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Studentenleben live

Die unendliche Geschichte

Autor:
Leon

Rubrik:
studium

24.10.2012

Es gibt Fußballteams, die steigen sang- und klanglos ab. Vier oder fünf Spieltage vor Schluss. Die Anhänger haben dann relativ früh Gewissheit und können sich mit dem Gedanken anfreunden, in der nächsten Saison nur zweitklassig zu spielen. Und es gibt Fußballteams, die lassen ihre Fans leiden. Mannschaften, die an jedem der letzten drei oder vier Spieltage rein theoretisch schon absteigen könnten, es aber irgendwie immer schaffen, sich ins nächsten „Endspiel“ zu retten. So wie Hertha BSC Berlin in der vergangenen Bundesligasaison.

Ich weiß nicht mehr, vor wie vielen Spielen wir uns in der Redaktion auf den „worst case“, also den Abstieg, vorbereitet haben und eigentlich immer fest davon ausgegangen waren: „Diesmal schaffen sie es nicht.“ Und selbst ich, als ewiger Optimist und Hertha-Fan, musste zugeben, dass die allwöchentlichen Durchhalteparolen irgendwann nur noch peinlich waren. Aber irgendwie hatte es die Alte Dame dann ja sogar in ein Endspiel am letzten Spieltag gegen Hoffenheim und Ex-Trainer Markus Babbel geschafft. Jetzt gab es kein nächstes Spiel mehr, in das man sich hätte retten können. Jetzt musste ein Sieg her! Und tatsächlich: Hertha gewann mit 3:1 und stand somit in der Relegation – womit das Leiden im Grunde erst so richtig anfing.

Das Hinspiel zu Hause wurde verloren und im Rückspiel begann die unendliche Abstiegsgeschichte. Platzsturm der Düsseldorfer Fans, Einspruch von Hertha gegen die Spielwertung, die Klage wird abgewiesen, Einspruch gegen die Abweisung der Klage, Abweisung des Einspruchs gegen die Abweisung ... Das hört sich nicht nur völlig bescheuert an, es war völlig bescheuert. Nicht nur die anderen in der Redaktion, sondern auch ich war letztendlich froh, als der Abstieg dann mal endgültig feststand und die scheinbar unendliche Geschichte doch noch ein Ende gefunden hatte.

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