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Studentenleben live

Tief im dunklen Wald

Nur noch ein paar Tage, dann ist es so weit: Ich, das Mädchen aus der Hauptstadt, werde mein Schulpraxissemester im dunklen Schwarzwald beginnen. Es gibt zwar keinen Bahnhof in diesem kleinen Kurort, dafür aber einen riesigen Dom mit angegliedertem Gymnasium.

Damit ich mich am ersten Tag nicht direkt im Wald verlaufe und von einer bösen Hexe gemästet werde, bin ich die Tage schon einmal hingefahren. Die Strecke ist wunderschön und das entlohnt für die lange Fahrt. Nach dreimonatigem Pendeln sehe ich das wahrscheinlich nicht mehr so. Aber wer weiß. Meine Fahrt beginnt in Freiburg mit der Höllentalbahn, die nicht nur einen teuflischen Namen hat, sondern auch die steilste Hauptbahn Deutschlands ist. In der Tat könnte man zwischendurch denken, der Zug würde gleich aus den Schienen kippen, so steil fällt neben einem der Berg ab. Doch selbst wenn etwas passieren sollte, man fährt ja Gott sei Dank durch das nette Örtchen Himmelreich. Weiter gehts vorbei am Titisee, wo ich doch so gerne aussteigen würde, um ein bisschen um den See zu laufen, oder im Badeparadies kreischend die verschiedenen Rutschen auszuprobieren, aber die Fahrt ist noch lange nicht vorbei.

Denn ab Titisee folgt mein Zug nicht mehr der Höllentalstrecke, sondern der Drei-Seen-Bahn. Klingt romantisch – und das ist es auch! Nach dem Titisee warten noch der Windgfällweiher und der große schöne Schluchsee darauf, bestaunt zu werden. Vorbei an Feldberg-Bärental, dem höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands, der mich unvermeidlich an den süßen Teddy aus der Bärenmarke-Werbung denken lässt, und an Aha, auf der ersten Silbe betont, wohlgemerkt, tuckert der Regionalzug durchs Land.

In Seebrugg schließlich ist es mit der Bahnfahrt vorbei und es geht weiter mit dem Bus. Da bleibt leider keine Zeit, der Badischen Staatsbrauerei Rothaus einen Besuch abzustatten. Ja, von hier oben kommt nämlich das Bier mit dem hübschen Mädel Birgit, das es neuerdings in jeder Berliner Szenekneipe zu kaufen gibt. Nach dem Ort mit dem unkreativen Namen Häuser bin ich endlich am Ziel. Schön ist es da, das muss ich zugeben. Das dachte sich wohl auch schon Felix Mendelssohn Bartholdy, der hier auf Hochzeitsreise war.

Leider habe ich keine Zeit für einen Stadtbummel und erst recht nicht für einen Kuraufenthalt, denn der Bus zurück geht schon zwanzig Minuten später und dann erst wieder in einer Stunde.

Immerhin weiß ich aber jetzt, welche Reise mir täglich bevorsteht.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Sep 19, 2014

Studentenleben live

Veränderte Arbeitsbedingungen?

Im vorherigen Blog-Eintrag habe ich mein Verhältnis zu meinem Smartphone beschrieben. Diese Überlegung ging aus dem Seminar Medienaneignung hervor. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir Medien benutzen und was diese mit uns machen. Mir fiel dabei eine Art Hassliebe auf – zum einen fühle ich mich durch sie kontrolliert und gezwungen, immer erreichbar zu sein. Zum anderen will ich auch ständig wissen, was bei den anderen so los ist und all die tollen Features nutzen.

Im Rahmen des Seminars habe ich auch darüber nachgedacht, wie sich meine Arbeitsbedingungen verändert haben. Als ich Teenager war, kam der Computer für den häuslichen Gebrauch gerade auf. Ich bekam einen, um in der Schule optimal mitarbeiten zu können, brauchte ihn anfangs aber kaum. Je mehr Ausarbeitungen ich machen musste, desto mehr nutzte ich ihn.

Heute regele ich fast alles für die Uni mit meinem Macbook. Ab sofort möchte ich es auch in die Vorlesungen mitnehmen. Trotzdem drucke ich meine Texte immer aus, mache mir handgeschriebene To-do-Listen und habe einen Kalender aus Papier. Ich mag es nicht, nur am Computer zu lesen oder immer auf mein Handy-Display zu schauen. Ich kann mit Texten viel intensiver arbeiten, wenn ich wichtige Stellen markiere, kommentiere und so verbinde. Und ich habe ein viel besseres Gespür für aktuelle Projekte, kann besser einschätzen, was ich noch zu tun habe, wenn die Papierstapel auf meinem Schreibtisch liegen. Die kleinen Symbole auf dem Computer-Bildschirm lassen sich leichter ignorieren.

Ich bin mal gespannt, wie sich unsere Arbeitsbedingungen in Zukunft entwickeln und was ich dazu in meinem Masterstudium lernen werde. Jedenfalls merkt man auch schon als junger Mensch, dass man nicht bei allem mitmachen will und schon einiges nicht mehr versteht. Abgesehen davon „ging es doch früher auch ohne“.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Sep 19, 2014

Studentenleben live

Telefon-Phobie

Ich erinnere mich an eine Party im letzten Jahr. Eine Gruppe von Leuten, die zusammen ein Spiel spielten. Ein Spiel, bei dem in einer Runde jeder seine größte Phobie nennen musste. Es wurden die Klassiker genannt: Spinnen, Clowns, große Höhen. Dann die etwas außergewöhnlichen Ängste: Zombies, die auf dem Rücksitz sitzen, dass das neue Profilfoto bei Facebook weniger als 20 Likes bekommt, aufwachen und plötzlich entstellt sein. Dann kam ich an die Reihe: „Ich habe eine Telefon-Phobie.“

Die eine oder andere Phobie an jenem Abend mag nicht ganz ernst gemeint gewesen sein und auch wenn Telefone und das Telefonieren an sich nicht wirklich das ist, was in mir die größten Ängste weckt, steckte doch mehr als ein Funken Wahrheit darin.

Telefonieren ist eine Interaktionsform, die auf sämtliche Vorteile anderer Kommunikationsmedien verzichtet. Man kann nicht – wie bei Mails oder Briefen – jeden Satz einzeln abwägen und von Betalesern absegnen lassen, sondern muss selbst innerhalb von Sekundenbruchteilen reagieren und genau wissen, was man antwortet. Und während im direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht Körpersprache, Gestik und Mimik zusätzliche Informationen über das Gegenüber preisgeben, hat man am Telefon nur die Stimme des anderen, die es zu interpretieren gilt.

Es gibt ungefähr zehn Menschen auf dieser Welt (inklusive der eigenen Familie), bei denen ich mich traue anzurufen, ohne vorher minutenlang von Herzklopfen und Schnappatmung gepeinigt vor dem Hörer hin- und herzugehen und zu überlegen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, das Gespräch zu umgehen. Und es sind nur wenige Menschen mehr, bei denen ich, wenn sie mich anrufen, nicht zumindest ein paar Sekunden lang überlege, ob es nicht schlauer wäre, die Mailbox rangehen zu lassen und später eine SMS zu schicken, um jeweils Bedenkzeit zum Antworten zu haben.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Sep 18, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Sep 18, 2014