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Bachelor live

Es wird ernst

Nach vier wunderbaren Urlaubswochen bin ich zum Lernen nach Hamburg zurückgekehrt. Um ganz ehrlich zu sein: Lust darauf hatte ich keine. Aber irgendwie hatte ich nach so viel Freizeit nicht das Recht, mich zu beschweren. Und schließlich ist auch diese Abscheu nicht mehr da, die mich nach dem Examen jedes Mal überfallen hatte, wenn ich die Uni betrat. Deswegen sind die Voraussetzungen zum Durchstarten perfekt. Und nach ein paar Tagen des Eingewöhnens ging es mit dem Lernen auch wieder ganz gut.
Das einzige wirklich Doofe war die Ungewissheit. Ich wusste, dass irgendwann im Juli die Noten bekanntgegeben werden sollten. Der Stichtag ist Ende Juli – aber wer weiß, vielleicht ist eine Behörde auch mal schneller und schickt die Examensergebnisse vorher raus? Dazu kommt, dass auch der Termin der mündlichen Prüfung nicht feststeht. Ich habe nur zwei Gewissheiten: Meine Prüfung kann ab jetzt bis Ende August jederzeit stattfinden und ich bekomme spätestens zwei Wochen vorher Bescheid. Das heißt, schön auf Abruf im Ungewissen in Hamburg herumhängen und lernen – und sich den Spekulationen aller anderen Mit-Schreiber aussetzen: „Hat das Prüfungsamt nicht den Termin für die Notenbekanntgabe vorgezogen, um früher prüfen zu können?“ „Sind die mündlichen Prüfungen für das zweite Staatsexamen nicht schon durch?“ „Werden die nicht ein Interesse daran haben, so früh wie möglich mit den mündlichen Prüfungen anzufangen, damit der volle Termin auch rechtzeitig über die Runden geht?“ Was für eine nervige Ungewissheit! Wenn ich an den Moment denke, an dem ich den Brief oder das PDF-Dokument mit meinen Noten öffnen werde, kriege ich ganz schön Herzrasen. Deswegen besser nicht zu viel daran denken!
Dazu kommt, dass ich den Studienplatz am College of Europe auch nur dann annehmen kann, wenn ich das Examen nicht nochmal schreiben muss. Von dieser Examensnote hängt ganz schön viel ab: College of Europe, meine späteren Berufschancen, ob sich das Jahr Knechterei gelohnt hat. Da hilft eigentlich nur ignorieren. Die Noten kommen halt irgendwann. Und an den Ergebnissen kann ich jetzt sowieso nichts mehr ändern.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 19, 2017

Bachelor live

Anstrengende Zeiten - da muss sich was ändern!

Mein Studium ist in letzter Zeit ganz schön anstrengend. Ich habe sowohl in den vergangenen als auch in den Semesterferien davor ein Praktikum absolviert und hatte deshalb keine richtigen Ferien. Dafür hatte ich in den vergangenen beiden Semestern nicht so viele Module. Aber durch gleichzeitiges Arbeiten als studentische Hilfskraft und eine recht umfangreiche Bachelorarbeit bin ich auch während des Semesters kaum zum Verschnaufen gekommen. Zumal ich letzte Woche auch noch einen kleinen Vortrag zu meiner Bachelorarbeit auf Englisch im Forschungskolloquium halten und eine Prüfung schreiben musste. Jetzt hätte ich eigentlich Lust auf Ferien, aber die Bachelorarbeit will ja immer noch geschrieben werden.
Manchmal glaube ich fast an so etwas wie Schicksaal. Gestern hat mich irgendein Insekt gestochen und mein Fuß ist jetzt so angeschwollen, dass ich nicht mehr laufen kann und die Ärztin meinte, ich könne auf keinen Fall arbeiten gehen. So wurde mir jetzt sozusagen eine Zwangspause eingeräumt.
Mir ist in den vergangenen Monaten klar geworden, dass ich es im Master ein bisschen ruhiger angehen lassen will. Der Master ist ja auf zwei Jahre ausgelegt und in dieser Zeit muss ich drei Monate Praktikum machen. Das klingt gar nicht so viel, ich müsste die Zeit jedoch auf zwei Semesterferien aufteilen, da die Ferien für ein Praktikum am Stück nicht ausreichen. Weil wiederum die meisten Institutionen keine Praktikanten nur für sechs Wochen haben wollen, macht man am Ende aber effektiv zweimal acht Wochen Praktikum. Wenn ich in zwei Jahren nur drei Mal frei von der Uni habe und dafür zweimal ein Praktikum mache und in den anderen Ferien beginne, meine Masterarbeit zu schreiben, wird der Master wahrscheinlich ganz schön zäh. Und ich will ich ja auch Zeit haben, Dinge zu tun, die mir sonst noch wichtig sind.
Deshalb habe ich beschlossen, den Master um ein Jahr zu verlängern und ein Auslandssemester und/oder ein Praktikumssemester einzulegen. Jetzt fehlt nur noch die Zusage für den Masterplatz – drückt mir die Daumen!

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jul 18, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jul 18, 2017

Bachelor live

Zweitwohnsitz Bibliothek

Unlängst habe ich die wohl bis dato stressigste Woche meines universitären Lebens hinter mich gebracht. Die Überlegungen, einen Zweitwohnsitz in der Bibliothek anzumelden, waren definitiv berechtigt.
Dass ich die Bib teilweise um 10 Uhr des einen Morgens betrat und um 5 Uhr am nächsten wieder verließ, hing natürlich mit der Prüfungszeit in Leipzig zusammen. Und mit dem persönlichen Zeitmanagement des Autoren, der natürlich erst vier Tage vor dem Abgabetermin mit dem Schreiben der Hausarbeit begann. Und damit, dass sein Rechner eben genau in jener Woche den Abgang machte und nur noch Quadrate auf dem Bildschirm anzeigte.
Zum Glück kann man in den zwei Hauptbibliotheken der Leipziger Uni die dortigen PCs benutzen. Es ist nett in der Bib während der Prüfungszeit. Sitzt man im Lesesaal, treiben einen das Klickern der Tastaturen und das Rauschen der Kugelschreiber auf Papier zu eigenen Höchstleistungen an. Geht man vor die Tür, trifft man Bekannte. Sie schnappen Luft, essen einen Happen, machen eine Raucherpause. Gefahr, dass man sich verquatscht, besteht nicht, wollen doch alle produktiv sein und weiterkommen. Die Bibliotheca Albertina heißt einen in der Prüfungszeit auch an den Sonntagen willkommen, die Campusbibliothek hat 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet.
In Letzterer landete auch ich, zwischen alle den anderen Gestrandeten der Nacht. Ich bin gern dort, in der Campus-Bib. Die Designerstühle sind außerordentlich schön, man hat Platz zum Arbeiten, nachts halten einen die Toilettengänge wach. Ich hatte einen guten Tisch am Fenster, um von hier aus den Sonnenaufgang zu sehen. Mit mir waren noch zwei andere Herrschaften zu später Stunde in der Bib. Wer von uns dreien sollte wohl am längsten hier bleiben? Ab und an warfen wir uns Blicke zu. Gegen Mitternacht machte der Erste den Abgang. Gegen 2 Uhr auch ich, allerdings nur, um beim 24 Stunden geöffneten Fast-Food-Restaurant am Bahnhof eine Stärkung und frischen Kaffee zu besorgen. Wieder an der Arbeit kam ich gut voran. Seite um Seite füllte sich. Um 5 Uhr strich ich die Segel – und ging nicht als Letzter.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jul 18, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jul 18, 2017