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Fazit Wochenbett – Achterbahn der Gefühle

Autor:
Lydia

Rubrik:
ausbildung

21.03.2019

Das Wochenbett in meinem Krankenhaus teilt sich in zwei Abteilungen: die Wöchnerinnen, also gesunde Mütter und Kinder, sowie die Risikoschwangerschaften und Entbindungen, die nicht so verlaufen sind, wie sie sollten.
Bis auf wenige Ausnahmen, habe ich alle meine Dienste bei den Risikoschwangeren verbracht. Neben den Hormon- und Stimmungsschwankungen der Schwangeren, sind auch meine Gefühle oft Achterbahn gefahren. Als Pflegekraft muss ich schnell wechseln können zwischen „menschlich“ und „tough“. Und ich darf das Leid mancher Patientinnen und Neugeborener nicht mit nach Hause nehmen. Sonst gehe ich daran eines Tages kaputt.
Was mich diese Station neben vielen Krankheitsbildern jedoch am meisten gelehrt hat ist, dass Schwangerschaften extrem gut verlaufen können, es aber auch tausende Fälle gibt, in denen nicht alles gut verläuft. In dieser Station trifft alles zusammen. In einem Zimmer liegt eine Mutter mit einer Schwangerschaftsvergiftung, im nächsten geht es der Mutter gut, aber das Kind muss auf die Intensivstation. Zwei Zimmer weiter hat eine Mutter ohne Probleme Zwillinge geboren und darf bald nach Hause.
Mit jedem einzelner Patientin fühle ich mit. Ich freue mich, wenn Mütter und Kinder entlassen werden, hoffe, dass das Kind die große OP gut übersteht und manchmal halte ich einfach nur die Hand der Mama, damit sie sich nicht alleine fühlt.
Dieser Einsatz hat mir nochmal ein großes Stück Dankbarkeit beschert. Nichts ist selbstverständlich, offenbar nicht einmal, dass ich gesund auf der Welt bin.
Umso mehr freue ich mich dann zu hören, dass das Kind auf der Intensivstation wieder atmet, die kranke Mutter mir mit neuen Kräften auf dem Flur entgegen kommt oder Angehörige voller Vorfreude den neuen Erdling begrüßen. Es gibt sie, die Dinge, die ich einfach nur schweigend genießen möchte.

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