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Bachelor live

Winter in Südafrika

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

02.11.2017

„In Afrika soll es kalt werden?!“ Das wurde ich immer wieder gefragt, als ich davon erzählte, dass ich während des dortigen Winters in einem Workcamp in Südafrika sein würde. Als ich mir die Wettervorhersage vorab anschaute, konnte ich das auch nicht so ganz glauben: Die Durchschnittstemperaturen eines südafrikanischen Winters liegen nur knapp unter denen eines schönen deutschen Sommertages. Weil ich dennoch immer wieder vorgewarnt wurde, wie kalt es doch werden würde, packte ich Daunenjacke, Fleece und Schlafsack mit ein – und war letztendlich heilfroh darüber.
Vor der Abreise hatte ich nämlich ganz übersehen, dass das Häuschen, in dem wir während unseres Workcamps in Südafrika wohnten, keine Heizung hat. Einige der wohlhabenderen Einheimischen, die wir vor Ort trafen, besaßen Feuerplätze und nur einmal waren wir in den vier Wochen Workcamp bei jemanden zum Essen eingeladen, der auch eine Heizung hatte.
Im Nachhinein finde ich es verwunderlich, dass mir in Deutschland nicht aufgefallen ist, wie leichtfertig wir mit Kälte umgehen. Natürlich sind unsere Winter kalt, aber wir kommen abends nach Hause, drehen die Heizung auf und kuscheln uns mit einem Kakao und einer Wolldecke auf unser Sofa. In Südafrika bin ich abends am liebsten in meinen Schlafsack gestiegen, weil das der einzige Ort war, wo sich meine Füße nicht wie Eisklumpen anfühlten.
Tatsächlich hatte ich in dem Vorort von Kapstadt, in dem wir wohnten, das Gefühl, dass das südafrikanische Wetter vier Jahreszeiten in einem Tag vereinte: Wenn wir aufstanden, war es kühl und die Scheiben sahen feucht aus, um die Mittagszeit saßen wir im T-Shirt draußen, und abends krochen wir in Kuschelsocken und Fleecejacken, weil es plötzlich wieder so kalt wurde. Auf die Frage hin, wie das Wetter in den vergangenen beiden Tagen bei ihr war, antwortete mir eine Südafrikanerin vor Kurzem: „Gestern war Winter, aber heute ist wieder Sommer.“

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