zum Inhalt

Schülerleben live: Stadt oder Land

Ein Porträt-Foto von Emma

Autor:
Emma

Rubrik:
orientieren

22.06.2021

Ich bin in einem Dorf groß geworden und muss nur etwa fünf Minuten gehen, um im Wald zu sein. Man könnte sagen: Ich lebe dort, wo andere Urlaub machen, denn zu uns kommen viele Menschen zum Wandern, Ski- oder Fahrrad fahren. Die Berge liegen vor meiner Haustür und man kann jeder Zeit zu einer spontanen Wanderung aufbrechen und von ganz oben ins Tal hinabblicken. Nie in meinem Leben habe ich auch nur eine Nacht in einer Stadt geschlafen und niemals irgendetwas vermisst. Da nun aber in einem Jahr schon mein Abitur ansteht und ich danach gerne studieren will, war ich mehr oder weniger dazu gezwungen, mich damit auseinander zu setzen, wie es wohl wäre dort zu leben. Dort wo überall Menschen und Geschäfte sind und man eine ganze Ecke fahren muss, um raus in die Natur zu kommen. Ich sehe für mich persönlich nicht wirklich einen Vorteil in dem Leben in einer Stadt und habe die Vermutung, dass ich mich dort wahrscheinlich erstmal ziemlich fehl am Platz fühlen würde. So richtig ins Stadtleben passe ich nicht. Wenn ich doch einmal dorthin fahre, ist das zwar für einen Tag völlig in Ordnung, aber doch auch sehr anstrengend und ich weiß es spätestens nachdem ich dort den Verkehr erlebt habe wieder wirklich zu schätzen, wie schön es doch zuhause ist. Endgültig beurteilen, was denn nun das Richtige für mich ist, kann ich natürlich erst dann, wenn ich es einmal ausprobiert habe, mehr als einen Tag in der Stadt zu verbringen, aber wenn ich ehrlich bin, reizt es mich nicht sonderlich diese Erfahrung zu machen. Ich fühle mich ziemlich wohl dort, wo ich herkomme, und kann es mir nicht vorstellen, hier weg zu gehen. Das macht die Sache mit dem Studium natürlich etwas schwierig. Jedoch ist es für mich unvorstellbar, nicht spontan zu sagen: Ich gehe mal eben noch mit dem Hund in den Wald. Oder: Ich gehe mit meinen Freundinnen eine Runde wandern. Wenn ich aus meinem Fenster gucke, sehen ich in den Wald und auf den Weg, den ich dann immer entlang gehe. Es mag Menschen geben, die nicht so sehr daran hängen und die es als ein Abenteuer und eine großartige Chance sehen, aus ihrem gewohnten Umfeld herauszukommen und in die Stadt zu gehen. Mir dagegen wäre es am liebsten, ich könnte hierbleiben. In wieweit das möglich ist, muss ich noch herausfinden.