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Studentenleben live

Beginn der Masterarbeit

Autor:
Anni

Rubrik:
studium

11.08.2014

Endlich: Die letzte mündliche Prüfung ist geschafft und alle Hausarbeiten sind abgegeben. Ich bin scheinfrei! Scheinfrei ist dabei doppeldeutig, denn ich bin frei von Scheinen und scheinbar frei von weiteren Arbeiten, was so natürlich nicht stimmt – es geht jetzt erst so richtig los. Aber ich habe ein Etappenziel erreicht und das freut mich ungemein.

Über das Thema meiner Masterarbeit habe ich sehr lange nachgedacht. Bereits im dritten Semester bin ich ins Kolloquium gegangen, um eine Fragestellung zu finden. Mein erstes Thema war „Feminizide“, die Tötung von Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht. Wegen der schlechten Datenlage habe ich es dann aber nochmal verworfen.

Trotzdem hat mir das Kolloquium geholfen, zu meinem jetzigen Thema zu finden. Ich schreibe über „Anerkennung und Transitional Justice“. Transitional Justice steht für die Prozesse, die nötig sind, damit eine Gesellschaft die Verbrechen aufarbeiten kann, die infolge eines politischen Umbruchs wie einem Bürgerkrieg geschahen. Ich möchte untersuchen, in welchem Zusammenhang die beiden Konzepte stehen.

Transitional Justice lässt sich als Vergangenheitsbewältigung umschreiben, dazu zählen zum Beispiel Elemente wie Wahrheitskommissionen, Gedenktage und -orte, Strafprozesse oder auch öffentliche Entschuldigungen bei den Überlebenden und Familien.

Da es bisher nur eine theoretische Arbeit zu diesem Bereich gibt, stellt die Bearbeitung dieser Fragestellung eine besondere Herausforderung dar und bietet mir einen besonderen Reiz, da es an mir ist, weitere Zusammenhänge aufzuspüren. Damit dies nicht allzu abstrakt bleibt, untersuche ich das Ganze am Fall von Guatemala. In diesem Land fand ein fast 30-jähriger Bürgerkrieg statt, bei dem 200.000 Menschen starben. Da die Literatur nicht zu allen Punkten so viel Material hergibt, hoffe ich, ein paar Interviews führen zu können.

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