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Schülerleben live

Wieder zu Hause

Autor:
Maril

Rubrik:
studium

24.02.2021

Als ich letztes Jahr im Herbst mein Studium begann, hätte ich nicht gedacht, dass Heimweh für mich so gar kein Thema sein würde. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich mich immer mal wieder einsam fühlen und nach Hause sehnen würde. Doch dem war nicht so – nicht einmal, als meine Mitbewohnerin für längere Zeit nach Hause fuhr und ich allein in unserer WG im Studentenwohnheim hockte oder als die Kontaktbeschränkungen weiter verschärft wurden und ich auch kaum noch Präsenztermine in der Uni hatte. Irgendwie machte es mir damals gar nicht so viel aus. Natürlich war es keine schöne Zeit im eigentlichen Sinne, aber ich kam gut mit der Situation zurecht. Als ich über die Feiertage und den Jahreswechsel zu Hause war, genoss ich selbstverständlich die Rundumversorgung in vollen Zügen, doch es war für mich auch nicht allzu schlimm, als ich nach zwei Wochen wieder zurück musste.

Es machte mir alles in allem viel weniger aus, als ich befürchtet hatte. Denn eigentlich bin ich ein wirklicher Familienmensch und komme mit dem Alleinsein nicht gut zurecht. Zu meinen Eltern und meiner Schwester habe ich ein sehr inniges Verhältnis und ich hätte nie gedacht, dass es mir von Anfang an so leicht fallen würde, von zu Hause weg zu sein. Zum Glück studiere ich auch nicht wirklich weit entfernt von meinem Heimatdorf, mit dem Zug sind es zwar fast fünf Stunden – mit dem Auto aber nicht einmal drei. Also besuche ich meine Eltern auch des Öfteren, aber dennoch spielte sich mein eigentliches Leben zum Großteil in der Uni beziehungsweise später dann aufgrund des erneuten Lockdowns fast ausschließlich in meinem Zimmer im Studentenwohnheim ab.

Tja, und nun bin ich für die Semesterferien wieder zu Hause – und bange dem Moment entgegen, wenn das Sommersemester wieder beginnt. Nicht nur, weil dann noch zwei Prüfungen anstehen, die aus einem unerfindlichen Grund auf die erste Woche des Sommersemesters gelegt wurden, sondern weil ich einfach nicht von zu Hause weg möchte. So viel zum Thema ich würde gut damit klar kommen und Heimweh wäre kein Problem für mich. Vielleicht habe ich nicht bemerkt, wie sehr mir mein eigentliches zu Hause fehlt, weil durch das Studium alles so neu und aufregend war – selbst ohne die Möglichkeit mit Freunden abends auszugehen oder viel in der Stadt zu unternehmen. Womöglich habe ich aber mir auch selbst gar nicht erst erlaubt, über Heimweh nachzudenken. Doch nun habe ich Semesterferien und wenig für die Uni zu tun, so dass ich Zeit habe mich auszuruhen und um nachzudenken – und plötzlich ist es da, das Heimweh bzw. die Angst davor. Hoffentlich kann mich mein Pflegepraktikum im Krankenhaus, das nächste Woche beginnen wird, ein bisschen ablenken. Und falls ich es mal wirklich nicht mehr aushalten sollte: Was sind denn schon fünf Stunden Zugfahrt?

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