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100 erste Tage an der Uni

Ein kleines Mädchen in der Großstadt

Tada, hier bin ich, frischgebackene Düsseldorferin. Seit ein paar Tagen wohne ich im Wohnheim und kann schon jetzt sagen, dass es mir dort super gefällt. Woran ich mich allerdings noch gewöhnen muss, ist die Stadt an sich.

Es mag vielleicht naiv klingen, aber mir ist vorher nie aufgefallen, wie groß Düsseldorf tatsächlich im Vergleich zu meiner 40.000-Einwohner-Heimatstadt ist. Allein schon die bereits erwähnten Probleme, sich mit dem Auto zurechtzufinden. Mittlerweile weiß ich aber, wie man am schnellsten von meinem Elternhaus zum Wohnheim und wieder zurückkommt.

In der Kleinstadt weiß ich, wo alles ist. Ich habe knapp 16 Jahre dort gewohnt und würde mal sagen, dass ich mich –abgesehen von abgelegenen Randgebieten – dort ziemlich gut auskenne. Und wenn man dann mal, durch Gespräche mit dem Beifahrer abgelenkt, eine Abfahrt verpasst, heißt es: „Ach egal, fahr ich eben die Straße hoch und dann da hinten durch die Wohnsiedlung oder ich drehe am Parkplatz oben.“ So weit bin ich in Düsseldorf noch lange nicht, aber dass ich mittlerweile wenigstens die eine oder andere Straße wiedererkenne, zähle ich als Erfolg.

Außer dem Auto gibt es hier aber noch viel wichtigere Fortbewegungsmittel: die öffentlichen! Eigentlich dachte ich, dass ich mit Bus und Bahn mittlerweile sehr gut zurecht komme. Seit der fünften Klasse kann ich Busfahrpläne lesen und spätestens als dann irgendwann das Thema „Shoppen“ aufkam, habe ich zumindest ein paar grundlegende Streckenverbindungen auf meinem Radar, die sich bei jedem neuen Lieblingsladen erweitern.

Daher dachte ich auch, es sei absolut kein Problem, am Dienstagabend, als ich nach dem gelungenen Umzug mit der Clique in unserer Stammbar Fußball gucken war, einfach mit der letzten Möglichkeit des öffentlichen Nahverkehrs zum Wohnheim zu fahren.

Die Verbindung war schnell rausgesucht, bis zur Bahn und in den ersten Bus auch kein Thema, nur dann wurde es kritisch: Die Bushaltestelle, an der ich hätte umsteigen müssen, wurde nicht angezeigt. Irgendwann war ich mir dann auch sicher, mehr als die nötigen fünf Stationen gefahren zu sein und stieg aus, um nicht noch weiter von meiner Route abzuweichen. Die Haltestelle in die entgegengesetzte Richtung war schnell gefunden, aber der Anruf bei einer Freundin brachte nicht das gewünschte Ergebnis: Die letzte Verbindung war vor zehn Minuten und die nächste ist erst um vier Uhr morgens. Da stand ich nun, mutterseelenallein in einer mir unbekannten Gegend und nur via Handy mit jemand Vertrautem verbunden. Was nun?

In dieser Situation fiel mir allerdings eine Haltestelle ein, die auf meiner gewohnten Route zum Wohnheim lag. Dorthin fuhr auch noch ein Bus. Von dort aus musste ich zwar immer noch 20 Minuten bis zum Wohnheim laufen, aber zumindest wusste ich wieder, wo ich mich befand. Die ersten Orientierungsschwierigkeiten habe ich somit gemeistert und ich bin optimistisch, auch weiterhin alles ganz gut hinzubekommen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 6, 2013

100 erste Tage an der Uni

Home sweet home

In den letzten Wochen kamen so langsam alle Rückmeldungen der Fachhochschulen an. Ich bekam eigentlich fast nur Zusagen, außer von Mainz und meinem Favoriten Frankfurt, was sehr schade ist. Allerdings erhielt ich von meinem zweiten Favoriten, nämlich Würzburg, sogar eine Zulassung ins zweite Fachsemester und mir werden dort auch fünf Veranstaltungen angerechnet, die ich schon an der Uni besucht habe. Das freut mich sehr!

