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Studentenleben live

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

25.04.2013

Drei Wochen sind nun beinahe vergangen, seit ich in Münster gelandet bin. Ehrlich gesagt klingt das nach nicht viel, verglichen damit, wie wohl ich mich hier bereits fühle! Klar, es gibt noch so ein paar Faktoren, die mich regelmäßig daran erinnern, dass mich drei Wochen Münster noch nicht zum Westfalen werden lassen: Unter meinen Kommilitonen fallen wir vier, die wir aus Süddeutschland kommen, doch auf (vermutlich gibt’s noch mehr Süddeutsche, aber ich habe noch nicht alle 140 Kommilitonen kennengelernt): Mir war beispielsweise nicht bewusst, dass man hier das Wort „daheim“ zwar kennt, jedoch NIE gebrauchen würde. Und es kommt immer wieder zu teils lustigen Missverständnissen. So wurde mir beispielsweise gesagt, dass es doch sehr auffällig sei, dass ich aus Bayern komme, da ich so deutlich spräche! Ich, der aber aus Franken kommt, stellte mir kurz nürnbergerisches Fränkisch vor und dachte: „Naja, da muss man schon sehr, sehr wohlgesonnen sein, das als deutliche Aussprache durchgehen zu lassen!“ Ein paar Minuten später – ich hatte etwas bewusster auf mein eigenes Reden gehört – wurde mir klar, dass ich wohl tatsächlich ganz anders redete, als ich es daheim täte. Unbewusst hatte ich mich angestrengt, das lupenreinste Hochdeutsch zu sprechen, um nicht durch das ungeliebte „Fränggisch“ aufzufallen. Im Übrigen ist es eine echt schwierige Aufgabe, den Leuten begreiflich zu machen, dass in Nürnberg alles, nur kein Bayerisch gesprochen wird.

Bezüglich meiner Wohnungssituation hat sich auch einiges verändert: Mein eigentlich nur interimsweise bezogenes WG-Zimmer hat sich spontan und glücklicherweise in etwas langfristiges gewandelt. Meine Mitbewohnerin bleibt nun doch in Münster, um ins Referendariat zu gehen, sodass ich zumindest während der nächsten beiden Jahre definitiv eine Bleibe haben werde!

Das ist insofern toll, als ich mich jetzt voll aufs Studieren konzentrieren kann, ohne auf lästige WG-Castings rennen zu müssen! Wobei ich die Augen und Ohren schon offen halte, denn mittel- bzw. langfristig würde es mich doch freuen, ein etwas größeres Zimmer „daheim“ nennen zu können.

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