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Bachelor live

Feldarbeit - Teil 1

Autor:
Hannes

Rubrik:
studium

28.04.2020

Die Corona-Pandemie dauerte schon einige Wochen an, ein Ende war nicht in Sicht. Und dennoch schickte der Präsident meiner Uni immer wieder Mails, in denen betont wurde, dass der Studienstart regulär am 20. April sei und nicht verschoben werden würde. Das Lehrangebot sollte allerdings nicht auf Präsenzveranstaltungen aufbauen, sondern zunächst ausschließlich über Online-Vorlesungen ablaufen.
Nichtsdestotrotz blieben mir noch einige Wochen, bis das Semester beginnen würde und ich beschloss, wenigstens einige Tage zu arbeiten.
Der weitverbreiteten Nachricht, dass dringend Erntehelfer gesucht seien, wollte ich nachgehen und schaute mich bei den Landwirten nach Jobs um. Die ersten drei Versuche scheiterten, entweder erreichte ich niemanden oder mir wurde freundlich mitgeteilt, dass die Saison noch nicht begonnen hätte. Bei einer von mir aus mit dem Fahrrad erreichbaren Gärtnerei hatte ich schließlich Glück, nach Zusendung der notwendigen Dokumente durfte ich bereits am folgenden Tag zum Arbeiten vorbeikommen.
Mein Wecker klingelte um sechs Uhr morgens; nach einem schnellen Frühstück und Vorbereiten des Vesperbrotes schwang ich mich auf mein Rad. Über die Felder machte ich mich auf den Weg, der eisige Fahrtwind stand in hartem Kontrast zu den frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage.
Nach kurzer Zeit war ich da und stellte mich im Büro vor. Ich erhielt meinen eigenen Spind und ein eigenes Messer, dann erwartete ich zusammen mit etwa dreißig anderen Arbeitern den Morgenappell. Der Chef stellte mich meinem Vorarbeiter vor, ich folgte diesem zu unserer ersten Aufgabe: in einem noch leeren Gewächshaus begannen wir ungefähr zu zehnt, kleine Rucola-Pflänzchen in geraden Reihen zu stecken. Die Arbeit verlief ziemlich gleichförmig. Man schnappte sich eine Kiste mit Setzlingen, kniete sich einige Meter vom Nächsten entfernt auf die Erde und drückte in jedes vorgefertigte Loch einen der Salate.
Alle paar Löcher musste man ein wenig weiterrutschen, um weiterarbeiten zu können. Kam man an ein bereits bepflanztes Stück, stand man auf und suchte sich einen freien Abschnitt. Das alles war ziemlich mühselig und vom Aufstehen, Hinsetzen und Bücken taten mir schon bald der Rücken und die Knie weh. Ich hoffte, dass diese Tätigkeit bald vorbei wäre. Aber was danach kam, war nicht besser. Mehr dazu im zweiten Teil.

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