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Studieren im Ausland: Throwback

Ein Porträt-Foto von Noah

Autor:
Noah

Rubrik:
studium

05.09.2022

Während ihr das lest, liegt ihr hoffentlich bei 30 Grad und einem süffigen Cocktail an einem Gewässer eurer Wahl – diese Einleitung ist wichtig, denn ich erzähle euch jetzt vom zurückliegenden Weihnachten. Das muss jetzt sein, weil kurz vor Weihnachten etwas Großes während meines Auslandsemesters passiert ist, was für ein frühzeitiges Ende desselben gesorgt hätte. Also stellt euch vor, es liegt Schnee und die Temperaturen sind unter dem Gefrierpunkt – es ist kurz vor Weihnachten und ich freue mich darauf, meine Freunde und Familie endlich wieder sehen zu können.

Schon von Beginn an war mir klar, dass ich an Weihnachten gerne zu Hause sein möchte. Meine Kommilitonen hatten ähnliche Pläne wie ich: an Weihnachten zu Hause sein und zu Silvester wieder in Tallinn. Es ist der Freitag vor Weihnachten; einige schreiben ihre letzten Klausuren oder arbeiten an ihren Hausarbeiten. Fast jeder ist aber schon gedanklich im Flieger oder freut sich auf Weihnachten in Tallinn – bis diese eine Nachricht in den Gruppenchat des Wohnheims geschrieben wurde: „Guys, i’m positive.“ Binnen acht Stunden meldeten sich elf weitere Menschen, die einen positiven Schnelltest hatten. Es brach Panik unter den restlichen, noch negativen Wohnheimbewohnern aus. Ein paar buchten sich direkt den nächsten Flug für den kommenden Morgen. Im gesamten Wohnheim war ab sofort selbstauferlegte Maskenpflicht und trotzdem wurden es immer mehr positive Tests. Auch in meiner Freundesgruppe ging die Diskussion los, wie wir jetzt vorgehen sollten – wir wollten alle nach Hause, um dort Weihnachten zu feiern. Doch leider wurde auch jemand aus meinem Freundeskreis positiv, sodass wir uns dazu entschieden haben, alle einen PCR-Test zu machen. Ich freundete mich derweil schon mit dem Gedanken an, mein Weihnachten in Quarantäne auf 9 Quadratmetern zu verbringen, doch mein Test kam am Morgen meines Abflugs negativ zurück und jeder weiterer Schnelltest blieb negativ – und so konnten alle meine Freunde und ich, bis auf eine Ausnahme, doch noch nach Hause fahren. Was jedoch sehr schön zu sehen war, war wie sehr sich das Wohnheim untereinander unterstützt hat. Wir waren gegenseitig füreinander einkaufen, packten uns kleine Weihnachtsgeschenke und niemand hat sich alleine gefühlt – auch so kann Weihnachten aussehen.