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Studentenleben live

Ein Monat danach

Knapp einen Monat bin ich nun schon wieder aus Ljubljana zurück. Und es kommt mir vor, als wäre ich vor Ewigkeiten dort gewesen. Die Schweiz des Balkans, wie Slowenien auch scherzhaft genannt wird, ist in weite Ferne gerückt. Schon am ersten Tag zurück in Deutschland hatte ich das Gefühl, dass alles so seine Richtigkeit hat. Das Gefühl „in der eigenen Heimat fremd zu sein“, was einem oft für die Wiederkehr aus dem Ausland vorausgesagt wird, trat überhaupt nicht ein. Weder in Freiburg, noch in Berlin. Ich hatte aber auch nicht ernsthaft damit gerechnet, schließlich hatte ich dieses Gefühl auch nach meinem FSJ nicht, wo ich doch ein ganzes Jahr weg war und nicht nur fünf Monate. Hat mich die Zeit so wenig geprägt? Ist Ljubljana so nichtssagend gewesen, dass man es am besten gleich wieder vergisst? Oder bin ich einfach so typisch deutsch, dass ich ganz klar hierher gehöre?

Nichtssagend ist Ljubljana bestimmt nicht, im Gegenteil, es ist eine tolle Stadt und ich habe mich dort auch sehr wohlgefühlt. Und nein, natürlich war es nicht unnütz, weggegangen zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich Vieles dazugelernt habe, das ich nur im Moment nicht genau benennen kann. Anders kann es ja gar nicht sein.

Dennoch wusste ich von Anfang an, dass ich mich nicht unsterblich in Land und Leute verlieben werde und dass ich auch sicherlich nicht würde weinen müssen, kurz bevor ich abfahre. Das Leben kann einem zwar einen Strich durch die Rechnung machen und es kommt plötzlich ganz anders als erwartet, aber dieses Semester war von vornherein so geplant, dass ich von Mitte Februar bis Mitte Juli bleiben würde. Sicherlich auch nicht viel länger, weil ich im August meine Familie sehen wollte und im September mit meinem Schulpraxissemester im Schwarzwald beginnen muss, schließlich hätte ich die Praxisphase schon vor einem Jahr machen sollen.

Davon, dass man in fünf Monaten weder die Liebe des Lebens noch die Freundschaften seines Lebens findet, bin ich selbstverständlich ausgegangen. Wahrscheinlich war ich schon in zu vielen internationalen Gruppen unterwegs gewesen, um zu glauben, dass man dann mit allen regelmäßig Kontakt hält. Und so traurig es klingt: Ich habe genug Freunde und es fällt mir schwer mit allen von ihnen Kontakt zu halten. Das ist einfach kein Platz für neue. Was bleibt nun von diesem gut geplantem Semester? Es war nicht das Abenteuer meines Lebens, aber wahrscheinlich mehr als man denkt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Aug 22, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Aug 22, 2014

Studentenleben live

Ready for Take-off

Manchmal denke ich, was kann ich eigentlich? Unser Studium ist so breit gefächert, dass schwer zu sagen ist, auf welchem Gebiet wir wirklich gut sind. Aber genau diese Vielseitigkeit ist unsere Stärke. Kulturwissenschaftler sind in vielen Bereichen einsetzbar, weil sie ein breites Allgemeinwissen haben, flexibel sind und mit Methoden aus verschiedenen Fächern Sachverhalte bearbeiten können. Das ist in einer zunehmend differenzierten und globalisierten Gesellschaft nicht zu unterschätzen. Gerade in Wirtschaftsunternehmen oder Institutionen treffen immer öfter Menschen aus verschiedenen Kulturen und somit unterschiedlichen Wertesystemen und Weltanschauungen aufeinander. Da ist es wichtig, die Dinge nicht nur aus einer Perspektive zu sehen und kulturelle Sensibilität zu besitzen.

