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Studentenleben live

Party

Gestern war ich auf einer Party in .der Zweizimmerwohnung eines Studenten. Im Wohnzimmer ein Klavier, einige recht gelungene jugendlich-abstrakte Bilder auf Leinwand, dann ein spitz-ovaler Bartisch und darum einige Barhocker. Wir tranken und unterhielten uns über diesen und jenen Film – „Tree of Life“, „A Single Man“ und „Inception“. Dann über diese oder jene junge Leipziger Band… Was kam dabei rum? Einer sagte, dass ihm „Tree of Life“ nicht gefallen habe, die anderen waren überrascht. Ein anderer sagte, dass er „A Single Man“ sehr gelungen fand, die anderen stimmten zu, jemand sagte, er finde die So-und-so-Band ganz toll usw. Im Hintergrund lief Musik von youtube.

Gegen Mitternacht fingen die besonders gewieften Partyganger an, ihre Connections anzurufen, wo denn noch was los sei… Dann wurden Pläne geschmiedet und gegen ein Uhr wollten einige zu einer angesagten Party aufbrechen. Zum Aufbruch kam es dann doch erst einmal nicht…. Gegen zwei Uhr hatte ich meiner Nachtseitigkeit, dem allgemeinen Dämmerzustand und dem Luft-Rauchgemisch genug gefrönt und begab mich an die frische, kühle Nachtluft. Welch eine seltsame Ruhe in der Stadt! Wie angenehm mein tiefes Atmen. Die Heimfahrt mit dem Radel durch die Dunkelheit war das schönste an diesem Abend.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 4, 2011
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Aug 4, 2011

Studentenleben live

Studentische Hilfskraft

Mein erster Hiwi-Vertrag (Hiwi = kurz für Hilfswissenschaftler) galt für ein ganzes Semester. Inzwischen erscheint mir die Anstellung wie ein Glücksspiel, ein Hangeln von einem Ast zum anderen. Alle paar Monate darf ich eine kleine Verlängerung unterzeichnen. Im Januar und Februar arbeiteten meine Kollegen und ich ohne Bezahlung, weil die Gelder für das neue Jahr erst noch nicht bewilligt, dann noch nicht verteilt waren. Auf unsere Unterstützung war unser Prof trotzdem angewiesen. Klar, dass wir ihn nicht hängen ließen, aber gut fühlte es sich nicht immer an. An anderen Unis und anderen Lehrstühlen sieht es, wie mir ein paar Freunde berichteten, auch nicht besser aus.

Der Professor scheint mir tatsächlich in vielen Fällen nicht mehr der Forschende oder Schreibende zu sein. Ein Großteil seiner Arbeit geht in das Schreiben von Anträgen, das Einwerben von Drittmitteln – irgendwo muss Geld herkommen – damit andere – seine Master- und Promotionsstudenten – tatsächlich arbeiten können. Es gibt sicher einige Profs, die damit zufrieden sind, denen das vielleicht sogar lieber ist, aber sicher auch einige, die von dem ganzen Tohuwabohu zerrieben werden.

Nun, mein jetziger Hiwi-Vertrag geht drei Monate und dann mal schauen. Hier in Sachsen sehen die Politiker noch immer Einsparpotenzial bei den Unis. Zumindest wurde inzwischen der Lohn für eine Hilfskraft von sieben Euro auf knapp über acht Euro angehoben.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 1, 2011
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Aug 1, 2011

Studentenleben live

Wie ein Nomade oder Jäger

Wie ein Nomade oder Jäger, der durch ein weites Gebiet streift und sich für Hunger, Durst, Müdigkeit und schlechtes Wetter wappnen muss – so habe ich mir auf meinen Streifzügen durch Uni und Stadt einige solche Orte gesucht, an denen ich etwas zu essen und zu trinken finde, wo ich mich hinlegen kann, wenn ich müde bin, wo ich Unterschlupf bei schlechtem Wetter und Schutz vor der Sonne finde. Am schwierigsten war es für mich, Orte der Erholung zu finden. Müdigkeit überkommt mich immer wieder sehr spontan. Dieser Müdigkeit will ich nachgeben können, sie nicht bekämpfen oder unterdrücken. In der Bibliothek zum Beispiel habe ich inzwischen zwei Stellen, wo ich mir ein paar Bücher aus dem Regal greife – als Kopfkissen sozusagen – und mich dann unter einen Tisch schlafen lege. Es passen nur Kopf und Oberkörper darunter. Die Beine schauen dann noch heraus. Einmal hat sich jemand erschreckt und dachte, mir sei etwas passiert. Doch meist schlafe ich gleich ein und bekomme dann, bis ich zehn oder zwanzig Minuten später wieder aufwache, sowieso nichts mit. Und dieser kurze Schlaf ist so erfrischend. Ohropax und eine Schlafbrille aus dem Flugzeug gehören zu meinem Standardgepäck. Im Sommer ist zum Glück der Park nicht weit weg, aber was, wenn es mal wieder regnet oder doch zu kühl ist?

Die Uni denkt an alle mögliche Bedürfnisse des Menschen, nur an seine Müdigkeit nicht – gleichsam, als sei es ein Tabu. Der Mensch darf nicht ruhen, nur stehen, sitzen, gehen. Dabei ist das „power-napping“ – kurzer erholsamer Schlaf am Tage – in anderen Kreisen schon längst etabliert. Selbst die mit ihrer Zeit so geizenden Wall-Street-Händler haben dies erkannt und schlaue Unternehmer bieten ihnen die Räumlichkeiten für einen kurzen erholsamen Schlaf – zur Steigerung der eigenen Produktivität.

In unserer Bibliothek könnte man doch wunderbar ein paar Schlafbänke oder, wie im gedrängten Japan ‚Schlafröhren‘ aufstellen. Gerade für ein erfolgreicheres Lernen braucht doch unser Geist auch seine Ruhe, seinen Schlaf. Nun, bis diese Erkenntnis irgendwann Common Sense geworden ist, werde ich mir auf den beschriebenen Wegen und mit meiner Spezialkarte erst einmal auszuhelfen wissen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2011
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Rubrik: studium
Jul 25, 2011