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Studentenleben live

Frisch verliebt

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

05.11.2015

Meine Schwester hat sich bis vor kurzem ein Jahr lang am anderen Ende der Welt herumgetrieben. Kein Wunder, dass ihr die Kleinstadt, die ich seit achtzehn Jahren meine Heimat nenne, jetzt nicht mehr reicht und sie ständig anmerkt, später nicht mehr dort leben zu wollen. Bislang habe ich auf diese Ankündigung immer sehr empfindlich reagiert, weil ich mir vorgestellt habe, mein Leben lang dort zu wohnen und ich es nicht mag, wenn jemand mir etwas schlecht redet.

Seit dieser Woche bin ich mir damit aber nicht mehr ganz so sicher. Ich habe mich nämlich verliebt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich beschließe, eine Stadt – oder Teile davon – ab sofort zu meinen Favoriten zu zählen. Die Schönheit von Paris hat mich mit Sacré Coeur, Montmartre und dem Marsfeld zu „Paris, je t'aime“ geführt. Meine Faszination für Berlin habe ich ja schon geschildert. New York schläft niemals, es ist immer aufregend dort, und ich freue mich schon unglaublich auf den Urlaub dort, den ich für übernächstes Jahr geplant habe. Hamburg hat sein ganz eigenes Flair, einen Hafen, an dem immer die Sonne scheint, wenn ich da bin. Die Grachten von Amsterdam sind vor allem nachts wunderschön, dazu kommt das Anne-Frank-Haus und vor allem das holländische Essen. Warschau finde ich auch irgendwie süß. Und die Rheinpromenade von Koblenz ist besonders sehenswert.

Aber noch nie war ich so verliebt wie in Bonn. Die Schlösser, die vielen Altbauten und die Innenstadt haben mich schon absolut in ihren Bann gezogen. Dabei war ich noch nicht einmal am Rhein – und der Blick auf einen Fluss überzeugt mich sonst immer von einer Stadt. Dazu kommt auch die Atmosphäre. Vor allem im Vergleich zu Düsseldorf ist die Stadt viel mehr von Studierenden geprägt und gar nicht so groß, wie man es von einer ehemaligen Hauptstadt erwartet: Bislang kam ich überall gut zu Fuß hin und wenn ich erst mein Fahrrad hergebracht habe, werde ich noch schneller sein.

Ich hoffe sehr, dass ich mich in Bonn richtig gut einleben werde und viele Freunde finde, von denen einige auch nach dem Studium hier bleiben werden, sodass ich den Anreiz habe, vielleicht doch nicht nach Hause zurückzukehren, sondern hier leben zu können.

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