter anderem die gigantische Portionsgröße beim Asiaten um die Ecke, ist in der NTK natürlich aktuell auch einiges anders als früher. Corona hat auch im Bibliotheksbetrieb seine Spuren hinterlassen. So überprüft der Sicherheitsdienst rigoros bei Rundgängen sowie über die Videoüberwachung, ob auch alle eine FFP2-Maske tragen – und wenn nicht, gibt’s Ärger. Für mich ein sehr angenehmes Vorgehen, dass dazu beiträgt, dass ich mich in meiner Bibliothek sicherer fühle. Und anders als noch 2018, wo ich in der NTK komplett anonym war, kenne ich mittlerweile ein paar Gesichter in der Bibliothek persönlich, vor allem ausländische Medizinstudierende. Ab und an gehen wir zusammen Mittagessen oder unterhalten uns kurz auf dem Gang über Gott und die Welt.

Und so bleibt nur zu hoffen, dass die Corona-Zahlen in Tschechien nicht wieder in die Höhe schnellen und die Tore der NTK weiter offen bleiben, sodass ich noch ein paar Wochen in der NTK an meiner Masterarbeit schreiben kann.