Außerdem muss ich jetzt nicht aus meiner Wohnung ausziehen, was nicht nur Stress spart sondern auch sehr schön ist, da mir so meine Mitbewohnerinnen und Freunde in der Stadt erhalten bleiben.

Ich hatte erst Zweifel, da sich im zweiten Semester sicherlich schon „Grüppchen" gebildet haben und ich es somit schwerer haben werde, Anschluss zu finden. Auf der anderen Seite habe ich ja aber schon meinen Freundeskreis und bin somit nicht alleine.

Letztendlich bin ich wirklich sehr froh, wie es gekommen ist. Schon beim Einschreiben habe ich mich individueller behandelt gefühlt als an der Universität. Das „Sekretariat" erinnerte an Schulzeiten und ich fühlte mich sofort wohl. Jetzt sind es nur noch drei Wochen, bis ich mein Studium wieder aufnehmen kann und die „verschwendete" Zeit kommt mir gar nicht so lange vor. Ich freue mich auf den Neuanfang und die neuen Herausforderungen, die auf mich warten!

Autor: Fanny  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2013
Autor: Fanny
Rubrik: studium
Feb 28, 2013

100 erste Tage an der Uni

Ein Lob an alle Malermeister

Als Termin zum Streichen meines Wohnheimzimmers hatte ich mir den Mittwoch nach Karneval ausgesucht und glücklicherweise direkt Unterstützung gefunden: Mein Freund fühlte sich quasi dazu verpflichtet, meine beste Freundin bot sich auch direkt an, und als ich meinen Unifreundinnen von meiner neuen Unterkunft erzählte, meldete sich eine von ihnen spontan dazu, mitzuhelfen.

Einen Tag vorher begann ich mit den Vorbereitungen. Weiße Farbe und ein paar Rollen hatte ich zum Glück noch im Keller gefunden, sodass ich das Geld dafür sparen konnte. Da ich eine leichte Abneigung gegen Navigationsgeräte habe, hatte ich mir für die Fahrt nach Düsseldorf überlegt, einfach bis zur Uni zu fahren (den Weg habe ich schon mehrmals im Auto gefunden) und danach der Busroute zu folgen, die ich auch schon ein paar Mal gefahren bin. Gesagt, getan. Bis zur Uni ging dieser Plan auf, danach wurde es kritisch. „Au verdammt, ich hätte hier gerade links gemusst. Egal, fahren wir die nächste. Okay, das geht nicht, das ist eine Sackgasse, dann halt die übernächs… auch eine Sackgasse…“ – „Dann fahr hier auf die Hauptstraße und dann die nächste links … Janna, warum biegst du nicht ab?“ – „Da ist so ein roter Kreis, das heißt, dass man da nicht reinfahren darf.“ – „Und hier?“ – „Da ist auch ein roter Kreis…aber hier könnte ich abbiegen.“ – „Da war auch ein roter Kreis.“ – „Aber ich glaub, da stand drunter ‚Anlieger frei‘. Egal, einfach mal gucken, wo wir rauskommen.“

Letztendlich haben wir das Wohnheim gefunden und uns ans Abkleben gemacht. Meine Freundin konnte das deutlich besser – in der Zeit, in der ich eine Steckdose abgeklebt hatte, war das restliche Zimmer fertig. Ich habe keine Ahnung, was für Gedanken ich mir darüber gemacht hatte, wie leicht oder schwer Streichen ist, aber mittlerweile habe ich eine ziemliche Hochachtung vor jedem Maler, der damit sein Geld verdient. Mal ganz abgesehen davon, dass das ewige Hoch- und Runterrollen ziemlich auf die Arme geht, ist es extrem deprimierend, wenn das vorherige Orange weiterhin unter dem Weiß durchschimmert und sich vor allem die weiße Kante knapp unter der Decke viel zu stark von dem schon gestrichenen Teil abhebt. Und wenn sich dann auch noch jemand mit dem Rot vermalt…

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2013
Autor: Janna
Rubrik: studium
Feb 26, 2013