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Studentenleben live

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Drei Wochen sind nun beinahe vergangen, seit ich in Münster gelandet bin. Ehrlich gesagt klingt das nach nicht viel, verglichen damit, wie wohl ich mich hier bereits fühle! Klar, es gibt noch so ein paar Faktoren, die mich regelmäßig daran erinnern, dass mich drei Wochen Münster noch nicht zum Westfalen werden lassen: Unter meinen Kommilitonen fallen wir vier, die wir aus Süddeutschland kommen, doch auf (vermutlich gibt’s noch mehr Süddeutsche, aber ich habe noch nicht alle 140 Kommilitonen kennengelernt): Mir war beispielsweise nicht bewusst, dass man hier das Wort „daheim“ zwar kennt, jedoch NIE gebrauchen würde. Und es kommt immer wieder zu teils lustigen Missverständnissen. So wurde mir beispielsweise gesagt, dass es doch sehr auffällig sei, dass ich aus Bayern komme, da ich so deutlich spräche! Ich, der aber aus Franken kommt, stellte mir kurz nürnbergerisches Fränkisch vor und dachte: „Naja, da muss man schon sehr, sehr wohlgesonnen sein, das als deutliche Aussprache durchgehen zu lassen!“ Ein paar Minuten später – ich hatte etwas bewusster auf mein eigenes Reden gehört – wurde mir klar, dass ich wohl tatsächlich ganz anders redete, als ich es daheim täte. Unbewusst hatte ich mich angestrengt, das lupenreinste Hochdeutsch zu sprechen, um nicht durch das ungeliebte „Fränggisch“ aufzufallen. Im Übrigen ist es eine echt schwierige Aufgabe, den Leuten begreiflich zu machen, dass in Nürnberg alles, nur kein Bayerisch gesprochen wird.

Bezüglich meiner Wohnungssituation hat sich auch einiges verändert: Mein eigentlich nur interimsweise bezogenes WG-Zimmer hat sich spontan und glücklicherweise in etwas langfristiges gewandelt. Meine Mitbewohnerin bleibt nun doch in Münster, um ins Referendariat zu gehen, sodass ich zumindest während der nächsten beiden Jahre definitiv eine Bleibe haben werde!

Das ist insofern toll, als ich mich jetzt voll aufs Studieren konzentrieren kann, ohne auf lästige WG-Castings rennen zu müssen! Wobei ich die Augen und Ohren schon offen halte, denn mittel- bzw. langfristig würde es mich doch freuen, ein etwas größeres Zimmer „daheim“ nennen zu können.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Apr 25, 2013

Studentenleben live

Leipzig — Hypzig

Leipzig ist kein verschlafenes Nest mehr, es ist auch nicht mehr eine einzige große Baustelle. Leipzig ist voller junger Leute, die hier studieren, eine Ausbildung machen oder kulturell was reißen wollen. Der Spiegel, die FAZ, die Süddeutsche usw. berichten inzwischen über die Stadt im Osten und bezeichnen sie schon mal als „Klein-Berlin“ oder „Paris des Ostens“. Mit ein paar Freunden rede ich inzwischen von „Hypzig“ – die Stadt ist hip und wird gehypt.

Ich persönlich habe den Eindruck, der Autoverkehr hat im letzten Jahr deutlich zugenommen. Leipzig ist nicht mehr ganz so verschlafen. Man sieht auch viele Autokennzeichen aus dem Westen. Vor dem Hauptbahnhof ist ein Graffiti: „Schwaben zurück nach Berlin“. Während die Berliner sich über die Eigenarten der zugezogenen Schwaben aufregen, fürchten wohl nun einige Leipziger, dass „die Schwaben“ jetzt auch über Leipzig „herfallen“. Vor drei Jahren, als ich hier in den Leipziger Westen zog, war es nicht schwer eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden. Inzwischen ist das nicht mehr so. Hier stehen nun keine Wohnungen mehr leer; wer Ostlandschaft sucht, muss noch weiter vom Zentrum weg ziehen. Was jetzt im Vergleich mit vielen anderen deutschen Städten nicht tragisch ist. Mit dem Fahrrad bin ich in zehn Minuten an der Uni und in fünfzehn in der Altstadt oder am Hauptbahnhof. In Frankfurt, München oder Berlin können sich diese Wohnlage nicht viele Studenten leisten, geschweige denn überhaupt eine freie Wohnung finden. Aber das ist eben der Unterschied – Leipzig entwickelt sich noch, die anderen Städte müssen schauen, wie sie ihren Stand halten können. Hier fängt man gerade erst an über Gentrifizierung zu reden. Einige, die von Leipzig nach Berlin gegangen sind, kommen nun doch wieder zurück – Leipzig ist eben Hypzig.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 24, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Apr 24, 2013

Studentenleben live

Medienpraxis

Im dritten Semester belegt man in Koblenz unter anderem das Modul 10: Medienpraxis. Hier hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Angeboten zu wählen. Zur Auswahl standen im Jahr 2012 die Projekte „Imagefilm und Websitegestaltung“, „ Hörfunk / Podcasting“, „Video“ (hier wurde eine religiöse Gemeinschaft in und um Koblenz dokumentiert), „Die Visualisierung von Märchen – Illustration, Bilderbuch, Comic“ und eigentlich noch „Online Redaktion / Zeitung“, was aber in diesem Jahr nicht angeboten wurde.

Bei den Projekten merkten wir alle, dass die Praxis der Medien sehr viel aufwendiger ist, als man das in der Theorie noch gedacht hatte. Länger als zwei Stunden haben wir es nie geschafft, konzentriert an unserem Film zu arbeiten. Beim Schneiden zum Beispiel gibt es so viele Dinge, die beachtet werden müssen … Man muss beispielsweise ein Auge darauf haben, dass die verwendete Musik (Achtung, am besten Gema-frei) und die Bildfolge harmonieren.
An einem Wochenende lernten wir von einem professionellen Imagefilmemacher den technischen Umgang mit der Kamera, die verschiedenen Arten zu filmen, die Erarbeitung eines Konzepts und Drehbuchs sowie Schneide- und Bearbeitungstechniken.

Nachdem unser Film im Rohschnitt fertig war, wurde er von dem Fachmann sowie unserem zuständigen Professor noch einmal konstruktiv kritisiert. Dann hatten wir in halbes Jahr Zeit für den Feinschliff. Die Ergebnisse werden dann alle jedes Jahr am Tag der Kulturwissenschaft an der Universität gezeigt.

 

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Apr 22, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Apr 22, 2013