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Schülerleben live: Augen zu in der Konsumgesellschaft

Ein Porträt-Foto von Emma

Autor:
Emma

Rubrik:
orientieren

12.08.2021

Hast du etwas, bist du etwas. So oder so ähnlich funktioniert unsere Welt. Konsumgesellschaft nennt sich dieses Phänomen. Immer mehr besitzen wollen, immer mehr Geld ausgeben, für das natürlich vorher gearbeitet werden muss und der Glaube durch Besitz glücklich werden zu können, sind ihre Grundzüge. In dem Wohlstand, in dem wir heute leben, ist das für viele kein Problem mehr. Alles ist mehr oder weniger für jeden erschwinglich und wir sind in der Lage für wenig Geld zum Beispiel jede Woche ein neues Kleidungsstück zu kaufen, was im Durchschnitt dreimal getragen wird. Etwa ein Fünftel liegt für immer ungenutzt in den Schränken. Der Nutzen scheint beim Kauf kaum noch eine Rolle zu spielen, viel mehr geht es um das Kaufen an sich. Shoppen ist heute für viele ein Hobby geworden. Ich bestreite nicht, dass es Freude macht, etwas Neues zu besitzen. Doch sollte man sich bewusst machen wie diese Konsumgüter produziert werden. Menschen in der Dritten Welt arbeiten oft unter unmenschlichen Bedingungen, damit unsere Wünsche nach Billigprodukten befriedigt werden. Mittlerweile müssten wir es eigentlich besser wissen, denn jeder kann sich darüber informieren, wie etwa Fast Fashion produziert wird. Der CO2-Abruck, der durch Produktion, Lagerung und Transport entsteht, gehört zu den größten Klimakillern der Erde und die dabei verwendeten Chemikalien machen ganze Flüsse zu einem giftigen Sumpf.  Der Wunsch nach etwas Neuem scheint dann aber größer zu sein als das Gewissen oder das Mitgefühl. Doch tut uns dieses oberflächliche, kurze Vergnügen überhaupt gut? Wir scheinen im Konsum unsere Erfüllung zu suchen, wollen und hoffen so einen bestimmten Status gewinnen oder zumindest, das ist wissenschaftlich belegt, das Belohnungszentrum im Gehirn anregen. Das setzt uns unter Druck, denn wer Geld ausgeben will, muss dafür arbeiten und wer viel Geld ausgeben will, muss noch mehr arbeiten. Je mehr Geld wir ausgeben können, umso höher ist der soziale Status. Wir arbeiten für Geld, um es für Dinge auszugeben, die wir nicht brauchen. Die Konsumgesellschaft macht uns letztendlich alle zu Verlierern.