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Studentenleben live

Fahrradunfall

Autor:
Anni

Rubrik:
studium

10.06.2015

Ich habe schon einmal von der außerordentlichen Verkehrssituation in Lima berichtet – überfüllte Straßen, aggressive Autofahrer und ein regelrechtes Chaos. Zwar gibt es einige Radwege, doch werden diese ständig von Autos gekreuzt, die nicht unbedingt mit Radfahrern rechnen.

Letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von einem solchen erwischt. Wenngleich ich wohl schon eine halbe Minute lang mit einem Fuß auf dem Boden vor dem Auto stand, fuhr es los und rammte mich. Gott sei Dank ist mir persönlich nichts passiert ist, da ich abspringen konnte, aber das Hinterrad kam nur noch völlig verbeult hinter dem Auto wieder zum Vorschein.

Einige Verkehrspolizisten holten mich und das Auto von der Straße und riefen sogleich eine Streife, die unsere Personalien aufnahm. Zudem brachten sie mein Fahrrad in die Werkstatt. Auch der Fahrer zeigte sich restlos kooperativ und zahlte die Reparaturen. Zuletzt brachte mich die Polizei noch bis in die Nähe meiner Arbeit. Unterwegs erledigten sie allerlei Aufträge, so hatte ich auch etwas Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen und mich mit ihnen zu unterhalten. Sie haben mir erzählt, dass sie immer 24-Stunden-Schichten machen und an jedem zweiten Tag Dienst haben. Morgens um 7 Uhr ist Schichtwechsel.

Ein Mix aus diesen besonderen Arbeitszeiten und der unendlichen Gelassenheit der Peruaner führten schließlich dazu, dass ich unzählige Anrufe tätigen und ziemliche Mühen auf mich nehmen musste, um mein Rad wiederzubekommen. Eine Zusage nach der anderen platzte. Die Bitte, mir doch einfach die Adresse der Radwerkstatt zu geben, wurde mit einem, „Nein, natürlich bringen wir das Rad persönlich vorbei“, abgeschlagen. Einmal hatte ich sogar die eifersüchtige Freundin des Polizisten am Telefon, die begann, ihm eine Szene zu machen. Mehr als eine Woche später hat es dann doch geklappt. Sie brachten mir das Rad bis zur Arbeit, wo ich es glücklich wieder in Empfang nehmen konnte.

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