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Bachelor live

Zweitwohnsitz Bibliothek

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

18.07.2017

Unlängst habe ich die wohl bis dato stressigste Woche meines universitären Lebens hinter mich gebracht. Die Überlegungen, einen Zweitwohnsitz in der Bibliothek anzumelden, waren definitiv berechtigt.
Dass ich die Bib teilweise um 10 Uhr des einen Morgens betrat und um 5 Uhr am nächsten wieder verließ, hing natürlich mit der Prüfungszeit in Leipzig zusammen. Und mit dem persönlichen Zeitmanagement des Autoren, der natürlich erst vier Tage vor dem Abgabetermin mit dem Schreiben der Hausarbeit begann. Und damit, dass sein Rechner eben genau in jener Woche den Abgang machte und nur noch Quadrate auf dem Bildschirm anzeigte.
Zum Glück kann man in den zwei Hauptbibliotheken der Leipziger Uni die dortigen PCs benutzen. Es ist nett in der Bib während der Prüfungszeit. Sitzt man im Lesesaal, treiben einen das Klickern der Tastaturen und das Rauschen der Kugelschreiber auf Papier zu eigenen Höchstleistungen an. Geht man vor die Tür, trifft man Bekannte. Sie schnappen Luft, essen einen Happen, machen eine Raucherpause. Gefahr, dass man sich verquatscht, besteht nicht, wollen doch alle produktiv sein und weiterkommen. Die Bibliotheca Albertina heißt einen in der Prüfungszeit auch an den Sonntagen willkommen, die Campusbibliothek hat 24 Stunden an sieben Tagen die Woche geöffnet.
In Letzterer landete auch ich, zwischen alle den anderen Gestrandeten der Nacht. Ich bin gern dort, in der Campus-Bib. Die Designerstühle sind außerordentlich schön, man hat Platz zum Arbeiten, nachts halten einen die Toilettengänge wach. Ich hatte einen guten Tisch am Fenster, um von hier aus den Sonnenaufgang zu sehen. Mit mir waren noch zwei andere Herrschaften zu später Stunde in der Bib. Wer von uns dreien sollte wohl am längsten hier bleiben? Ab und an warfen wir uns Blicke zu. Gegen Mitternacht machte der Erste den Abgang. Gegen 2 Uhr auch ich, allerdings nur, um beim 24 Stunden geöffneten Fast-Food-Restaurant am Bahnhof eine Stärkung und frischen Kaffee zu besorgen. Wieder an der Arbeit kam ich gut voran. Seite um Seite füllte sich. Um 5 Uhr strich ich die Segel – und ging nicht als Letzter.

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