interaktiv

Geschichte und Philosophie

Reise auf die Krim

Autor:

Rubrik:
studium

01.09.2010

Gut zehn Tage bin ich nun schon auf der Krim. Der erste Tramp nach Krakau verlief sehr gut. Die Straße ist gut ausgebaut und deswegen stark befahren – zumindest bis Krakau, danach nicht mehr. Ich war überrascht, wie viele Touristen in der Stadt waren. Die Art pauschaler Tourismus, der die ausgetretenen Pfade geht, gefällt mir nicht.

Naja, Krakau habe ich gleich hinter mir gelassen und mich mit dem Nachtzug nach Odessa aufgemacht. Als ich mich im Zug mit einigen Leuten unterhielt und sie erfuhren, dass ich ganz alleine nach Odessa wolle und dort sogar ein, zwei Tage zu verweilen vorhatte, waren sie überrascht und machten sich große Sorgen. Odessa, das sei nicht die Stadt für jemanden wie mich. Ketten würden einem vom Hals gerissen, Taschen aufgeschlitzt und nicht selten verschwände auch jemand. So schlimm erschien mir die Stadt nun gar nicht. Der Bahnhof war äußerst prächtig und die Hitze groß. „Auf dem Markt,“ sagt ein Sprichwort, „kann man alles kaufen, nur seine Großmutter nicht.“ Die Pracht, die Farben und die Gerüche schienen das zu bestätigen. Odessa erschien mir sehr mondän zu sein: Es gab viele Juweliere und mit Prunk protzende russische Touristen.

Die Züge auf die Krim waren alle ausgebucht, die Fähren nicht, dafür sind die aber jenseits meines Budgets. Deshalb entschied ich mich für einen Nachtbus, der abends losfuhr und am nächsten Vormittag ankommen sollte. Die ersten paar Stunden der Fahrt lief auf einem kleinen Bildschirm ein russischer Film: Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion – die Bösen gegen die Guten – eine ungewöhnliche Filmästhetik.

 

Diesen Artikel teilen