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Studentenleben live

Zurück in der Bibliothek

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

11.11.2015

Und wieder einmal geht ein neues Trimester los. Ich war richtig schockiert, als mir klargeworden ist, dass ich jetzt schon im vierten Jahr bin! Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie es war, im ersten Trimester durch die Uni zu laufen. Nach ein paar Wochen kannte ich fast jedes Gesicht, habe jeden gegrüßt, manchmal eine halbe Stunde gebraucht, um aus der Uni rauszukommen, weil ich überall noch ein Pläuschchen gehalten habe. In die Bibliothek bin ich nur in den Wochen kurz vor den Klausuren gegangen, sonst war für mich nach der letzten Vorlesung zwischen 16 und 17 Uhr immer Feierabend.

Und jetzt, nach vier Jahren kenne ich kaum noch Gesichter, kann ich in der Mensa nicht zuordnen, wer Jurist ist, und wer ein Physiker vom Campus nebenan. Nach meinem Auslandssemester habe ich irgendwie den Anschluss an die unteren Jahrgänge verloren. Immerhin komme ich jetzt schneller aus der Uni raus!

In der Bibliothek habe ich mich inzwischen häuslich eingerichtet, kenne meine Nachbarn um meinen Stammplatz schon richtig gut und lerne jeden Tag acht Stunden. Im Dezember schreibe ich meine Schwerpunktklausur – die erste Klausur, die wirklich zählt. Ich merke, dass es nun ernst wird.

Während ich früher noch gestöhnt habe, weil ich so viel lernen musste, macht es mir gerade erstaunlich wenig aus. Ich gewöhne mich an die Aufgaben und Herausforderungen, die ich habe. Außerdem schwebe ich noch auf dem Motivations-Hoch nach der Sommerakademie und finde sowieso, dass ich den bestmöglichen Schwerpunkt gewählt habe: Völkerrecht. Sind Terroristen an das Kriegsrecht gebunden? Wie behandelt man einen „failed state“? Wie kann man Produktionsbedingungen durch Völkerrecht verbessern? Meiner Meinung nach eine perfekte Kombination aus Jura und Politik.

Und ganz so eintönig, wie es sich vielleicht anhört, ist mein Alltag gar nicht. Da ist hier ein interessanter Vortrag über den arabischen Frühling, dort ein Grillen auf dem Campus mit den internationalen Austauschstudierenden. Und wenn ich mal einen Tag zu viel von der Uni habe, treffe ich immer zufällig eine Person, mit der ich ewig nicht mehr geredet habe, und mir fällt wieder auf, wie nett hier alle sind. Unterm Strich ist also alles super!

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