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100 erste Tage an der Uni

Ein kleines Mädchen in der Großstadt

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

06.03.2013

Tada, hier bin ich, frischgebackene Düsseldorferin. Seit ein paar Tagen wohne ich im Wohnheim und kann schon jetzt sagen, dass es mir dort super gefällt. Woran ich mich allerdings noch gewöhnen muss, ist die Stadt an sich.

Es mag vielleicht naiv klingen, aber mir ist vorher nie aufgefallen, wie groß Düsseldorf tatsächlich im Vergleich zu meiner 40.000-Einwohner-Heimatstadt ist. Allein schon die bereits erwähnten Probleme, sich mit dem Auto zurechtzufinden. Mittlerweile weiß ich aber, wie man am schnellsten von meinem Elternhaus zum Wohnheim und wieder zurückkommt.

In der Kleinstadt weiß ich, wo alles ist. Ich habe knapp 16 Jahre dort gewohnt und würde mal sagen, dass ich mich –abgesehen von abgelegenen Randgebieten – dort ziemlich gut auskenne. Und wenn man dann mal, durch Gespräche mit dem Beifahrer abgelenkt, eine Abfahrt verpasst, heißt es: „Ach egal, fahr ich eben die Straße hoch und dann da hinten durch die Wohnsiedlung oder ich drehe am Parkplatz oben.“ So weit bin ich in Düsseldorf noch lange nicht, aber dass ich mittlerweile wenigstens die eine oder andere Straße wiedererkenne, zähle ich als Erfolg.

Außer dem Auto gibt es hier aber noch viel wichtigere Fortbewegungsmittel: die öffentlichen! Eigentlich dachte ich, dass ich mit Bus und Bahn mittlerweile sehr gut zurecht komme. Seit der fünften Klasse kann ich Busfahrpläne lesen und spätestens als dann irgendwann das Thema „Shoppen“ aufkam, habe ich zumindest ein paar grundlegende Streckenverbindungen auf meinem Radar, die sich bei jedem neuen Lieblingsladen erweitern.

Daher dachte ich auch, es sei absolut kein Problem, am Dienstagabend, als ich nach dem gelungenen Umzug mit der Clique in unserer Stammbar Fußball gucken war, einfach mit der letzten Möglichkeit des öffentlichen Nahverkehrs zum Wohnheim zu fahren.

Die Verbindung war schnell rausgesucht, bis zur Bahn und in den ersten Bus auch kein Thema, nur dann wurde es kritisch: Die Bushaltestelle, an der ich hätte umsteigen müssen, wurde nicht angezeigt. Irgendwann war ich mir dann auch sicher, mehr als die nötigen fünf Stationen gefahren zu sein und stieg aus, um nicht noch weiter von meiner Route abzuweichen. Die Haltestelle in die entgegengesetzte Richtung war schnell gefunden, aber der Anruf bei einer Freundin brachte nicht das gewünschte Ergebnis: Die letzte Verbindung war vor zehn Minuten und die nächste ist erst um vier Uhr morgens. Da stand ich nun, mutterseelenallein in einer mir unbekannten Gegend und nur via Handy mit jemand Vertrautem verbunden. Was nun?

In dieser Situation fiel mir allerdings eine Haltestelle ein, die auf meiner gewohnten Route zum Wohnheim lag. Dorthin fuhr auch noch ein Bus. Von dort aus musste ich zwar immer noch 20 Minuten bis zum Wohnheim laufen, aber zumindest wusste ich wieder, wo ich mich befand. Die ersten Orientierungsschwierigkeiten habe ich somit gemeistert und ich bin optimistisch, auch weiterhin alles ganz gut hinzubekommen.

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