Im Studium lernen wir, analytisch zu denken, wissenschaftlich zu arbeiten und zu schreiben, komplexe Texte zu verstehen, sie zielgruppengerecht aufzubereiten und gegebenenfalls zu präsentieren. Da von Anfang an Selbstständigkeit von uns verlangt wurde, können wir Wissen beschaffen und aufbereiten, uns in neue Sachverhalte einarbeiten, strukturiert arbeiten, kreativ sein, organisieren und interdisziplinär arbeiten.

Immer wieder werden Kulturwissenschaftler bei Bewerbungen abgelehnt, weil den Entscheidungsträgern nicht klar ist, was Kulturwissenschaft eigentlich ist und was einen Kulturwissenschaftler auszeichnet. Da das Fach noch sehr jung ist, wünsche ich mir, dass mehr Kulturwissenschaftler die Chance erhalten, zu zeigen, was in ihnen steckt und warum man Kulturwissenschaftler heute mehr denn je braucht.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Aug 21, 2014

Studentenleben live

Beziehungstief

Selbst in den besten Liebschaften kriselt es mal, das war mir klar, aber irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass es mich je so hart treffen könnte wie jetzt. Nein, Entwarnung, bei meinem Freund und mir ist weiterhin alles gut, aber das Verhältnis zu meiner Uni ist nicht mehr so rosig wie noch vor einem Jahr. Den HHU-Pulli trage ich zwar immer noch gerne (wenn es denn mal kalt genug ist), aber in gewisser Weise bin ich fast schon froh, nächstes Jahr fertig zu sein und die Möglichkeit zu haben, irgendwo anders neu anzufangen.

An den Lehrveranstaltungen liegt es nicht. Ich bin meistens diejenige im Seminar, die von den Dozenten nur dann drangenommen wird, wenn sich sonst keiner meldet, damit die Gruppendiskussion nicht in einem Zwiegespräch endet. Und ich bin diejenige, die in der Vorlesung zeitgleich am Handy spielt und mit ihrer Sitznachbarin redet, aber trotzdem immer wieder abrupt ein „pscht, ich muss mal eben kurz mitschreiben“ einwirft und sich konzentriert, bis das, was der Dozent sagt, wieder unwichtig genug wird. Mein Interesse und meine Lernbegierde lassen sich nicht bremsen und werden mit ausreichend guten Noten belohnt, um weiterhin motiviert zu bleiben.

Was mich vielmehr ärgert, sind mehrere Dinge, die zusammenkommen, um eine negative Grundstimmung dem Konstrukt Uni gegenüber aufzubauen. Zum einen wäre da die bereits erwähnte Nicht-Berücksichtigung der Ergänzungsfächler in Soziologie. Dass man Sachen nur dann bekommt, wenn man nachfragt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist – und das nur, weil man im Ergänzungsfach statt im Kernfach studiert –, stößt mir immer wieder negativ auf.

Germanistik begeistert mich allerdings auch nicht mehr so sehr wie noch vor einem Jahr. Das Tutorium im dritten Semester hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Umso enttäuschter war ich, als ich vor wenigen Wochen dann zufällig erfuhr, dass es dieses Semester weder ein Tutoren-Casting gibt, noch dass ich irgendwie sonst die Möglichkeit haben werde, erneut ein Tutorium zu leiten. Die Tutoren werden dieses Jahr von den Fachschaftsräten ausgewählt – oder so ähnlich. Bisher hat niemand, den ich gefragt habe, vollständigen Durchblick. Dennoch versuche ich, mir davon nicht die Laune verderben zu lassen. Mit Engagement und Hartnäckigkeit werde ich dieses Semester wohl endlich in die notwendigen Soziologie-Kurse reinkommen. Und kein weiteres Tutorium geben zu können, ist zwar schade, aber so habe ich immerhin mehr Zeit, mich auf meine Kurse zu konzentrieren.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Aug 20, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Aug 20, 2014